Die deutsche Gewerkschaft Verdi hat für Mittwoch einen ganztägigen Streik am Berliner Hauptstadtflughafen BER angekündigt. Betroffen sind die Bodenverkehrsdienste, die Flughafengesellschaft und die Luftsicherheit. "Der Streik findet ganztags mit Beginn der Frühschicht statt und endet am späten Abend", teilt Verdi mit. Der Airport geht nach eigenen Angaben davon aus, dass wohl "keine regulären Passagierflüge am BER stattfinden können".

Grund für den Streik sind erfolglos verlaufene Gehaltsverhandlungen. Verdi fordert für die Beschäftigten der Bodenverkehrsdienste und der Flughafengesellschaft 500 Euro mehr im Monat bei einer Laufzeit des Tarifvertrags von zwölf Monaten. Die Arbeitgeberseite fordert laut Verdi sowohl bei den Bodenverkehrsdiensten als auch der Flughafengesellschaft vor allem längere Vertragslaufzeiten.

"Den Flughafen als Bühne missbraucht"

"Der Streik findet ganztags mit Beginn der Frühschicht statt und endet am späten Abend", gibt Verdi bekannt. Der Flughafenbetreiber spricht vom Zeitraum 03.30 bis 23.59 Uhr. Vorgesehen wären für Mittwoch 300 Starts und Landungen mit insgesamt 35.000 Passagieren.

Aber bei einer solch hohen Streikbeteiligung kann der Airport operativ nicht mehr arbeiten und nicht die nötige Sicherheit garantieren.

Flughafen Berlin Brandenburg Willy Brandt (BER)
Flughafen Berlin Brandenburg
© dpa/Patrick Pleul

Verdi hat zu einer Kundgebung am Mittwochvormittag eingeladen und rechnet mit 1500 Teilnehmenden. Die Gewerkschaft kritisierte, dass es beim Bodenpersonal nach drei Verhandlungsterminen noch kein Tarifergebnis gebe. Die Gespräche sollen am 30. Jänner fortgesetzt werden. "Die Positionen der beiden Seiten liegen vor allem bei der Laufzeit des Tarifvertrages weit auseinander."

Der deutsche Flughafenverband ADV erklärt, der eintägige Warnstreik sei unangemessen und entbehre jeder Grundlage. "Eine ganze Region soll für einen kompletten Tag vom internationalen Luftverkehr abgeschnitten werden", kritisiert ADV-Hauptgeschäftsführer Ralph Beisel. Zehntausende Passagiere seien Leidtragende. "Statt die unterschiedlichen Tarifvorstellungen an einem gemeinsamen Verhandlungstisch auszutragen, wird Deutschlands Hauptstadtflughafen als öffentlichkeitswirksame Bühne missbraucht."