In DeutschlandBundesbank-Präsident: "Inflation Richtung 5 Prozent bis zum Jahresende"

Jens Weidmann gegen zu lange Fortschreibung tiefer Zinsen im EZB-Ausblick: "Laut meinen Fachleuten könnte Inflation in Deutschland Ende 2021 Richtung fünf Prozent gehen."

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Bundesbank-Präsident Jens Weidmann trägt Beschlüsse der EZB zum geldpolitischen Ausblick nicht mit
Bundesbank-Präsident Jens Weidmann trägt Beschlüsse der EZB zum geldpolitischen Ausblick nicht mit © AP
 

Bundesbank-Präsident Jens Weidmann hat die Beschlüsse der Europäischen Zentralbank (EZB) zum geldpolitischen Ausblick auf der Zinssitzung am Donnerstag nicht mitgetragen. Ihm sei "die potenziell zu lange Fortschreibung des Niedrigzinsumfelds zu weitgehend", sagte er in einem am Freitag vorab veröffentlichten Interview der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (FAZ, Samstagsausgabe).

Grundsätzlich herrsche im EZB-Rat aber Einigkeit, dass eine expansive Geldpolitik zur Zeit angemessen sei. Weidmanns Ratskollege Pierre Wunsch, der Belgiens Notenbank leitet, hatte den Ausblick ebenfalls abgelehnt. Auch aus seiner Sicht legt sich die EZB damit vorab zu stark fest.

Inflationsziel wurde geändert

Die Anpassung des Zinsausblicks war notwendig geworden, nachdem sich die Euro-Wächter vor zwei Wochen im Zuge ihres Strategie-Checks ein neues Inflationsziel gesetzt hatten. Die EZB strebt nun mittelfristig zwei Prozent Teuerung an. Bisher hatte das Ziel auf knapp unter zwei Prozent gelautet. Die Euro-Wächter wollen unter anderem nun ihre Leitzinsen solange auf dem aktuellen oder einem noch tieferen Niveau halten, bis zu sehen ist, dass die Inflation zwei Prozent erreicht und dann erst einmal so bleibt.

Meine Fachleute erwarten etwa für Deutschland zum Jahresende 2021 Raten, die in Richtung fünf Prozent gehen könnten

Jens Weidmann

Weidmann äußerte sich in dem Interview auch zur Entwicklung der Inflationsrate. Er rechnet mit einem starken Anstieg der Teuerung in der nächsten Zeit. "Meine Fachleute erwarten etwa für Deutschland zum Jahresende 2021 Raten, die in Richtung fünf Prozent gehen könnten", sagte er. Dabei seien aber vor allem vorübergehende Effekte am Werk. Längerfristig müsse man die unterschiedlichen Faktoren dennoch "genau im Auge behalten".

Für den gesamten Euroraum geht die EZB bisher für dieses Jahr von einer Inflationsrate von 1,9 Prozent aus. Sie erwartet zudem in den nächsten Monaten weiter anziehende Preise. Für das nächste Jahr rechnet sie bisher allerdings mit einer wieder schwächeren Rate von 1,5 Prozent gefolgt von 1,4 Prozent im Jahr 2023.

Kommentare (3)
hansi01
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Ob die 5% Inflation reichen?

Wenn man sich die Preiserhöhungen im heurigen Jahr ansieht werden es eher 10%. In der Baubranche liegen wir bei gut 25%. Bei einzelnen Waren z.b. Stahl oder Aluminium bei +40%. oder mehr. Ein Ende der Preissteigerung noch nicht absehbar.
Und irgendwer muss ja die vielen Milliarden mit denen die EZB den Markt jahrelang überschwemmt ja zurückzahlen. Eine große Blase die dadurch entstanden ist. Wird interessant werden wenn auch die Zinsen dann steigen. Und die Staaten und privaten Schuldner dann wesentlich höher Rückzahlungen haben.

75b4c938b8a63533cf6c6ffe692b67f5
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33
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Auf nimmer Wiedersehen erspartes Geld🤦🏻‍♂️

Na endlich einer der die Wahrheit sagt, weil jeder von uns merkt bereits die Teuerungen wenn er einkaufen geht und alltägliche Produkte kauft🙆🏻‍♂️
Mit Fünf Prozent Inflation und der 0 % Politik der EZB ist es die größte Geldabwertung der Nachkriegszeit, einfach unglaublich wie ruhig und gelassen sie über die Bevölkerung drüber fahren als ob man in einen Zug einsteigt und endlos umher fährt👣🎪

gh03
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Die Liquidierung

des Mittelstandes hat volle Fahrt aufgenommen....