Der Iran hat nach Darstellung von US-Präsident Donald Trump einen Verzicht auf Atomwaffen zugesichert. „Der Iran darf keine Atomwaffen haben (...) und sie haben dem zugestimmt“, sagte Trump am Mittwoch bei einer Pressekonferenz im Weißen Haus. Irans Außenamtssprecher Ismail Baghai hatte zuvor jedoch Berichte als „überzogen“ zurückgewiesen, wonach beide Kriegsparteien kurz vor einem Abschluss eines Abkommens stünden.

Teheran habe auch andere Punkte akzeptiert, erklärte indes der US-Präsident. Welche das sein sollen, ließ der Republikaner offen. Trump bezeichnete die jüngsten Gespräche mit dem Iran als „sehr gut“ und ergänzte: „Es ist sehr wahrscheinlich, dass wir einen Deal machen werden.“

Keine offizielle Meldung von Seiten Irans

Aus Teheran hieß es laut der iranischen Nachrichtenagentur ISNA bloß, ein US-Verhandlungsvorschlag werde geprüft und die Antwort an den Vermittler Pakistan übermittelt.

Bereits zuvor hatte Trump erklärt, die USA stünden kurz vor einer Einigung mit dem Iran zur Beendigung des Konflikts. Man sei „sehr nah dran“, sagte Trump am Mittwoch dem US-Sender PBS laut Transkript eines Telefoninterviews. Eine Einigung könne möglicherweise noch vor seiner für kommende Woche geplanten China-Reise zustande kommen. Falls es keinen Deal gebe, werde man den Iran „in Grund und Boden bombardieren“, drohte Trump. Laut Teheran wird der US-Vorschlag derzeit überprüft.

Trump bestätigte in dem Interview auch mehrere Punkte einer möglichen Vereinbarung, über die zuvor bereits übereinstimmend das „Wall Street Journal“, der Sender CNN und das Nachrichtenportal „Axios“ berichtet hatten. Dieses sieht demnach vor, dass der Iran sein hochangereichertes Uran an die USA übergeben soll. Auf die Frage, ob das Material möglicherweise in die USA gebracht werden solle, antwortete Trump: „Nein, nicht vielleicht. Es geht in die Vereinigten Staaten.“ Der Iran muss nach dem Willen der USA 408 Kilogramm hochangereichertes Uran übergeben.

Zudem bestätigte Trump, dass Iran im Rahmen der Vereinbarung zusichern solle, keine unterirdischen Nuklearanlagen zu betreiben. Das „Wall Street Journal“ berichtete unter Berufung auf einen iranischen Vertreter, dass ein langjähriges Moratorium für iranische Urananreicherung vorgesehen sei. Danach dürfte der Iran laut einem Vorschlag möglicherweise Uran wieder bis auf 3,67 Prozent Reinheit anreichern. Laut Trump hingegen ist Letzteres nicht Teil der Vereinbarung.

Erklärung umfasst 14 Punkte

Nach übereinstimmenden US-Medienberichten arbeiten Washington und Teheran mit Vermittlern an einer einseitigen Absichtserklärung (Memorandum of Understanding) mit 14 Punkten. Das Papier soll einen Rahmen für zunächst 30 Tage dauernde Verhandlungen schaffen und den Krieg formell beenden. Diskutiert werden demnach auch eine Lockerung von US-Sanktionen sowie Vereinbarungen zur Zukunft der Straße von Hormuz, wo Iran zuletzt den Schiffsverkehr stark eingeschränkt und die USA eine sich gegen iranische Häfen gerichtete Blockade aufgebaut hatten.

Auch ein Insider aus Pakistan, das in dem Konflikt vermittelt, bestätigte am Mittwoch einen entsprechenden Bericht des US-Nachrichtenportals Axios über ein geplantes, eine Seite umfassendes Memorandum. „Wir werden das sehr bald abschließen. Wir sind nah dran.“ Wie Teheran im Anschluss mitteilte, wird der US-Vorschlag derzeit überprüft.

Die iranische Führung werde dem Vermittler Pakistan ihre Position zur Beendigung des mehr als zweimonatigen Krieges übermitteln, meldete die iranische Nachrichtenagentur ISNA unter Berufung auf das Außenministerium. Pakistan hatte im Vormonat die bisher einzigen Friedensgespräche ausgerichtet. Außerdem übermittelt Islamabad weiterhin Vorschläge zwischen den Parteien. Die Aussicht auf ein Ende des Kriegs, der die Energieversorgung beeinträchtigt hat, ließ die Ölpreise weltweit einbrechen und beflügelte die Aktienmärkte.

30-tägige Verhandlungsphase für detailliertes Abkommen vorgesehen

Dem Axios-Bericht zufolge, der sich auf US-Regierungsvertreter und weitere Insider stützt, verhandeln die US-Gesandten Steve Witkoff und Jared Kushner sowohl direkt als auch über Vermittler mit mehreren iranischen Vertretern über eine 14-Punkte-Absichtserklärung. Das Memorandum sieht demnach ein Ende des Krieges sowie den Beginn einer 30-tägigen Verhandlungsphase für ein detailliertes Abkommen vor.

Außenamtssprecher Ismail Baghai wies den Axios-Bericht über ein möglicherweise bevorstehendes Abkommen zwischen den Kriegsparteien als „überzogen“ zurück. Der iranische Parlamentspräsident Mohammed Bagher Ghalibaf warnte indes, die USA wollten den Iran „durch verschiedene Methoden“ zum Aufgeben bewegen. „Der Feind versucht in seiner neuen Strategie, durch eine Seeblockade, wirtschaftlichen Druck und Medienmanipulation den Zusammenhalt des Landes zu zerstören, um uns zur Kapitulation zu zwingen”, sagte Ghalibaf in einer am Mittwoch auf seinem Telegram-Kanal veröffentlichten Botschaft.