Das ORF Radio-Symphonieorchester Wien, das neue Festivalorchester, umrahmt die 46 Veranstaltungen dieses Sommers. Es öffnet sich eine Welt der Poesie und der Auseinandersetzung, es gibt Raum für Träume und Platz für Gespräche, Sie entdecken Unbekanntes, lassen sich ein auf eben Entstandenes und hören Bekanntes in anderen Verwebungen. So lässt sich die Welt auf neue Weise erleben. Schwelgen in der Welt der Romantik, eintauchen in Geschichten über Freiheit, Natur durch die Brille der Musik erleben und sich im Heute spüren. Ein zarter Schwerpunkt ist Portugal gewidmet, das Land feiert 2024 den 50. Jahrestag der Nelkenrevolution und damit das Ende des autoritären Regimes. Dieser friedliche Übergang zur Demokratie wurde ausgelöst durch Musik. Es war ein Lied, das die Kraft hatte, Menschen zu bewegen, ein Lied, das Kraft gab, sich für die Freiheit einzusetzen.
Die Highlights des Carinthischen Sommers
Viva la Musica! – 6. Juli 2024
Die neue Saison wird mit Meisterinnenwerken der Romantik von Fanny Hensel, Clara Schumann und Louise Farrenc eröffnet. Das ORF Radio-Symphonieorchester Wien präsentiert sich als neues Festivalorchester, Leitung Joana Carneiro. Mit dabei ist auch die gefeierte amerikanische Pianistin Claire Huangci als Solistin.
Cuca Roseta – 12. Juli 2024
Ganz im Westen, wo der Kontinent ins scheinbar endlose Meer übergeht, dort liegt Portugal. Ein wenig abgehängt vom übrigen Europa, haben sich die Portugiesen – mehr als andere – ihre Lebensart bewahrt. Das spürt man nirgends so deutlich wie in der lichtdurchfluteten Hauptstadt Lissabon.
Eine der großen Stimmen Portugals ist Cuca Roseta. Aufgewachsen mit klassischer Musik, hat sie als Achtzehnjährige den Fado in den Bars und Lokalen ihrer Heimatstadt Lissabon für sich entdeckt. Schlagartig wusste die junge Sängerin: „Dafür bin ich geboren!“
Cello Cinema – 24. Juli 2024
FESTIVAL ARTIST Eckart Runge (Cello) und Jaques Ammon (Klavier), zwei Pantomimen und die bekannte TV-Moderatorin Ute Pichler erzählen mit Witz, Charme und Raffinesse Geschichten, die bewegen.
Sei mir gegrüßt – 26. Juli 2024
Denkt man an Schubert, denkt man an Lied. Aber Schuberts Musik schmiegt sich nicht der Sprache an oder, um mit Karl Kraus zu sprechen, sie „bespült nicht die Gedankenküste“. Schuberts Musik will den Austausch mit der Sprache, sie reagiert auf die Sprache, sie geht auf sie ein. In dieser Art der Hinwendung liegt ein Zauber, aber auch eine ganz besondere Kraft. Dieser ungewöhnliche Konzertabend ist eine poetische Reise in Schuberts Lieduniversum und verknüpft mit Leichtigkeit Werke verschiedenster Gattungen miteinander.
F.A.E. – Frei, aber einsam – 27. Juli 2024
Für den Abend des 28. Oktober 1853 war im Hause Schumann eine ungewöhnliche Überraschung geplant.
Joseph Joachim, der nach Düsseldorf kam, sollte mit einer gemeinsamen Sonate seiner Freunde Robert Schumann, Johannes Brahms und Albert Dietrich, beschenkt werden. In Erwartung der Ankunft des verehrten und geliebten Brahms-Freundes.
Gleichzeitig stand F.A.E. auch für Joachims – und Brahms’ – Lebensmotto „frei, aber einsam“.
Aus der Zeit gefallen – 28. Juli 2024
Vier Musikerinnen aus Krakau haben vor einigen Jahren ein Streichquartett gegründet: das Messages Quartet. Mit ihren Interpretationen holen sie nicht nur die Musik vergessener polnischer Komponist*innen, wie Ignace Strasfogel, zurück ins Repertoire, sondern auch die wunderbaren, zu Unrecht wenig bekannten Quartette des Brahms Freundes Friedrich Gernsheim.