Frauen verfügen in Österreich im Durchschnitt über deutlich weniger eigenes Vermögen als Männer und das nicht erst im Alter. Schon in jungen Jahren beginnt sich die finanzielle Schere zu öffnen. Laut einer aktuellen Erhebung von Raiffeisen Capital Management verdienen Frauen im Schnitt rund 18 Prozent weniger als Männer. Wer weniger verdient, kann weniger sparen und investieren: Ein bitterer Kreislauf, der sich im Laufe des Lebens verstärkt.

Die Gründe dafür sind vielfältig: Unterbrechungen der Erwerbstätigkeit für die Betreuung der eigenen Kinder oder Pflege von Angehörigen, Teilzeitarbeit und traditionell schlechter bezahlte Branchen. Selbst bei den ganzjährig Vollzeitbeschäftigten liegen die Bruttojahreseinkommen der Frauen um 12 Prozent unter jenen der Männer. Hinzu kommt, dass sich Frauen oft später und seltener mit Geldanlage beschäftigen. Die Studie zeigt: 52,8 Prozent der Frauen fühlen sich bei Geldanlagethemen unsicher und nur 24,2 Prozent interessieren sich für solche Themen. Das wirkt sich langfristig aus, denn wer nicht investiert, verpasst die Chance, Vermögen aufzubauen.

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Die Pensionslücke als Risiko

Besonders deutlich wird der Unterschied im Ruhestand: Frauen erhalten in Österreich im Schnitt rund 41 Prozent weniger Pension als Männer. Diese sogenannte „Gender Pension Gap“ zählt zu den höchsten in der EU. Das bedeutet: Viele Frauen sind im Alter stärker auf Partner oder Familie angewiesen und damit finanziell weniger unabhängig. 28 Prozent der alleinstehenden Pensionistinnen sind zudem armutsgefährdet.

Finanzexpert:innen empfehlen daher, möglichst früh die eigenen Finanzen aktiv zu gestalten, ganz unabhängig von der Lebenssituation. Das beginnt mit einem klaren Überblick: Welche Einnahmen und Ausgaben habe ich? Welche Fixkosten sind unvermeidbar, wo gibt es Spielraum? Ein Haushaltsplan kann helfen, ungenutzte Reserven zu finden. Wer früh startet, profitiert besonders vom Zinseszinseffekt: Schon 50 Euro monatlich können über Jahrzehnte ein beachtliches Polster ergeben. Eine kontinuierliche Weiterbildung im Finanzbereich, etwa über informative und gut verständliche Plattformen wie warumnichtanders.at, stärkt das Wissen und die Entscheidungsfähigkeit. Nicht zuletzt sollte die eigene Finanzstrategie regelmäßig überprüft und an veränderte Lebensumstände angepasst werden, denn nur so bleibt sie langfristig wirksam.

Es lohnt sich, selbst aktiv zu werden

Finanzielle Unabhängigkeit bedeutet daher nicht, große Risiken einzugehen oder sofort hohe Beträge zu investieren. Schon kleine, konsequente Schritte wirken und geben vor allem eins: Sicherheit.

Expertentipp: Finanzielle Freiheit beginnt mit Klarheit

Manfred Wilhelmer, Vorstandssprecher, Raiffeisen Landesbank Kärnten
Manfred Wilhelmer, Vorstandssprecher, Raiffeisen Landesbank Kärnten © Daniel Waschnig

Im nächsten Teil von „Finanzfit“ geht es um das Thema der richtigen Altersvorsorge.

Diese Serie erscheint als Medienkooperation der Kleinen Zeitung und wird von den teilnehmenden Unternehmen finanziell unterstützt.