„Ich habe noch keinen fixen Termin, wann ich dieses Jahr meine Kühe auf die Alm treibe“, sagt Landwirt Christian Rechberger, der seinen Hof in Thal bei Turnau hat. Weil die Vegetation um einige Tage hinterherhinkt, haben seine Rinder derzeit zu wenig Futter auf der Alm.

Kein Auftrieb am Pfingstwochenende

Ein Umstand, über den derzeit viele Landwirte in der Region klagen. „Viele haben sich bei mir gemeldet. Die Lage ist angespannt, die Vegetation ist ungefähr eineinhalb Wochen weiter hinten als für diese Zeit üblich", erklärt Florian Pretterhofer, Landwirtschaftskammerobmann für den Bezirk Bruck-Mürzzuschlag. Das große Problem dabei: die heimische Rinderwirtschaft ist auf den jährlichen Almauftrieb im Mai ausgelegt. In der Region betrifft das 540 „Auftreiber“ mit gesamt 6000 Rindern, die gerne um das Pfingstwochenende ihre Tiere auf die Alm gebracht hätten.

Weniger Futter, weniger Tiere

Grund für die verspätete Entwicklung der Vegetation ist ein massives Niederschlagsdefizit im März und April, das sich schließlich auch im Mai fortsetzte. „Der Regen in den letzten Wochen war nur ein kleiner Tropfen am heißen Stein“, so Rechberger, der auch ganz deutlich die Konsequenz daraus benennt: „Es gibt dann ja nicht nur weniger Futter auf der Alm, sondern auch im Tal. Irgendwann muss man sich überlegen, ob man deswegen nicht ein paar Tiere abgibt, weil man generell zu wenig Futter hat.“ Das Aflenzer Becker steuert indes auf den trockensten Frühling der 43-jährigen Messegeschichte zu.