AccessControl ac = AccessControl.getAccessControl(request);

Warum die Energie fürs Dämmen zu billig ist

Der Wohnbau boomt, Sanierungen stagnieren aber. Eine Analyse des Beratungsunternehmens Kreutzer, Fischer & Partner zeigt die Problemfelder bei der Eindämmung des Energieverbrauchs für die Gebäudeheizung auf.

© (c) Daniel Ernst - Fotolia
 

Die Argumente für eine thermische Wohnraumsanierung sind schlichtweg nicht überzeugend genug. Zu diesem Schluss kommt die aktuelle Analyse des Beratungsunternehmens Kreutzer, Fischer & Partner. Der Markt leide unter niedrigen Energiepreisen und Facharbeitermangel. Auch Förderungen wie der „Sanierungsscheck“ könnten daran nur wenig ändern, ist Andreas Kreutzer skeptisch. Denn laut hauseigenen Umfragen hätten 90 Prozent auch ohne Förderung saniert. Mit dem Sanierungsscheck der Regierung werden den Angaben zufolge maximal 15 Prozent der Investitionen gefördert. „Ursprünglich waren dafür in Summe 100 Millionen Euro pro Jahr budgetiert, mittlerweile wurde die Förderung auf nur noch rund 40 Millionen Euro gekürzt.“

Eine Frage der Förderquote

„Bei allem, was unter 30 Prozent Förderquote ist, hast du Mitnahmeeffekte“, betont Kreutzer. Als Gegenbeispiel führt er die Fotovoltaik-Förderung in Niederösterreich ins Treffen, die Anfang der 2000er-Jahre mit einer Quote von 60 Prozent sehr wohl funktioniert habe. „Tatsächliche Nachfrage entsteht, wenn man etwa ein Drittel fördert.“ Wenn sich jemand ein neues Dach um 50.000 Euro machen lasse und dafür 5000 Euro an Förderung bekommt, nehme er das Geld mit, aber es sei kein Auslöser für die Investition.

In den Jahren 2009/2010 seien in Österreich im Wohnbau noch gut 90.000 geförderte Einzelmaßnahmen und mehr als 30.000 geförderte umfassende Sanierungsmaßnahmen durchgeführt worden. Mittlerweile habe sich die Anzahl in beiden Segmenten in etwa halbiert.

5 Prozent Preisanstieg gefragt

2017 stiegen die Erlöse in der Wohnungssanierung um nur ein Prozent, wobei der Löwenanteil auf energetische Sanierungen entfallen sei. Für ein echtes Anspringen des Sanierungsmarktes bräuchte es allerdings einen spürbaren Energiepreisanstieg von 5 bis 8 Prozent, heißt es bei Kreutzer Fischer & Partner.

Unterhalb dieser Werte sei der Anreiz zu gering, in eine energetische Sanierung zu investieren. „Eine Sanierung rechnet sich nur, wenn die Energie teuer ist“, lautet das Resümee.

Was Dämmung bringt

Etwa die Hälfte der Energiekosten eines Haushaltes entfallen auf die Heizung. Um diese Kosten zu verringern, sollte im Zuge einer Sanierung immer zuerst die thermische Hülle eines Gebäudes verbessert werden. "Gute Dämmung erhöht nicht nur die Behaglichkeit der Wohnräume, sondern die Dimensionierung einer neuen Heizanlage fällt danach deutlich kleiner aus", erklärt Doris Banner, Energieexpertin von "Die Umweltberatung".

Werden Außenwände, Dach und Kellerdecke gedämmt und die Fenster getauscht, können bis zu 80 Prozent des Heizenergiebedarfs reduziert werden. Selbst eine Teilsanierung, bei der nur die oberste Geschossdecke und das Heizsystem modernisiert werden, kann bis zu 40 Prozent an Heizkosten sparen.

 

Kommentare (2)

Kommentieren
hoerndl
6
13
Lesenswert?

Ich habe auch nie verstanden,

warum Steuergelder dafür verwendet werden, um bei einem Haus in Hintertupfing zukünftigen Sondermüll durch minder qualifizierte Arbeitskräfte auf die Fassade zu kleben. Das sich diese Sanierungen wirtschaftlich nicht rechnen, wäre doch Hinweis genug, diese Förderungen zu über denken...

Antworten
selbstdenker70
4
6
Lesenswert?

...

Die Förderung von diesem Sondermüll ist durch eine Lobby entstanden. 20cm Müll aufs Haus kleben, damit man ein Raumklima erzeugt wie in einem Plasticksack ist nicht nur gesundheitlich mehr als bedenklich, auch rechnet es sich wirtschaftlich nicht. 90% der "Einsparungsberechnungen" stimmen nicht, da sie eine neuerliche Sanierung nach ca 20 bis 30Jahren nicht mitgerechnet haben.

Antworten