Sie kommt jedes Jahr wieder, und jedes Mal ist es, als käme sie zum ersten Mal. Die Erdbeere, unscheinbar und unwiderstehlich zugleich. Die Römer benannten sie nach ihrem Duft – nicht nach ihrem Aussehen, nicht nach ihrem Geschmack: Fraga, die Duftende. Sie schmeckt den Kindern direkt vom Feld und dem Gourmet als Reduktion mit Balsamico. Und das Selbstpflücken ist eine der letzten Handlungen, bei denen der Mensch wirklich spürt, woher seine Nahrung kommt. Genau dieses Erlebnis ist rund um Klagenfurt schon bald wieder möglich – vier Betriebe öffnen in den kommenden Tagen ihre Felder.
Josef Matschnig und seine Früchtewelt in Ebenthal haben die Saison bereits eröffnet – zumindest teilweise: Die ersten Glashauserdbeeren liegen schon im Verkauf. Wer selbst Hand anlegen möchte, muss sich noch ein wenig gedulden. Der Start der Selbstpflücksaison ist frühestens in einer Woche geplant. Eine Besonderheit in Ebenthal: Die Erdbeeren wachsen in Hochbeeten – wer pflückt, muss sich nicht bücken und schont den Rücken, was das Erlebnis auch für Kinder und ältere Besucherinnen angenehm macht. Matschnig setzt seit Jahren auf eine bewährte Sorte, die bei seinen Stammgästen besonders beliebt ist.
Geplant ist eine außergewöhnlich lange Saison: Bis Ende August sollen Erdbeeren fast durchgehend verfügbar sein, kurze Pausen von zwei bis drei Tagen für die Nachreife eingerechnet. Geöffnet ist täglich von 8 bis 19 Uhr, das Kilo kostet 7,90 Euro – das Naschen beim Pflücken inklusive.
Drei verschiedene Erdbeersorten
Wer Erdbeeren mit Aussicht sucht, ist im Rosental richtig. Der Weber-Hof in Selkach in Ludmannsdorf liegt idyllisch nahe der Drau – und ist längst mehr als nur ein Erdbeerfeld. Im ganzjährig geöffneten Hofladen finden sich eingelegter Spargel, hausgemachte Sirupe und Erdbeernektar; auf den Feldern wächst neben den Beeren auch Knoblauch. Besonders stolz ist man hier auf die Sortenvielfalt: Drei verschiedene Erdbeeren mit versetzten Reifezeiten sorgen dafür, dass über mehrere Wochen laufend frische Früchte verfügbar sind.
Die Saison startet heuer etwas später als gewohnt – die Vegetation hinkt nach einem kühlen Mai ein paar Tage hinterher. Der genaue Starttermin wird kurzfristig auf der Website bekannt gegeben – spätestens Anfang Juni soll es so weit sein. Dann kann täglich von 9 bis 19 Uhr gepflückt werden – und das bei fast jedem Wetter. Das Kilo kostet fünf Euro, ab zehn Kilogramm gibt es ein Kilo gratis dazu. Vorbestellungen bereits gepflückter Ware sind auf Anfrage möglich.
Von süß bis sauer
Veit Karl Prettner kündigt seine Saison auf seine ganz eigene Art an – mit Erdbeerfahnen und einem aufblasbaren Erdbeermann, der schon von weitem zu sehen ist. Wer die Fahnen oberhalb des Friedhofs von St. Donat, nur unweit der Bezirksgrenze entdeckt, weiß: Die Saison ist eröffnet.
Auf Prettners Feldern warten sieben verschiedene Erdbeersorten auf Besucherinnen und Besucher. Am Feld sind die Unterschiede kaum sichtbar, auf der Zunge aber sehr wohl: von besonders süßen Früchten fürs direkte Naschen bis hin zu säurebetonten Sorten, die sich ideal für Marmelade eignen. Geöffnet ist täglich von 8 bis 19 Uhr, das Kilo kostet 5,50 Euro, ab acht Kilogramm je 20 Cent weniger. Fertig gepflückte Erdbeeren im Drei-Kilo-Körberl gibt es täglich bis etwa 15 Uhr zum Abholen.
Informationen über die „Strawberry Hotline“
Einen Kilometer vom Herzogstuhl entfernt, mitten in der Zollfeld-Landschaft, liegt das Erdbeerfeld von Sabine und Daniel Dörfler. Der Blåsehof wirtschaftet biodynamisch – auf rund zwei Hektar wachsen vier verschiedene Sorten mit versetzten Reifezeiten. Wer nach dem Pflücken eine Pause einlegen möchte, findet direkt am Feld ein kleines Erdbeercafé, das Lust macht, auch nach dem Pflücken noch eine Weile zu bleiben. Fairtrade-Kaffee, Bio-Limonaden, selbstgemachte Säfte und kühle Kärntner Bio-Biere stehen dort bereit – und für die Kleinsten eine Sandkiste.
Der Saisonstart verzögert sich heuer etwas wegen des Spätfrosts rund um die Eisheiligen, Ende Mai oder Anfang Juni soll es aber losgehen. Geöffnet ist täglich von 8 bis 13 Uhr und von 15 bis 19 Uhr. Selbstpflücker zahlen 5,90 Euro pro Kilo, ab acht Kilogramm 5,50 Euro. Wer fertig Gepflücktes mitnimmt, zahlt 11 Euro. Aktuelle Infos gibt es über die eigens eingerichtete „Strawberry Hotline“.