Jahresvorschau 2022Schicksalsjahr für die E-Mobilität und die Technologieoffenheit

Die Autokonzerne bringen 2022 so viele E-Fahrzeuge wie nie zuvor. Fehlende Infrastruktur, ein veraltetes Stromnetz und fehlender Strom aus erneuerbaren Energien werfen aber neue Fragen auf. Politiker beginnen umzudenken.

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Die E-Mobilität ist ein erster guter Ansatz für die Mobilitätswende – aber es braucht weitere technische Lösungen und eine Technologieoffenheit, um den Wandel zu bewältigen © 
 

Ist das Elektroauto der Lösungsansatz aller Probleme im Mobilitätswandel – oder bringt die Fokussierung auf diese Lösung nicht auch Probleme mit sich?

Kommentare (9)
Zwickts_mi
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Andere Studien kommen zu einem ganz anderen Schluss Herr Drexler!

Schauen sie doch einmal über den Tellerrand und lesen aus der neuesten Studie von der gemeinnützigen deutschen Umwelt- und Verkehrsorganisation ICCT.

https://www.sn.at/panorama/wissen/e-autos-sind-gruener-115107982

scionescio
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Bei 200g CO2 pro kWh im Fahrbetrieb kommt ein BEV im echten Leben auf 30-40% des CO2 Ausstoßes eines Verbrenners ….

…. dazu kommt noch, dass bei der Produktion eines BEV je nach Akkugröße bis zu 70% mehr CO2 entsteht dh im echten Leben erzeugt ein BEV bei durchschnittlicher Kilometerleistung eher mehr als weniger CO2, weil kein Akku 10 Jahre und mehr halten wird, bis dieser Rucksack egalisiert ist - dazu kommt noch, dass dieser grüne Strom (weil es zuwenig davon gibt) der Waschmaschine und dem E-Herd weggenommen wird und die dann halt mit Kohlestrom betrieben werden… dem Klima ist das herzlich egal!

BEV sind eine sauteure, unsichere, unkomfortable und umweltbelastende Zwischentechnologie, die den alternativlosen Umstieg ins Wasserstoffzeitalter nur aufhalten und die Taschen der AKW Betreiber und Energieversorger füllt!

Zwickts_mi
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https://www.volkswagenag.com/de/news/stories/2020/03/battery-or-fuel-cell--that-is-the-question.html#

In ihrer Studie „Automobilindustrie 2035 – Prognosen zur Zukunft“ ließ die Unternehmensberatung jüngst detailliert untersuchen, ob sich batterie- oder wasserstoffbetriebene E-Autos künftig durchsetzen werden.
Welcher Energiespeicher hat also den besten Wirkungsgrad und ist am kostengünstigsten, um E-Autos anzutreiben? Beim batteriebetriebenen E-Auto verliert man nur acht Prozent der Energie beim Transport, bevor der Strom in den Akkus der Fahrzeuge gespeichert wird. Beim Umwandeln der elektrischen Energie zum Antrieb des E-Motors gehen dann noch einmal 18 Prozent verloren. Damit kommt das batteriebetriebene E-Auto je nach Modell auf einen Wirkungsgrad von 70 bis 80 Prozent.
Beim wasserstoffbetriebenen E-Auto sind die Verluste deutlich größer: 45 Prozent der Energie gehen bereits bei der Gewinnung von Wasserstoff durch die Elektrolyse verloren. Von diesen übrig gebliebenen 55 Prozent der ursprünglichen Energie gehen noch einmal 55 Prozent beim Umwandeln von Wasserstoff in Strom im Fahrzeug verloren. Damit kommt das wasserstoffbetriebene E-Auto nur auf einen Wirkungsgrad, modellabhängig, von 25 bis 35 Prozent. Der Vollständigkeit halber: Bei alternativen Kraftstoffen ist die Effektivität noch einmal deutlich schlechter. Der Gesamtwirkungsgrad liegt hier bei nur 10 bis 20 Prozent.

Konkret heißt das: Ein Wasserstoff-Auto verbraucht für die gleiche Strecke zwei- bis dreimal mehr Strom als das Batterie-Auto.

scionescio
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… und wieder jemand, der das grundsätzliche Problem nicht verstanden hat ….

… die angestellten Überlegungen gründen auf der Annahme, dass es ausreichend grünen Strom für alle Anwendungen gibt und dass dieser grüne Strom auch im Winter, in der Nacht, bei Flaute, bei Niedrigwasser, etc zur Verfügung steht.

Dazu müsste er einerseits gespeichert und andererseits dorthin transportiert werden können, wo er gerade benötigt wird.

In der realen Welt, macht genau dieses Verteil- und Speicherproblem (und auch das Regelproblem) den Träumern einen Strich durch die Rechnung, weil das auch in Jahrzehnten noch nicht der Fall sein wird …. und genau deshalb ist die Wasserstofftechnologie alternativlos, weil sie als Einzige nach dem aktuellen Stand der Wissenschaft diese Probleme potentiell lösen kann, bevor es durch den Klimawandel zu spät ist!

