Nächste Woche darf sich Graz wieder als heimliche Chorhauptstadt fühlen, wenn von Mittwoch bis Sonntag zum bereits zwölften Mal das Festival Voices of Spirit der Landeshauptstadt eine vielstimmige Klangkulisse beschert. Zwei Jahre nachdem sich mit Ola Gjeilo einer der wichtigsten lebenden Chorkomponisten der Welt in Graz ein Stelldichein gegeben hat, darf sich die heimische Chormusik heuer auf einen weiteren Gast dieses Kalibers freuen. Der lettische Komponist Ēriks Ešenvalds ist als Artist in Residence engagiert. Er wird neben einer Meisterklasse für Komposition und einem Workshop am zweiten Festivaltag im Stefaniensaal ein Galakonzert gestalten, in dem einige seiner wichtigsten Werke zur Aufführung kommen. Mit dem Briten Stephen Layton wird ihm dabei ein weiterer namhafter Chordirigent zur Seite stehen; neben dem Vokalforum Graz kommt der Slowenische Philharmonische Chor zum Einsatz
Höhepunkt des Festivals dürfte die Uraufführung des von Ešenvalds extra für Voices of Spirit komponierten und gemeinsam mit einem Projektchor einstudierten Stücks „Set Me As A Seal“ werden, das beim Abschlusskonzert unter dem Motto „Heaven and Earth“ am Samstagabend in der Schutzengelkirche auf dem Programm steht. Wie der künstlerische Leiter des Festivals, Franz M. Herzog, verriet, wird Ešenvalds dabei nicht nur das Konzert leiten, sondern bei der Gelegenheit auch selbst singen.
Starten wird Voices of Spirit am Abend des 13. Mai mit der traditionellen Langen Nacht der Chöre im Landhaushof und an neun verschiedenen Orten in der Grazer Altstadt. 40 Chöre aus der ganzen Steiermark mit insgesamt rund 1000 Stimmen sollen Graz bei freiem Eintritt in eine Klangwolke hüllen.
An den darauffolgenden Tagen stehen dann zahlreiche Konzerte an, bei denen alle der heuer 13 Festivalchöre und Vokalensembles aus Österreich und mehreren europäischen Ländern, darunter aus Italien, Slowenien und der Ukraine zu hören sein werden. Den Ausklang des Festivals bildet am 17. Mai eine Messe im Grazer Dom.
Das strategische Hauptgewicht des Festivals sieht der organisatorische Leiter von Voices of Spirit, Alex Pfleger bei den hochkarätigen Meisterklassen und Workshops, die auch diesmal wieder angeboten werden und von denen die Renommiertesten bereits ausgebucht sind. „Der Weiterbildungsaspekt, die aktive Teilnahme für Einzelne und Ensembles, das macht unser Festival speziell“, sagt Pfleger, der Voices of Spirit nicht im Wettbewerb mit anderen Chorfestivals weltweit sieht. Einen Aufholbedarf sieht er bei der Internationalisierung: „Da waren wir vor Corona stärker, damals hatten wir auch Chöre aus den USA oder aus Korea.“ Daran möchte man wieder arbeiten, so Pfleger.
Kommendes Jahr wird mit dem Ringmasters Barbershop Quartet aus Schweden übrigens wieder ein Ensemble Artists in Residence sein. An der Teilnahme interessierte Ensembles und Chöre sind jetzt schon aufgerufen, sich für das 13. Voices of Spirit zu bewerben, das von 5. bis 9. Mai 2027 stattfinden wird. Andreas Stangl
Alle Infos unter: voicesofspirit.at