Man kennt ihn im Klagenfurter Stadtbild, den eleganten Herren mit Stock und Hut, gelegentlich mit einem verschmitzten Lächeln im Gesicht, der oft in einem speziellen Kaffeehaus anzutreffen ist. Denn seit es die beiden Kater nicht mehr gibt, die 25 Jahre mit der Familie Steiner die Wohnung teilten, geht der „sehr, sehr katzenaffine“ Literat ins Katzen-Café: „Dort hole ich mir dann meine Ration“, schmunzelt Bertram Karl Steiner. Mit feiner Ironie und spitzer Feder beobachtet und kommentiert der 77-Jährige, der am 29. April mit dem Humbert-Fink-Preis ausgezeichnet wird, die Welt, die sich für ihn um Kärnten und Frankreich dreht. Nicht nur in seinen geschliffenen Texten, sondern auch in spontan hingeworfenen Karikaturen erweist sich BKS, wie sein Namenskürzel lautet, als feinsinniger und universell gebildeter Gelehrter.

Gegen die „Buam“

Doch der langjährige Kulturjournalist kann auch anders. Mit Feder und Tastatur rückte er, dem alles National-Chauvinistische verhasst ist, gegen „die Buam“ in ihren „braunen Jankern“ aus, nachzulesen etwa in dem gemeinsam mit Erwin Hirtenfelder verfassten Buch „Tatort Koligsaal“ oder in „Kärnten. Das Heimatbuch“. Das wurde, so wie literarische Reisebücher über Triest und Venedig, von seinem langjährigen Freund Ferdinand Neumüller fotografiert.

Reisereportagen im Radio waren es auch, durch die der junge BKS erstmals auf Humbert Fink aufmerksam wurde. Damals hätte er sich noch nicht gedacht, dass er einmal durch diesen gewichtigen Publizisten zum Journalismus gebracht würde. Denn Fink war es, der Steiner einlud, für das Kultur-Ressort der Kronen Zeitung zu schreiben. Die Artikel erschienen unter dem Pseudonym „Kurt Melzer“, da BKS zu jener Zeit Angestellter des Landesfremdenverkehrsamtes war. Hinter ihm und seiner Frau Elisabeth lagen damals bereits vier Jahre in der Bretagne, wo der studierte Romanist und Historiker an der Universität in Brest unterrichtete. Die Frankreich-Liebe liegt dem aus Neunkirchen in Niederösterreich stammenden, ersten Standard-Korrespondenten und langjährigen KTZ-Journalisten in den Genen, wurde sie ihm doch von seinem Vater, dem Bildhauer und Maler Karl Steiner vererbt. Lernte der einst in Paris Fernand Léger und Le Corbusier kennen, so war es später sein Sohn Bertram, der das Libretto von Eugene Ionesco zu einer Oper über Maximilian Kolbe für Stadttheater-Intendant Herbert Wochinz übersetzte.

Rührung

Was ihm, dem dreifachen Vater und zweifachen Opa der Humbert-Fink-Preis bedeutet? „Ich kann die Rührung nicht verbergen“, gesteht BKS ernst und freut sich auf die nächsten Tage am Meer in Piran, wo er mit seiner Frau ein Häuschen besitzt. Und ja, auch dort gibt es Katzen.