Jeder ist seines Glückes Schmied. Das besagt zumindest eine Redewendung. Dass die Realität eine andere ist, darauf macht Judenburgs Bürgermeisterin Elke Florian (SPÖ) anlässlich der Eröffnung eines neuen Angebots von „Jugend am Werk Steiermark“ aufmerksam. Denn nicht jeder erblicke unter den gleichen Voraussetzungen das Licht der Welt.

„Jugend am Werk macht aus, dass wir die UN-Menschenrechtskonvention und die UN-Behindertenrechtskonvention ernst nehmen“, so Geschäftsführerin Sandra Schimmler. Dazu gehört die „Teilhabe aller Menschen an allen Bereichen des Lebens“. Ein Bereich ist die Arbeitswelt – mit dem neuen „Zentrum inklusiver Arbeitsmarkt“ (kurz ZIA) im Herzen Judenburgs soll Menschen mit Behinderung der Einstieg in die Berufswelt ermöglicht werden. Es ist das erste Zentrum dieser Art in der Obersteiermark, bis zu 20 Menschen können hier begleitet und beraten werden. „Mit dem großen Ziel, ein Dienstverhältnis mit einem echten Lohn zu erreichen“, so Schimmler.

Lebensperspektive

„Die Aufgabe einer Gesellschaft ist, dass niemand zurückbleibt“, betont Vereinspräsident Walter Ferk. Der 1948 gegründete Verein „Jugend am Werk“ zählt circa 170 Standorte. Mit den Angeboten will man „Menschen mit Behinderung eine Lebensperspektive geben“.

Steiermarkweit konnten bisher 25 Kundinnen und Kunden von Jugend am Werk „echte“ Dienstverträge abschließen. Das entlastet auch die öffentliche Hand. Dank richtet die Murtaler Bezirkshauptfrau Nina Pölzl an die Unternehmen aus, die entsprechende Kooperationen eingehen. „Inklusion zu fördern ist nicht die alleinige Aufgabe der öffentlichen Hand, sondern vielmehr eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe.“

Großer Bedarf

15 der 20 Plätze waren schon vor dem offiziellen Start vergeben. Der Bedarf ist also groß. Die Kundinnen und Kunden erhalten die Möglichkeit, berufliche Erfahrungen zu sammeln und im Idealfall in einem Betrieb unterzukommen.

„Es ist irrsinnig wichtig, jedem Menschen die Möglichkeit zu geben, am ersten Arbeitsmarkt Fuß zu fassen“, so Landtagsabgeordneter Thomas Maier (FPÖ) im Zuge der Eröffnungsfeier.

Untergebracht ist das ZIA in der Judenburger Herrengasse, wo Jugend am Werk bereits 2024 mit diversen Angeboten eingezogen ist. Für Judenburg ist das Zentrum laut Bürgermeisterin Florian ein Meilenstein: „Jeder Mensch hat Talente, die wertvoll für unsere Gemeinschaft und unsere Wirtschaft sind. Hier bekommen sie die Bühne, die sie verdienen.“