Seit Längerem sorgt ein Holzzaun auf dem Wanderweg im Bereich Steinschicht in Richtung Unterer Weinleitenweg in der Gemeinde Millstatt für Aufregung. Errichtet wurde dieser vom Grundstücksbesitzer selbst. Bürgermeister Alexander Thoma teilte gegenüber der Kleinen Zeitung mit, um ein klärendes Gespräch bemüht zu sein, bislang jedoch ohne Erfolg. Nun meldete sich Grundstücksbesitzer Bernd Sülzenfuhs zu Wort: „Nach dem Erwerb des Grundstücks habe ich mit der Gemeinde Millstatt Kontakt aufgenommen, um Haftungsfragen zu klären.“ Nach mehreren erfolglosen Versuchen habe man erst durch die Einschaltung einer Klagenfurter Anwaltskanzlei eine entsprechende Vereinbarung in Form eines Prekariums (beginnend am 1. Jänner 2023) schließen können.

Laut Sülzenfuhs sei die Gemeindeverwaltung ihrer Verpflichtung zur Beseitigung von ausuferndem Bewuchs nicht nachgekommen. „Auch morsche Äste wurden nicht beseitigt. Zudem wurden Begrenzungspfosten beschädigt und in drei Fällen entwendet“, so der gebürtige Deutsche. Da er nicht bereit sei, das Risiko zu tragen und stetig zu kontrollieren, ob die Gemeinde ihren Pflichten nachkomme, kündigte er die Vereinbarung Ende April und sperrte den Wanderweg.

Keine Korrektur erfolgt

Sülzenfuhs bezieht sich auch auf jenen Satz mit der Enteignung, der auf dem Hinweisschild auf dem Bretterzaun angebracht wurde. „Die Gemeinde hat am 9. September 2020 einen neuen Teilbebauungsplan erlassen. Die neu definierte Baulinie verläuft durch mein Bestandsgebäude. Der dortige Flachdachbereich wurde nicht als Gebäudebestandteil wahrgenommen, sondern als Parkfläche. Eine Aufstockung des Flachdaches ist nun nicht mehr möglich.“ Trotz mehrfachen Bitten sei eine Korrektur dieser „kalten Enteignung nicht vorgenommen worden“, beklagt Sülzenfuhs.

Weiters beschreibt er die Kommunikation mit der Gemeinde als „ausgesprochen mühsam". Ein Termin am 11. August 2022 mit Amtsleiter Peter Pirker, für den er aus München angereist sei, wurde nicht eingehalten. Ein zugesicherter Rückruf erfolgte nicht.

Dieses Schild wurde auf dem Bretterzaun angebracht
Dieses Schild wurde auf dem Bretterzaun angebracht © Andrea Steiner

Rechtliche Klärung

Angesprochen auf die laut Sülzenfuhs nicht erfolgte Wegpflege entgegnet Thoma: „Wir wurden auf diese vermeintlichen Missstände nie hingewiesen. Die Wanderwege werden von unseren Mitarbeitern stets in Schuss gehalten. Bei einem Wegenetz von etwa 50 Kilometer kann es dazu kommen, dass etwas übersehen wird.“ Was es mit der Baulinie auf sich habe, wisse er nicht.

Der nicht stattgefundene Termin mit Amtsleiter Pirker ist Thoma bekannt: „Herr Pirker hat sich dafür entschuldigt. Der Fall liegt nun auch schon vier Jahre zurück. Zwischenzeitlich sind wir gemeinsam an einem Tisch gesessen.“

Seit der Errichtung des Bretterzaunes wandten sich viele Bürger Hilfe suchend an die Gemeinde. „Ich sehe es als meine Aufgabe, den Wanderweg wieder begehbar zu machen“, stellt Thoma klar. Sollte eine gütliche Lösung nicht möglich sein, werde man die Angelegenheit rechtlich klären. „Dieser Weg besteht nachweislich seit mindestens 70 Jahren und ich verspreche den Bürgern, dass wir das Recht einfordern und eintragen lassen werden“, resümiert Thoma.

Bürgermeister Alexander Thoma ist um eine gütliche Lösung bemüht
Bürgermeister Alexander Thoma ist um eine gütliche Lösung bemüht © Marktgemeinde Millstatt