So wenig ich den Herrn Drexel im Allgemeinenen schätze - mit seinen Ansichten zur batterieelektrischen Mobilität hat er absolut Recht!

Naive, von Lobbyisten instrumentalisierte Politiker führen uns gerade ins Verderben, weil sie gar nicht in der Lage sind, die Konsequenzen ihrer sinnbefreiten Gesetze und Förderungen zu erkennen!

Zwickts_mi
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Wenn sie auf einem Wasserstofftank mit 700 Bar sitzen wollen?

Ich ganz sicher nicht! Und wie wird der Wasserstoff erzeugt? Wird Wasserstoff mit Erdgas hergestellt, ist die Bilanz miserabel – kommt der Strom dafür aus Erneuerbaren Energien, sieht es besser aus.
Als Ersatz für fossile Brennstoffe bieten Wasserstoff und Brennstoffzellenautos sicherlich Chancen. Allerdings nur, wenn die Energie aus regenerativen Energiequellen wie Photovoltaik, Wind- und Wasserkraft, Solarthermie, Geo-Thermie und Biomasse stammt. Und da haben sie genau die gleiche Abhängigkeit, wie beim Batterie Elektroauto!
Und wie sieht es mit dem Wirkungsgrad aus? 45 Prozent der Energie gehen bereits bei der Gewinnung von Wasserstoff durch die Elektrolyse verloren. Von diesen übrig gebliebenen 55 Prozent der ursprünglichen Energie gehen noch einmal 55 Prozent beim Umwandeln von Wasserstoff in Strom im Fahrzeug verloren. Damit kommt das wasserstoffbetriebene E-Auto nur auf einen Wirkungsgrad, modellabhängig, von 25 bis 35 Prozent.
Es gibt sicher Anwendungsgebiete für mit Wasserstoff betriebene Fahrzeuge, etwa LKW, Schiffe und Flugzeuge, aber PKW? Ich glaube, dass da das Netz der Wasserstofftankstellen (4 in ganz Österreich!) und die Aussicht auf einem Tank mit 700 bar zu sitzen, sehr viele vom Kauf eines Wasserstoffautos abhalten wird.

scionescio
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… bevor ich auf einem elektrischen Stuhl mit 800V wie bei einem BEV sitze …

… ist mir ein Wasserstofftank viel lieber- wie sie vermutlich auch wissen, explodiert der nur in Hollywood 😉

Ich spreche von alles entscheidenden Verteil-, Speicher- und Regelproblem und sie wiederholen wie eine tibetanische Gebetsmühle in Ermangelung anderer Argumente das nebensächliche Effizienzthema - nebensächlich, weil es selbstverständlich genug grüne Energie geben könnte, wenn man sie auch speichern und effizient verteilen könnte (was bei BEVs nie der Fall sein wird - man stelle sich ein Ladenetz in Afrika, Australien, Südamerika, Australien, etc. vor - aktuell gibt es da nicht einmal Strom für Licht …)

petera
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Ich habe seit ca. einem Jahr ein E-Auto

und würde um nichts mehr zu einem Verbrennungauto zurückkehren.

Da ich zuhause tanken kann und ich 100 Ökostrom beziehe bzw. ab diesem Jahr zu 100% selbst den Strom erzeuge, ist es für mich die ideale Lösung.
Zusätzlich versuche ich so viele Wege wie möglich mit Fahrrad und Zug/Bus zurückzulegen.

Das ist für mich die kostengünstigste und ökologischste Lösung.

Zwickts_mi
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Wir fahren seit ca. 5 Jahren ein E-Auto

und würden ebenfalls nie mehr zu einem Verbrennungsauto wechseln.
Wir haben seit ca. 5 Jahren auf dem Dach eine Photvoltaik Anlage, im Keller den Batteriespeicher mit Wechserichter und können diese Anlage auch im Inselbetrieb fahren.
Und in der Garage die Wallbox für das Elektroauto.

Voriges Jahr haben wir dann noch den letzten Stinker (Ölheizung) durch eine Wärmepumpe ersetzt. Und all dies funktioniert zur vollsten Zufriedenheit!

scionescio
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Nur eine absolute Minderheit kann es sich leisten…

…. so viel Geld für individuelle Mobilität auszugeben.

Mit dem zusätzlichen Batteriespeicher im Keller ist die CO2 Bilanz natürlich tiefrot und sie verursachen mit ihren Akkus eine große Menge Sondermüll!

Ihr Inselbetrieb ist im Winter nicht der Rede wert - insgesamt also sauteuer, klimaschädlich und umweltbelastend … man muss schon ein sehr schlechter Rechner und großer Fanatiker sein, um damit auch noch angeben zu wollen!