Es sind handballerisch, zumindest was die Erfahrung angeht, zwei Welten, die ab heute (18 Uhr, ORF Sport+) in der „Best-of-Three“-Halbfinalserie der HLA-Meisterliga aufeinanderprallen. Die BT Füchse empfangen die Fivers aus Margareten. Während es für die Steirer die erste Teilnahme an einem Halbfinale ist, haben die Wiener bereits 21 Mal die Vorschlussrunde erreicht. Insgesamt zwölf Mal ging es für sie dann auch ins Finale. „Ja, wir brechen in neue Sphären auf“, sagt Füchse-Obmann Heinz Rumpold. „Wir haben bis dato eine tolle Saison gespielt und ich hoffe, sie dauert noch ein bisserl an. Das klare Ziel ist es, jetzt den letzten Schritt zu gehen und das Finale zu erreichen.“ Mit knapp 1200 Fans im Rücken wird die Halle heute jedenfalls zum Hexenkessel.

Der Grunddurchgang der laufenden Spielzeit war eine Wundertüte. Vöslau sicherte sich Rang eins, „mit dem hat niemand gerechnet“, gibt auch Rumpold zu. Die Obersteirer gingen als Sechster ins Viertelfinale und setzten sich dort gegen Linz durch. „Überhaupt hat es einige renommierte Vereine erwischt, die jetzt in der Abstiegsrunde spielen müssen“, sagt Rumpold, der für den eigenen Erfolgslauf auch einen Mitgrund nennt: „Wir haben in letzter Zeit fast keine Verletzungen gehabt. Wenn bei uns Leistungsträger ausfallen, haben wir ein Problem. Das war zuletzt glücklicherweise nicht der Fall.“

Und so stehen die Füchse nun eben erstmals in der Runde der letzten Vier. „Es wäre zu hoch angesetzt, nun zu erwarten, dauerhaft ins Semifinale zu kommen“, sagt Rumpold. Denn: „Wir sind heuer, nach den Fivers, das Team mit den zweitwenigsten Legionären. Diesen Weg wollen wir weitergehen.“ Finanziell will man auch künftig keine Experimente wagen. „Wir wollen junge Österreicher forcieren, natürlich auch den ein oder anderen Eigenbauspieler hochbringen. Das ist unser Hauptziel.“ Der Blick auf die Tabelle sei „natürlich nicht unwichtig. Wir wollen schon vorne dabei sein und uns festigen. Worauf wir keine Lust haben: Dass wir ein Fahrstuhl-Verein werden, der zwischen erster und zweiter Liga pendelt.“

Genau das muss die HSG Graz abwenden. Das Team aus der Landeshauptstadt liegt in der Abstiegsrunde nach drei absolvierten Partien auf dem letzten Tabellenplatz. Am Samstag geht es daheim gegen Hollabrunn um wichtige Punkte. Und „daheim“ ist in diesem Fall die alte Heimat, nämlich die ASKÖ-Halle in Eggenberg.