Eine organisierte Tätergruppe aus dem Bettlermilieu soll über Monate hinweg zahlreiche Einschleichdiebstähle in Wohnhäusern in der Steiermark und im Burgenland begangen haben. Ermittlungen der Polizei (Kriminaldienstgruppen der PI Feldbach und der PI Jennersdorf) führten nun zu ersten Festnahmen und Verurteilungen. Insgesamt stehen sechs Personen im Verdacht, zwischen September 2024 und April 2025 wiederholt in Häuser eingedrungen zu sein und dabei vor allem ältere Menschen ins Visier genommen zu haben.
Die Gruppe bestand laut Polizei aus fünf rumänischen Staatsbürgern im Alter von 23 bis 50 Jahren sowie einem 52-jährigen Mann aus Ungarn. Letzterer soll hauptsächlich als Fahrer fungiert haben. Alle Verdächtigen waren bereits zuvor wegen Eigentumsdelikten in Österreich auffällig geworden.
15 Taten nachgewiesen
Den Ermittlern konnten insgesamt 15 Taten nachgewiesen werden, darunter auch vier Versuche sowie ein versuchter Wohnhauseinbruch. Die Delikte ereigneten sich in mehreren Bezirken, darunter Südoststeiermark, Weiz, Hartberg-Fürstenfeld, Graz-Umgebung, Leibnitz sowie im burgenländischen Jennersdorf. Der entstandene Schaden beläuft sich auf rund 46.300 Euro. Die Täter reisten dabei fast täglich von Ungarn nach Österreich ein, um die Straftaten zu begehen.
Sie gingen dabei gezielt vor: Die Täter verschafften sich Zugang zu Häusern, indem sie unter Vorwänden wie der Bitte um Essen, Getränke oder Arbeit anklopften. Während ein Teil der Gruppe die Bewohner ablenkte, durchsuchten andere Räume nach Bargeld und Wertgegenständen. In einigen Fällen wurden sie jedoch entdeckt und ergriffen die Flucht.
Auf frischer Tat ertappt
Etwa im Mai 2025, als ein 23-jähriger Verdächtiger in Deutschlandsberg von einer Zeugin auf frischer Tat ertappt und daraufhin von der Polizei festgenommen wurde. Er gestand die Vorwürfe. Eine weitere Beschuldigte, eine 47-jährige Rumänin, wurde im Juni 2025 in Feldbach festgenommen, bestreitet jedoch die Anschuldigungen.
Beide wurden inzwischen rechtskräftig verurteilt: Der Mann erhielt 18 Monate Haft, davon sechs Monate unbedingt, die Frau wurde zu 36 Monaten unbedingter Freiheitsstrafe verurteilt. Nach den vier weiteren Mitgliedern der Gruppe wird derzeit gefahndet.
Die couragierte Zeugin, Manuela Jöbstl aus Deutschlandsberg, wurde übrigens für ihr rasches Handeln im November 2025 mit dem Preis für Zivilcourage ausgezeichnet.