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ExpertentippMietrecht: Darf man einen Kachelofen nachträglich einbauen?

Ist es erlaubt, wenn in einer Mietwohnung kein Stein auf dem anderen bleibt - wie beim Einbau eines Kachelofens? Nachgefragt bei Experten der Mieterschutzvereinigung.

Gemütlichkeit in der Mietwohnung: Wie kompliziert ist das Mietrecht zum Thema nachträglicher Einbau des Kachelofens? © (c) ivan kmit - stock.adobe.com (Ivan Kmit)
 

Mit dem Beginn der Winterzeit entsteht bei so mancher Mietpartei der Wunsch nach der wohligen Wärme eines Kachelofens in der Wohnung. Um erfolgreich nachträglich einen Ofen einzubauen, müssen aber einige rechtliche Dinge beachtet werden.

Unwesentliche Veränderungen wie zum Beispiel das Anbringen eines Wandregals, neue Türanstriche oder Fliesen bedürfen keiner Genehmigung durch den Vermieter. Größere Umbauarbeiten und wesentliche Veränderungen in der Wohnung müssen aber dem Vermieter in jedem Fall schriftlich – am besten mit eingeschriebenem Brief - angezeigt werden.

Exakte Pläne beilegen

Es wird empfohlen diesem Schreiben exakte Pläne und Kostenvoranschläge beizulegen. Sollte der Vermieter dann binnen zwei Monaten nicht darauf reagieren, so gilt die Zustimmung laut Mietrechtsgesetz als erteilt. Die wesentlichen Änderungen müssen aber zumindest dem Stand der Technik entsprechen und verkehrsüblich sein, einwandfrei ausgeführt werden, die Kosten hat die Mietpartei zu tragen.

Das ist zu beachten

Wesentliche Änderungen müssen ...

... dem Stand der Technik entsprechen und verkehrsüblich sein
... einwandfrei ausgeführt werden
Und: Der Hauptmieter trägt die Kosten

Zudem darf ...

... es zu keinen schutzwürdigen Beeinträchtigungen der Interessen des Vermieters kommen
... das Haus dadurch keine Beeinträchtigung erleiden
... die Veränderung keine Gefahr für Sicherheit von Personen und Sachen bewirken.

In einer dazu ergangenen Entscheidung des Obersten Gerichtshofes hielt dieser fest: der Einbau eines 720 kg schweren Kachelofens bei Bestehen einer zentralen Wärmeversorgungsanlage ist als verkehrsunüblich anzusehen und stellt in der Konsequenz eine wesentliche Änderung des Mietgegenstandes dar.

Vorsicht bei ...

Vor dem Aufstellen eines Kaminofens ist jedenfalls vorab mit dem Rauchfangkehrer zu klären, ob der vorhandene Kamin für die geplante Feuerstätte geeignet ist. In der Folge muss der Ofen fachgerecht aufgestellt und angeschlossen werden.

Zu Wänden und Möbeln ist ein ausreichender Abstand vorgeschrieben, bei einem einfachen Kaminofen aus Metall beträgt dieser 50 Zentimeter.

In den Wänden hinter dem Kaminofen dürfen keine Strom- oder Wasserleitungen verlegt werden. Bei brennbarem Fußbodenmaterial wie Holz, Teppich oder Laminat ist eine nichtbrennbare Bodenplatte vorgeschrieben, die den Ofen überragt.

Rat und Hilfe in allen Wohnrechtsfragen

Mietervereinigung Steiermark: Tel. 050195-4300

www.mietervereinigung.at

 

 

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