KärntenÖkologie trifft auf Straße und Schiene

Bei Infrastrukturprojekten braucht es projektbegleitende Maßnahmen für den Umwelt-, Klima- und Artenschutz.

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Voraussetzung für die Umsetzung des ÖBBInfrastrukturprojektes Koralmbahn sind großflächige Begleitmaßnahmen wie Bepflanzungen entlang der Strecke BERCHTOLD LAND.PLAN (3) © KK
 

Infrastrukturprojekte sind immer auch ein Eingriff in die Natur und ihre Ökosysteme. Damit diese so schonend wie möglich bleiben und mit Mobilität und Umwelt in Einklang gebracht werden können, müssen zahlreiche ökologische Begleitmaßnahmen durchgeführt werden. Im Bereich des Wasserschutzes geht es beispielsweise darum, sowohl Wasserqualität als auch - quantität zu gewährleisten. So wird darauf geachtet, dass der Reifenabrieboder das Streusalz im Winter nicht ungereinigt in Bäche und Flüsse rinnt. „Dazu müssen Gewässerschutzanlagen geplant werden. Aber auch Lärmschutz, Aufforstung oder die Vernetzung von Lebensräumen sind wichtige Themen. Es geht darum, schützenswerte Gebiete zu bewahren oder neue Lebensräume zu schaffen“, erklärt Gustav Spener, Präsident der Ziviltechnikerkammer für Steiermark und Kärnten.

KK
Gustav Spener, Präsident der ZT-Kammer © KK

Zu den Aufgaben seines Berufsstandes gehöre es, negative Umweltauswirkungen, die Bauten im Bereich des Verkehrs leider auch mit sich bringen könnten, so gut wie möglich zu vermeiden. Die Komplexität von Großprojekten im Straßenbau aber auch bei der Erweiterung des Schienennetzes der Bahn nehme ständig. Unter anderem auch deshalb brauche es projektbegleitende Aktivitäten für den Umwelt-, Klima- und Artenschutz.

Generell, so Spener, sei einen „moderne Infrastruktur mit einem hochwertigen Straßen- und Verkehrsnetz die Voraussetzung für die Wettbewerbsfähigkeit und den wirtschaftlichen Erfolg eines Landes“. Insbesondere bei Neubauten und Erweiterungen sei es umso wichtiger, in Hinblick auf die Bewahrung schützenswerter Gebiete und Arten, die bestmögliche Lösung zu finden.

Alle Betroffenen rechtzeitig einbinden

Bei großen Infrastrukturprojekten, wie denen
von Straßen, Brücken, Tunnel oder Schienen müssen die besten Lösungen für ein menschen- und umweltverträgliches Verkehrssystem gefunden werden.

Die Planung solcher komplexen Projekte erfordert einen hohen Grad an Interdisziplinarität. Neben den Bauherren und den ausführenden Unternehmen sind zahlreiche Planende wie Ziviltechnikerinnen und Ziviltechniker aus unterschiedlichen Fachgebieten beteiligt.

Aus den Bereichen Geologie, Vermessung, Straßenplanung, Bauingenieurwesen, Tragwerksplanung, Landschaftsplanung, Architektur, Ökologie und noch viele andere müssen Expertinnen und Experten engstens aufeinander abgestimmt zusammenarbeiten, damit Bauvorhaben termingerecht, auflagenkonform und möglichst ressourcenschonend abgewickelt werden.

Dabei ist es auch notwendig, alle Beteiligten
möglichst früh an einen Tisch zu holen. Dazu zählen aber nicht nur die an der Planung und dem Bau unmittelbar beteiligen Personen - für die Akzeptanz eines Projektes ist es wichtig, alle Betroffene, wie auch die Anrainer rechtzeitig einzubinden. Partizipative Planungsverfahren,
als Teil des Planungsprozesses, können sicherstellen, dass nicht über die Köpfe der Bürgerinnen und Bürger entschieden wird.

Beispiele dafür gibt es auch entlang der 130 Kilometer langen Koralmbahn zwischen Graz und Klagenfurt, die zu den bedeutendsten Infrastrukturprojekten Österreichs zählt. Herzstück ist der 33 Kilometer lange Koralmtunnel. 200 Kilometer Bahnlinie werden modernisiert, 170 Kilometer neu gebaut. Und es sind 23 Bahnhöfe und Haltestellen, mehr als 100 Brücken und Unterführungen sowie zahlreiche weitere Tunnelbauten notwendig, damit künftig Güter schneller ans Ziel gelangen.

Zu unseren Aufgaben gehört es, negative Umweltauswirkungen, die Bauten im Verkehrsbereich leider mit sich bringen können, so gut wie möglich zu vermeiden.

Gustav Spener, Präsident der ZT-Kammer
ZT-KAMMER
Thomas Eichholzer, Vorsitzender Sektion Zivilingenieure © ZT-KAMMER

Die Fahrtzeit zwischen Graz und Klagenfurt wird nur mehr 45 Minuten betragen. Langfristig wird die Südstrecke aber unsere Umwelt schonen, sind sich Experten einig. Denn jede Tonne Fracht auf der Schiene verursache 21 Mal weniger Treibhausgasemissionen als Fahrten mit einem Lkw. Voraussetzung für die Realisierung des ÖBB-Infrastruktur-Projektes ist die Umsetzung großflächiger Begleit- und Ersatzmaßnahmen entlang der Strecke. Eines der Ziviltechniker-Büros, das für zahlreiche solcher verantwortlich ist, ist die Ziviltechniker-Kanzlei Berchtold land.plan.

„Zu unseren Aufgaben gehört die Planung und laufende Beaufsichtigung
von ökologischen Ausgleichsmaßnahmen, wie etwa Bepflanzungen und Begrünungen, die Schaffung von Lebensraumelementen seltener Tierarten oder Feuchtflächen“, so Andreas Berchtold.

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