In der Gemeinsamen Agrarpolitik 2023–2027 wird der ökologische Landbau als einer der zentralen Wege für eine nachhaltige Lebensmittelproduktion sowie zur Erreichung von Umwelt- und Klimazielen anerkannt. Der Strategische Plan Sloweniens positioniert ihn als einen der wichtigsten Hebel zur Ausweitung ökologischer Flächen und zur Steigerung der Wertschöpfung in der Landwirtschaft.
In der Praxis erfolgt die Unterstützung über Direktzahlungen mit Öko-Regelungen (INP08) sowie über die ländliche Entwicklung durch Maßnahmen wie IRP18 (Agrarumwelt- und Klimazahlungen) und eine spezielle Intervention für den ökologischen Landbau, die Zahlungen für die Umstellung und die Beibehaltung umfasst. Ergänzt wird das System durch Investitionsförderungen sowie Beratung und Schulungen im Rahmen von AKIS.
Im Rahmen des Programms entstehen auch spannende Gespräche mit Landwirten aus der Region. Unter anderem war Marko Slavič zu Gast, ein ökologischer Landwirt aus Vučja vas, der viele Jahre auch am Landwirtschafts- und Forstinstitut als landwirtschaftlicher Berater tätig war, insbesondere im Bereich des ökologischen Landbaus.
Durch seine Doppelrolle als Landwirt und Berater hat er einen einzigartigen Einblick darin, wie strategische Ziele der Agrarpolitik in die tägliche Arbeit auf dem Hof übertragen werden.
Der Weg in den ökologischen Landbau als Wendepunkt
Sein Weg in den ökologischen Landbau begann im Jahr 2005, als in Pomurje die Phase der intensiven Zuckerrübenproduktion zu Ende ging. Diese war für viele Betriebe eine wichtige Einkommensquelle, und ihr Wegfall eröffnete Raum für Überlegungen zu einer anderen Ausrichtung.
Obwohl sie nicht zu den ersten gehörten, die sich mit ökologischem Landbau beschäftigten, war genau dieser Moment ein Wendepunkt, an dem sie sich ohne langes Zögern für die Umstellung entschieden.
Wie er sagt, hatten sie schon zuvor viel über ökologische Produktion nachgedacht, gelesen und Entwicklungen verfolgt, doch die Entscheidung basierte nicht in erster Linie auf finanziellen Berechnungen.
„Wir haben erkannt, dass dies der einzig richtige Weg ist“, betont Slavič und fügt hinzu, dass Landwirtschaft eine Lebensweise ist, die man wirklich lieben muss.
Der ökologische Betrieb als ganzheitliches System
Die Anfänge waren körperlich anspruchsvoll und erforderten zugleich ein Umdenken. Ihr Ziel war nicht nur die Produktion von Rohstoffen, sondern auch deren Verarbeitung und das Angebot fertiger Produkte für die Verbraucher. Die Überzeugung, dass Lebensmittel mit Liebe und Verantwortung erzeugt werden, ist für ihn ein zentrales Leitprinzip.
Seiner Meinung nach ist der ökologische Landbau ein ernstzunehmendes und professionelles System und keine romantische Vorstellung von Hobbygärtnerei. In Europa und weltweit handelt es sich um einen wirtschaftlichen Sektor, der Wissen, Technologie und durchdachte Entscheidungen erfordert – von der Bodenbearbeitung bis zur Auswahl zertifizierten Saatguts.
Er betont auch, dass ökologische Produktion langfristig nachhaltig ist, da sie auf der Erhaltung natürlicher Ressourcen basiert. Es werden keine Pflanzenschutzmittel und keine künstlichen Düngemittel eingesetzt; gleichzeitig weist er auf die Bedeutung von Stoffkreisläufen und die Vermeidung einseitiger Bodenauslaugung hin.
Kontrolle, Rückverfolgbarkeit und Vertrauen der Verbraucher
Die Tätigkeit im Rahmen des ökologischen Landbaus erfordert ständiges Lernen und Anpassen. Aufgrund seiner Arbeit im Beratungsdienst fiel es Slavič leichter, das System der Kontrollen und Zertifizierung zu verstehen, dennoch betont er die Bedeutung praktischer Erfahrung.
Das ökologische Zertifikat wird nach drei Jahren erlangt, wobei die Umstellungsphase zwei Jahre dauert, gefolgt von regelmäßigen Qualitätskontrollen der Produkte. Darüber hinaus haben sie auf dem Betrieb ein HACCP-System sowie den internationalen Standard IFS eingeführt, was die Rückverfolgbarkeit und das Vertrauen weiter stärkt.
„Wenn ein Kontrollsystem etabliert ist, wächst auch das Vertrauen der Verbraucher“, sagt er und fügt hinzu, dass Verbraucher das europäische Bio-Siegel zunehmend als Garantie für einheitliche Standards in der Europäischen Union erkennen.
Die Rolle von Fördermaßnahmen und die Entwicklung der Betriebe
Die Gemeinsame Agrarpolitik der Europäischen Union unterstützt den ökologischen Landbau seiner Meinung nach schon lange, in den letzten Jahren jedoch mit besonderem Fokus auf Investitionen und Förderung.
Slowenien hat sich zum Ziel gesetzt, bis 2027 einen Anteil von 18 Prozent ökologischer Flächen zu erreichen.
Es steht ein breites Spektrum an Förderprogrammen zur Verfügung – vom Kauf von Maschinen bis zur Unterstützung von Nebentätigkeiten und zur Deckung der Einstiegskosten in den ökologischen Landbau. Ökologische Betriebe erhalten zudem höhere Zuschüsse, was für viele ein wichtiger Entscheidungsfaktor ist.
Früher entschieden sich häufiger kleinere Betriebe für ökologische Produktion, heute steigen auch größere Betriebe ein, sogar mit 300 oder 400 Hektar. Slavič betont, dass jeder Hektar im ökologischen Landbau ein positiver Beitrag ist – unabhängig von den ursprünglichen Motiven.
Wissenstransfer als Schlüssel zum Erfolg
Seine Erfahrungen als landwirtschaftlicher Berater ermöglichten ihm, die Ziele der Politik aus mehreren Perspektiven zu betrachten. Den Wissenstransfer und die Beratung sieht er als eines der wichtigsten Elemente, ohne die selbst die besten Maßnahmen nicht die gewünschten Ergebnisse erzielen.
Die Zusammenarbeit zwischen Landwirten, Beratern und anderen Akteuren wird seiner Meinung nach immer wichtiger und wird in den kommenden Jahren noch stärker in den Fokus rücken. Nur so können nachhaltige Veränderungen im ökologischen Landbau und im ländlichen Raum erreicht werden.
Abschließend betont er, dass ein Betrieb zunächst überleben muss, doch der ökologische Landbau langfristig Stabilität, hochwertige Lebensmittel und eine intakte Umwelt gewährleistet. Seiner Überzeugung nach ist dies ein Weg, den die Europäische Union auch in Zukunft konsequent unterstützen wird.