Alkohol ist in Klagenfurt nicht gerne gesehen. Die Stadt verbietet den Konsum jenseits von Events und Lokalen am Heiligengeistplatz, im Lendhafen, in der Klostergasse, im Bahnhofsviertel, vor dem Eggerheim, in den fünf Hundefreilaufzonen sowie in fast allen öffentlichen Parks innerhalb des Rings. Wer gegen die Verordnung verstößt, muss bis zu 218 Euro zahlen. Offenbar führen die Regeln jedoch nicht zum erhofften Ergebnis.

Erst vor einem Jahr änderte die Stadt die Verbotszonen. Aufgrund zahlreicher Eskalationen und Polizeieinsätze sowie Beschwerden von Anrainern wurde der Bereich rund um das Eggerheim der Caritas „alkoholfrei“. Im Gegenzug verschwand der einstige „Brennpunkt“ Schillerpark aus der Verbotszone. Da wie dort herrscht aber weiter und wieder Unzufriedenheit. „Es hat sich nichts geändert. Die Menschen trinken nach wie vor vor unseren Türen und die Nachbarn sind noch immer am Verzweifeln“, sagt Katrin Starc, Leiterin der Wohnungslosenhilfe der Caritas.

Der Schillerpark war einst ein Brennpunkt, der mit dem Alkoholverbot von 2007 ein besseres Image erhielt. Vor einem Jahr wurde das Verbot dort wieder aufgehoben
Der Schillerpark war einst ein Brennpunkt, der mit dem Alkoholverbot von 2007 ein besseres Image erhielt. Vor einem Jahr wurde das Verbot dort wieder aufgehoben © Markus Traussnig

Probleme im Schillerpark

Eine Anrainerin des Schillerparks schilderte ihre Eindrücke dem Stadtsenat. „Das tägliche und nächtliche Alkoholtreiben inklusive Drogenkonsums“ sei aus ihrer Sicht wieder „in vollem Gange“, schreibt sie in einer E-Mail. Die Polizei würde das Klientel bewusst in den Park schicken, und die „Mütter, die zwischenzeitig im Pavillon mit Kindern verweilten, sind wieder fort“.

Dass Drogen- und Alkoholkonsum im Schillerpark wieder Thema sind, bestätigt auch das Ordnungsamt, das das Alkoholverbot kontrolliert. „Dabei sind jedoch bisher noch keine wesentlichen Auffälligkeiten wahrgenommen worden“, informiert die Abteilung. Widersprüchliche Ansichten löst die mobile Toilette aus, die mit Änderung der Verordnung im Juli als „Begleitmaßnahme“ installiert wurde. Laut Ordnungsamt wird sie angenommen, Facility-Management-Stadtrat Julian Geier (ÖVP) dementiert: „Es wurde nicht festgestellt, dass die Toilette verwendet wird.“ Schon Geiers Vorgänger Max Habenicht hielt von der Errichtung der Toilette wenig, zog aber auf Anweisung des Bürgermeisters Christian Scheider (FSP) den Kürzeren.

Gesundheitsstadtrat Franz Petritz (SPÖ) lässt die Verbotszonen evaluieren
Gesundheitsstadtrat Franz Petritz (SPÖ) lässt die Verbotszonen evaluieren © Markus Traussnig

300.000 Euro notwendig

Die Lage ist also verzwickt. Und eine zufriedenstellende Lösung scheint außer Reichweite, auch aufgrund der budgetären Lage. Klagenfurts Streetworker erarbeiteten gemeinsam mit Personen aus der Klientel mehrere Ideen, wo und wie sie ohne Unmut ihre Zeit in der Stadt verbringen könnten. Die Errichtung neuer Sitzmöglichkeiten und Toiletten seien dafür notwendig, kosten aber jenseits der 300.000 Euro, sagt Gesundheitsreferent Franz Petritz (SPÖ). „Nur mit Verboten alleine schaffen wir nichts“, sagt der Stadtrat, der nun die bestehenden Verbotszonen evaluieren lässt. Neue, zusätzliche Zonen sollen danach nicht entstehen. Gemeinsam mit der Polizei möchte Petritz aber neue Präventionsansätze finden.

Das Stadtpolizeikommando möchte die Situation nicht bewerten. Alkoholverbote seien eine politische Entscheidung, die das Ordnungsamt kontrolliert, sagt Kommandant Hans-Peter Mailänder, dem vermehrte Einsätze im Schillerpark nicht bekannt seien. Dass seine Kolleginnen und Kollegen trinkenden Personen in den Park verweisen, sei aber „aus der Fabelwelt gegriffen“.