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Günstig zum Architektenhaus

Traumhafte Einfamilienhäuser

Wie viel kostet ein Architektenhaus? Fünf realistische Antworten für Menschen, die beim Bauen sparen müssen. Von Daniela Bachal

© Callwey/Jury Troy Architects
 

Das eigene Haus ist noch immer der Wohntraum Nummer eins in Österreich. Wenn es um die Finanzierung geht, ist dieser Traum aber häufig ausgeträumt. Zumal sich die wenigsten mit dem Basispaket aus dem Musterhauskatalog zufriedengeben wollen und das eigentlich angestrebte individuelle Architektenhaus noch immer als unbezahlbar gilt. Dass die individuelle Lösung keinesfalls teurer sein muss als ein "Haus von der Stange", beweist ein neuer Bildband aus dem Callwey-Verlag.

Traumhafte Einfamilienhäuser

Der Titel "Traumhafte Einfamilienhäuser um 250.000 Euro" weckt zwar falsche Hoffnungen, weil damit bloß die sogenannten reinen Bauwerkkosten gemeint sind, verdeutlicht aber auch gleich das grundsätzliche Problem bei Preisangaben für Häuser: Im seltensten Fall ist klar, was genau in die Summe hineingerechnet wurde. Die "reinen Bauwerkkosten" beziehen sich in diesem Fall auf den Rohbau und die technischen Anlagen. Mitsamt weiteren Ausgaben, Steuern und Architektenhonoraren kommen die hier vorgestellten Häuser auf Gesamtbaukosten von durchschnittlich 300.000 bis 350.000 Euro. Hinzu kommen noch das Grundstück, dessen Erschließung und die Außenanlagen. Dann ist die Rechnung realistisch.

Aus diesen Einzelposten ein bezahlbares großes Ganzes zusammenzufügen, ist die Aufgabe des Architekten, der einfach die richtigen Fragen stellen muss. Diese könnten zum Beispiel lauten: Wo können mehrere Funktionen zusammengeführt werden? Wie lässt sich die Raumnutzung optimieren und Lagervolumen einfügen? Reichen nicht auch sechs bis acht Quadratmeter für ein Badezimmer? Leistet man sich einen konstruktiv aufwendigen Balkon, wenn darunter ohnehin eine Terrasse vorhanden ist? Kann man auf den Keller nicht verzichten? Wo sind Vor- und Rücksprünge im Baukörper, die nicht nur die Kosten, sondern auch die Energieeffizienz eines Gebäudes beeinflussen, wirklich nötig? Muss sich wirklich jedes Fenster öffnen lassen oder genügt zwischendurch nicht auch eine kostengünstigere Fixverglasung?

Mitunter führt übrigens auch die Integration einfachster und kostengünstiger Materialien, wie man sie aus Industriebauten kennt, zu spannenden Ergebnissen. Auf die geschickte Planung kommt es an.

Foto © Callwey/Jury Troy Architects
Foto © Callwey/Jury Troy Architects

"Haus unter den Eichen" in Österreich

Passivhaus aus Holz in Niederösterreich; HWB = 9 kWh/qm. Der akkurate Längskasten mit integrierter Loggia wurde von Juri Troy Architects als Holzriegelbau vorgefertigten Bauelementen umgesetzt. Die vertikale Lattung der Außenhaut öffnet sich teilweise zum Lichtfilter. Der Bau mit seinen 100 Quadratmetern Wohnfläche sitzt auf einem nur von außen zugänglichen Kellerfundament.

Bauzeit: Oktober 2013 bis Juni 2013

Reine Baukosten: 245.000 Euro

Gesamtbaukosten: 270.000 Euro

Foto © Callwey/TOM JANSSENS
Foto © Callwey/TOM JANSSENS

"Haus Gepo" in Belgien

Kostengünstiges Domizil im belgischen Wijgmaal. Die designaffinen Planer von Oyo schufen ein transparentes Untergeschoß, das eins wird mit dem Garten und fast keine Trennwände hat. Darauf wurde ein geschlossener Rückzugsbereich mit einer Umwandung aus Sichtbetonplatten gesetzt.

Detaillösungen wie die Symbiose zwischen I-Stahlträger und Regal im Erdgeschoß spielen auf die Bäume in der Nähe an. Warmes Holz wurde innen und an der Fassade als bewusster Kontrast zu Beton und Stahl gewählt. Hier wurde ganz auf die Wirkkraft der Materialien gesetzt.

Reine Baukosten für das 2012 errichtete, 170 m2 große Haus: 120.000 Euro.

Die Gesamtbaukosten betrugen 150.000 Euro.

Foto © Callwey/Baulampe Architekten
Foto © Callwey/Baulampe Architekten

Wohnhaus G. in Bielefeld-Senne

Der weiße Quader von Baulampe Architekten lebt optisch von den spannungsvoll verteilten Fenstern, die auch einmal bis in die Dachfläche hineingezogen werden.

Bauzeit: August 2008 bis April 2009

Wohnfläche: 125 Quadratmeter Wohnfläche

Die reinen Baukosten betrugen 205.000 Euro

Gesamtbaukosten: 245.000 Euro. Ein Keller ist auch dabei.

Foto © Callwey/Frank Vinken
Foto © Callwey/Frank Vinken

Dreieckslösung

Ein Satteldachhaus im westfälischen Telgte, bei dem das Dachvolumen mit seinen zwei Stockwerken nicht auf den Erdgeschoßwänden aufsitzt. Dem Planungsbüro Architekten Spiekermann gelang mit dem Überkragen des Grundgeschoßes dreierlei: Beschattung der Fensterflächen im Parterre, Regenschutz im Außenbereich und eine architektonische Überraschung.

Massivbau mit 180 Quadratmeter Wohnfläche.

Bauzeit: Mai 2010 bis Februar 2011.

Die reinen Baukosten betrugen 208.000 Euro.

An Gesamtbaukosten fielen für das Haus 264.000 Euro an.

Foto © Callwey/Steiner Weissenberger Architekten
Foto © allwey/Steiner Weissenberger Architekten

Zum Quadrat

Der kubische Baukörper und das Satteldach mit den Gauben war eine Vorgabe für das Familienhaus im Umland von Berlin. Steiner Weißenberger Architekten gelang mit dem Baukörper aus verputztem Poroton- Massivmauerwerk eine Neuinterpretation des Satteldachhauses. Der fehlende Dachüberstand und die bündig in die Fassade gesetzten Alurahmen der Fenster unterstreichen die klare Kubatur.

Bauzeit: April 2010 bis Mai 2011

Wohnfläche: 145,5 Quadratmeter

Die reinen Baukosten betrugen 208.000 Euro. Gesamtbaukosten: 242.000 Euro.

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