Fans aus 75 Ländern lockte der Eurovision Song Contest in Wien vergangene Woche an. Während in der Wiener Stadthalle und beim „ESC-Village“ am Rathausplatz Gesang, Glitzer und Pyrotechnik im Vordergrund standen, brachte das europäische Wettsingen Herausforderungen für die Sicherheitsbehörden. Israels Teilnahme am Gesangswettbewerb hatte schon in den Jahren davor für Proteste und Störaktionen gesorgt. Die internationale Lage rund um den Iran-Krieg nährte zudem die Sorge vor möglichen Terrorplänen.

Tatsächlich ging die Veranstaltung ohne größere Zwischenfälle über die Bühne, bei einem 16-Jährigen läutete allerdings kurz nach dem ersten Halbfinale, an dem auch Israel teilnahm, das Einsatzkommando Cobra, teilt die Direktion Staatschutz und Nachrichtendienst (DSN) nun mit.

Meta meldete Instagram-Account

Am Abend des 12. Mai machte der Social Media-Konzern Meta die Behörden auf ein Instagram-Profil aufmerksam, auf dem gewaltverherrlichende und antisemitische Inhalte geteilt wurden. Anhand der Bilder habe man laut DSN einen Wien-Bezug herstellen können.

Die Staatsschützer nahmen Ermittlungen auf und konnten den Account einem 16-jährigen Österreicher zuordnen. Dieser hatte Videos von sich oder einer ihm nahestehenden Person mit Waffen gepostet, in einem anderen Video zerstört er eine israelische Fahne.

Jugendlicher grundsätzlich geständig

Wie die DSN gegenüber der Kleinen Zeitung mitteilte, ordnete die Staatsanwaltschaft Wien „die Durchsuchung der Wohnung, Sicherstellung von Beweismitteln sowie Beschlagnahme der Datenträger und sofortige Vernehmung“ an. Am 13. Mai kurz nach ein Uhr morgens, wenige Stunden nachdem der Hinweis von Meta eingegangen war, wurde die Wohnung des Jugendlichen durchsucht und dieser befragt.

Bei seiner Einvernahme habe sich der 16-Jährige grundsätzlich geständig gezeigt, heißt es von der DSN. Von einer unmittelbaren Gefahr dürften die Behörden schließlich nicht ausgegangen sein – der Verdächtige wurde auf freiem Fuß angezeigt und erhielt ein vorläufiges Waffenverbot. Ermittelt wird gegen ihn nun unter anderem wegen Verhetzung und Übertretungen nach dem Waffengesetz.