In der Zusammenarbeit der Länder in der Ostregion wird am künftig emissionsfreien öffentlichen Verkehr gearbeitet: Nach den vielversprechenden Testfahrten der Wiener Linien im Stadtverkehr wird der 11-Meter lange ELEC CITY Wasserstoff-Elektrobus von Hyundai nun auch im VOR-Regionalbusverkehr in Niederösterreich ausführlich getestet: Längere Strecken, höhere Geschwindigkeiten, andere Straßenbedingungen (Steigungen, Kurvenradius etc.) im Überlandverkehr stellen andere Herausforderungen dar als in einer Großstadt. Erste Erfahrungen unter den neuen Rahmenbedingungen lassen positive Rückschlüsse zu.

Emissionsfreier Pendelverkehr

Hunderttausende Pendler in und zwischen Wien, Niederösterreich und dem Burgenland sind auf eine leistbare Mobilität angewiesen. Dabei entwickelt sich das Mobilitätssystem weg von fossiler Energie hin zu einem emissionsfreien Betrieb. Der öffentliche Verkehr trägt einen großen Teil zur Mobilitätswende bei. VOR und seine Partner setzen auf Innovation und Kooperation: Nach den erfolgreichen Tests mit Akkuzügen gemeinsam mit den ÖBB, der Umsetzung eines elektrisch betriebenen Regionalbussystems im südlichen Weinviertel wird jetzt im Rahmen des Projektes H2Together der Einsatz von Wasserstoff im Regionalbuseinsatz auf Herz und Nieren getestet.

Das H2-Projekt kann aufgrund einer Zusammenarbeit zwischen Wien und Niederösterreich umgesetzt werden: In Wien Leopoldau wird der Wasserstoff-Elektrobus im Sommer 2022 verschiedenste Strecken in der Region befahren. Grüner Wasserstoff wird von Wien Energie geliefert. Die Wiener Linien ermöglichen das Testprogramm und stellen ihr bereits gewonnenes Know-how zur Verfügung.

Vorteile gegenüber Elektroantrieb

Mit einem vollen Tank schafft der Bus bis zu 550 km und kann damit die spezifischen Vorteile dieser Technologie gegenüber Elektrobetrieb anwenden. Die Betankung soll während des Testbetriebs einmal täglich stattfinden.

„Als Umweltmusterstadt haben wir in Wien schon frühzeitig auf alternative Antriebstechnologien gesetzt, wie die Elektrobusse in der Innenstadt seit mittlerweile rund 10 Jahren zeigen. Derzeit bauen wir die E-Bus-Flotte in Wien massiv aus und bereiten uns auch intensiv auf die Wasserstoff-Technologie vor. Die ersten Tests sind bereits vielversprechend und ich freue mich, dass wir die Mobilitätswende in der Ostregion auch bei alternativen Antriebstechnologien gemeinsam angehen und das Know-how aller MobilitätspartnerInnen durch Kooperation vernetzen“, so Wiens Wirtschafts- und Finanzstadtrat Peter Hanke.

Klimaneutralität

„Um bis 2040 Klimaneutralität zu erreichen, ziehen Politik, Wirtschaft und Wissenschaft an einem Strang. Der Ausbau des öffentlichen Verkehrs ist dabei ein Grundpfeiler unserer Planungen hin zur Mobilitätswende. Dabei stellt sich abseits der Schiene die Frage der Antriebstechnologie: Neben Elektroantrieb kann auch grüner Wasserstoff künftig in ausgewählten Bereichen einen wichtigen Beitrag leisten. Unsere klare Vorgabe ist jedoch, dass wir auch künftig eine umweltfreundliche, sichere und dabei auch für die Menschen leistbare und verlässliche Mobilität ermöglichen“, so der niederösterreichische Mobilitätslandesrat Ludwig Schleritzko. 

Kooperationsprojekt

Ergebnisse und Rückschlüsse aus dem Testbetrieb werden im Rahmen des Kooperationsprojektes voraussichtlich bis Ende des Jahres vorliegen. „H2Together“ ist ein Kooperationsprojekt zwischen den Projektpartnern Verkehrsverbund Ost-Region, Wiener Linien, Wien Energie und Wiener Netzen mit dem Ziel, Entscheidungsgrundlagen für den Einsatz von Wasserstoff im Regional- und Stadtbusverkehr zu schaffen, Einsatzgebiete von Wasserstoffbussen in der Ost-Region zu identifizieren. Ziel ist es, bestehende und zukünftige Wasserstoffinfrastruktur effizient zu nutzen.

Im Projekt H2Together erproben Wiener Linien, Wien Energie, Wiener Netze und Verkehrsverbund Ost-Region (VOR) erstmals einen Wasserstoff-Elektrobus im niederösterreichischen Regionalbusverkehr
© Flashface