Vorstandschef Carsten Spohr informierte die Beschäftigten am Montag darüber, dass der Vorstand in der kommenden Woche  über die abermalige Flottenverkleinerung entscheiden wolle, berichtet Reuters. Als Szenario sei von 30 oder mehr Flugzeugen zusätzlich zu den schon beschlossenen 100 Maschinen die Rede gewesen, erfuhr Reuters von mit dem Vorgang Vertrauten am Montag. Die Zahl der Beschäftigten, die vor der Krise noch rund 140.000 Personen betrug, müsse voraussichtlich um ein Fünftel sinken. Ein Lufthansa-Sprecher wollte sich zu den Zahlen nicht äußern und erklärte, es gebe noch keine Beschlusslage.

Bei einem Fünftel wären es mehr als 28.000 Arbeitnehmer, von der sich die Lufthansa-Gruppe trennen würde. Nach früheren Plänen waren wegen der Coronakrise, die den Luftverkehr weitgehend lahm legt, 26.000 Frauen und Männer zu viel an Bord.

Ein Viertel des Flugvolumens von 2019

Spohr habe in Aussicht gestellt, die Mitarbeiterzahl über 100.000 zu halten, hieß es weiter. Er habe die schärferen Einschnitte mit den weiter verschlechterten Geschäftsaussichten durch erneute Reisewarnungen und Quarantäne-Regeln in der Pandemie begründet. Betriebsbedingte Kündigungen seien nicht mehr zu vermeiden.

Die Lufthansa hat bisher keine langfristigen Vereinbarungen mit den Gewerkschaften der Piloten und der Boden-Beschäftigten, Vereinigung Cockpit und Verdi, zur Beschäftigungssicherung in der Krise ausgehandelt. Die Lufthansa werde heuer allenfalls 25 Prozent des Flugvolumens von 2019 erreichen, sagte der Lufthansa-Chef demnach. Ein Umsatz wie im Vorkrisenjahr von gut 36 Milliarden Euro sei in weiter Ferne.