„Es ist wieder passiert. Dienstag, 17 Uhr in Weinitzen: Sirenen, Notärzte, Feuerwehr, Hubschrauber“, schildert eine Anrainerin, die anonym bleiben will. Sieben Personen wurden bei einer Frontalkollision auf der L329 Rinneggerstraße im Bereich Annagraben verletzt, in die drei Fahrzeuge involviert waren. Eines davon war ein Behindertentransporter, der zwei Kinder mitführte.

„Als Anwohner steht man fassungslos an der Unfallstelle und spürt nur noch Wut und tiefe Besorgnis“, so die Frau, die daran erinnert, dass hier erst im Dezember ein tödlicher Verkehrsunfall passiert ist. Ein Pkw war auf die Gegenfahrbahn geraten und frontal in einen Lkw gekracht. Der Beifahrer im Pkw, ein 57-jähriger Oststeirer, starb, der Lenker wurde schwerst verletzt. „Wie oft müssen wir noch zusehen, wie Rettungskräfte Wracks aufschneiden, bevor die Behörde endlich aufwacht?“, klagt die Anrainerin, die von der Behörde ein Tempolimit von 60 km/h einfordert. Denn die Straße sei durch den schweren Verkehr, enge Kurven und das hohe Verkehrsaufkommen (7000 bis 9000 Pkw täglich) bei den jetzt geltenden 80 km/h eine Todesfalle: „Für uns Einwohner ist das Verlassen der eigenen Einfahrt ein tägliches russisches Roulette.“ Bei ihr fahre jedes Mal die Angst mit, wenn sie in die Straße einfahre – die Kurven seien schlecht einsehbar und die Fahrzeuge viel zu schnell unterwegs.

Unfallhergang weiter unklar

Seitens der zuständigen Bezirkshauptmannschaft Graz-Umgebung verspricht man, sich die Sache noch einmal genauer anzusehen – zur konkreten Unfallstelle (bei Straßenkilometer 4,990) gebe es jedenfalls aber keine Hinweise, dass es sich um einen Unfallhäufungspunkt handle. Auch sei zum Unfallhergang noch einiges ungeklärt. Die Polizei hat einen Zeugenaufruf gestartet, weil die Unfallbeteiligten keine Angaben machen konnten – die Ermittlungen laufen hier aber noch.

Von schweren Unfällen auf der Landesstraße weiß auch Kommandant Martin Anhofer von der Freiwilligen Feuerwehr Weinitzen-Oberschöckl ein Lied zu singen. Der Einsatz am Dienstag war der zweite Verkehrsunfall binnen weniger Tage, auch am Donnerstag davor musste man ausrücken – auf der „Rinneggerleit’n“ war es zu einer Kollision zwischen einem Pkw und einem Fahrrad sowie in weiterer Folge zwischen einem Pkw und einem Motorrad gekommen, zwei Personen wurden verletzt.

Kommandant Martin Anhofer von der Freiwilligen Feuerwehr Weinitzen-Oberschöckl
Kommandant Martin Anhofer von der Freiwilligen Feuerwehr Weinitzen-Oberschöckl © BFV Graz-Umgebung

„Manche fahren schon gestört“

Das Problem sei die mangelnde Vernunft bei manchen Autolenkern, so Anhofer: „Manche fahren schon gestört. Wenn jemand vorschriftsmäßig die 80 km/h einhält, wird er überholt“, schildert er. Die Manöver sind in der kurvigen, schmalen Straße oft lebensgefährlich. Auch die Einsatzkräfte sind zusätzlich gefordert: „Während des Einsatzes gab es eine Totalsperre der Straße – zum Dank wurden wir und auch die Polizei von Autolenkern beschimpft, weil sie nicht weiterfahren konnten.“ Wenigstens sei es durch strenge Polizeikontrollen gelungen, die Unfallhäufigkeit zu reduzieren: „Vor rund zehn Jahren sind wir sogar noch fünf Mal so oft ausgerückt“, so Anhofer. Auch der Radweg hätte eine Verbesserung gebracht.

Im Dezember verlief ein „Frontaler“ auf der Straße tödlich
Im Dezember verlief ein „Frontaler“ auf der Straße tödlich © FF Weinitzen-Oberschöckl