Die flotten Sprüche sind zurück. Auch wenn sie sich verhaltener anhören, als zuvor. „Ich hatte mehr Glück als Verstand. Das sage nicht nur ich, das hat mir auch mein behandelnder Arzt gesagt“, erklärt Christian Ragger.
Fast drei Wochen ist es her, dass Ragger auf der Intensivstation landete. Am Wochenende des 1. Mai war er mit seinem Sohn wandern im Karwendel-Gebirge. Selbstüberschätzung, zu wenig Wasser, Alltagsstress – ein Mix, der ihn am Montag darauf mit Kopfschmerzen aufstehen ließ. „Und plötzlich sah ich alles doppelt.“ Der FPÖ-Nationalratsabgeordnete und ehemalige Kärntner Landesrat ließ sich ins LKH Wolfsberg einliefern, um kurz darauf ins Klinikum Klagenfurt überstellt zu werden.
Nach einigen Untersuchungen bestätigte sich der medizinische Verdacht: Der 53-Jährige hat einen Schlaganfall erlitten. Eine Woche wurde er im Klinikum beobachtet, die ersten Tage auf der Intensivstation. „Ich kann mich nur beim Krankenhauspersonal bedanken. Man geht kompetent und wertschätzend mit den Patienten um.“
Loch im Herzen
Den Grund für den Schlaganfall hat man mittlerweile auch gefunden. „Ich habe – wie 25 Prozent der Österreicherinnen und Österreicher - ein Loch im Herzen. Dadurch löste sich ein Blutplättchen, wanderte ins Hirn und löste den Schlaganfall aus“, sagt Ragger. Das Loch werde demnächst bei einem tageschirurgischen Eingriff geschlossen. „Ich werde halt bis an mein Lebensende Medikamente nehmen müssen, aber auch damit bin ich nicht alleine in diesem Land.“
Bleibende Schäden habe der Rechtsanwalt mit Kanzleisitz in Wolfsberg und einer – weit größeren Niederlassung in Udine - nicht zu erwarten. Wobei Jungvater Ragger, er wurde im vergangenen Herbst wieder Vater, gesteht: „Man beginnt ein wenig über das Leben nachzudenken.“