Welchen Einfluss haben die Darmfunktionen auf unseren Körper?

Eine gestörte Darmflora kann viele verschiedene Auswirkungen haben. Die klassischen Symptome einer gestörten Funktion wie Verstopfung oder Durchfall sind hier nur der offensichtliche Teil. Besonders die Störungen des Immunsystems machen vielen Menschen zu schaffen. Aber auch durch Stress ausgelöste Störungen, die manchmal in chronische Erkrankungen übergehen können, sind genau zu beobachten.

Auf welche Symptome muss ich achten, wenn es um Darmgesundheit geht?
Vor allem auf neu aufgetretene Bauchschmerzen- oder Beschwerden Änderungen der Stuhlgewohnheiten, Blutbeimengungen beim Stuhl.

Ein häufiges Problem ist unter dem Schlagwort Reizdarm bekannt? Was ist das genau?Und welche Beschwerden haben die Patientinnen?

Damit sind wiederkehrende Bauchschmerzen für zumindest 1 Tag pro Woche in den letzten drei Monaten gemeint, die außerdem mit zumindest zwei der folgenden drei Kriterien einhergehen:

  • Besserung nach dem Stuhlgang
  • Verbunden mit Änderung der Stuhlfrequenz
  • Verbunden mit Änderung der Stuhlkonsistenz

Welche sind mögliche Ursachen für diese Erkrankung?
Eine genaue Ursache ist nicht bekannt. Da diese Erkrankung oft nach einer akuten Darminfektion bestehen bleibt, geht man in der Regel davon aus, dass das Nervensystem des Darms durch unterschiedliche Durchlässigkeiten der Darmschleimhaut irritiert wird.

Wie wird das Reizdarmsyndrom behandelt?
Hier sind symptomunabhängige allgemeine Therapieverfahren von medikamentösen symptomorientierten Therapien zu unterscheiden.

Allgemeine Maßnahmen sind zum Beispiel: Ernährungsberatung, vor allem die Empfehlung einer FODMAP-armen Diät. Die Anwendung von Prä- und Probiotika, aber auch von lokal wirksamen Antibiotika, oder komplementäre Therapieansätze können in Erwägung gezogen werden.
Psychische Komponenten können z.B. mittels Hypnose wirksam beeinflusst werden.

Für die symptomorientierte Therapie stehen sowohl beim durchfallbetonten, als auch beim verstopfungsbetonten Reizdarmsyndrom mehrere Medikamente zur Verfügung. Auch kann die Anwendung bestimmter Antidepressiva (auch ohne Diagnose Depression) sehr hilfreich sein. Bei krampfartigen Bauchschmerzen haben sich Spasmolytika und Pfefferminzöl bewährt.

Mag. Alexandra Fuchsbichler ist Apothekerin in Voitsberg
Mag. Alexandra Fuchsbichler ist Apothekerin in Voitsberg © KK

(Wir befragten Dr. Wurzer und Mag. Fuchsbichler)

In Kooperation mit der Österreichischen Ärztekammer und der Österreichischen Apothekerkammer