Im 8. Kammerkonzert der Oper Graz widmeten sich Elissaveta Staneva-Vogl, Bernhard Vogl und Anton Bashynskyi Sonaten für Klavier mit Cello oder Viola, sowie einem späten Trio von Johannes Brahms. Mit Schuberts Sonata Arpeggione D821 in einer Fassung für Viola wurde das obere Foyer der Oper Graz neben warmem Abendlicht und fernen Vogelstimmen in romantische Sehnsuchtsmotive gehüllt. Auf der Viola klingt die Sonate im Vergleich zum ursprünglich angedachten Arpeggione kernig und licht. Elissaveta Staneva-Vogl interpretiert das Werk sehr behutsam und mit viel Weite, am Klavier findet sich Anton Bashynskyi feinfühlig dazu.
Zeitsprung mit Strauss
Einen Zeitsprung gibt es zum frühen Richard Strauss mit dessen Sonate für Violoncello und Klavier op. 6. Bernhard Vogl trägt die Klänge seines Cellos besonnen und bestimmt über die teilweise virtuos diffuse Klavierstimme. Besonders im dritten Satz beweisen die Musiker Agilität und Vielfalt im Ausdruck. Das Brahms-Trio op. 114, original für Besetzung mit Klarinette, lässt vor allem im finalen Allegro die Stärken aller drei Instrumente zu Tage treten: pulsierend, drängend und frisch das Klavier, spielerisch und verlockend rund die Viola, und charmant wie vehement die Linie am Cello.