„Wir hoffen, dass wir uns hier nicht allzu oft wiedersehen werden“, kann als durchaus ungewöhnlicher Satz für eine Eröffnung gesehen werden. Und doch war er der Tenor von Vertretern der Bezirkshauptmannschaft, Polizei, Rettung und Bezirksfeuerwehrverband (BFV) Hartberg. Denn offiziell zu eröffnen galt es die neue Florianstation. Diese übernimmt in Katastrophenfällen wie großflächigen Unwettern die Koordination der Einsätze im gesamten Altbezirk.

„Wir waren die letzte analoge Florianstation der Steiermark und gehören jetzt zu den ersten, die mit IP- und SIP-Systemen ausgestattet sind“, erklärt Thomas Gamauf, Beauftragter des  BFV für die Hartberger Leitstelle. Konkret bedeutet das: Statt alter Analogtechnik läuft die gesamte Kommunikation und Alarmierung nun über digitale Netzwerke. Und zwar schneller, flexibler und für den Dauerbetrieb deutlich robuster.

Erster, das war man in Hartberg schon einmal. Ende der 1980er Jahre arbeiteten die steirischen Bezirksleitstellen noch auf höchst unterschiedlichem technischen Niveau. Als man sich auf gemeinsame Standards einigte, gehörten Hartberg und Weiz zu den Pionieren, die den damals modernsten Stand der Technik als erste umsetzten.

Heute gibt es Florianstationen in allen steirischen Bezirken. Ihr entscheidender Vorteil: Sie entlasten die Landesleitstelle in Lebring und können im Ernstfall völlig autark agieren.

Über 600 Stunden Ehrenamt

Die Florianstation selbst ist durch freiwillige Disponenten und Zivildiener besetzt. Auch der Umbau der Räume im Hartberger Rüsthaus war von Eigenleistung getragen. Mehr als 600 Stunden investierten Mitglieder des Bezirksverbandes und der Freiwilligen Feuerwehr Hartberg in die Adaptierung. „So konnten wir zehntausende Euro sparen“, erklärt Gamauf.

Neben den modernisierten Arbeitsplätzen mit Büro und Besprechungsraum steht dem Hartberger Rüsthaus nun auch ein neues Notstromaggregat zur Verfügung.