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ForderungsübergabeSozialwirtschaft: Gewerkschaft fordert kürzere Arbeitszeit

In Wien haben am Freitag die Kollektivvertragsverhandlungen für die Beschäftigten der privaten Gesundheits- und Sozialbranche begonnen.

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++ THEMENBILD ++ PFLEGE/ALTENPFLEGE/KRANKENPFLEGE/SOZIALES/GESUNDHEIT © (c) APA/HELMUT FOHRINGER (HELMUT FOHRINGER)
 

Die Gewerkschaften haben ihre Forderung an den Vertreter der Arbeitgeber, die Sozialwirtschaft Österreich (SWÖ) übergeben. GPA-djp und vida fordern die Einführung einer 35-Stunden-Woche bei vollem Personalausgleich und gleichbleibendem Lohn und Gehalt. Die SWÖ bietet laut Aussendung eine Gehaltserhöhung über der Inflationsrate an und "möchte den Spielraum für individuelle Arbeitszeitmodelle erweitern". Die den Verhandlungen zugrunde liegende Inflationsrate des letzten Jahres wurde laut SWÖ von den Verhandlungspartnern mit 1,62 Prozent außer Streit gestellt.

Die Verhandlungen werden am 5. Dezember fortgesetzt, weitere Termine sind bereits für 15. und 29. Jänner vereinbart.

"Einzige Forderung"

Die "einzige Forderung" der Gewerkschaft wird diesmal jene nach einer Arbeitszeitverkürzung auf 35 Stunden pro Woche bei vollem Lohn- und Personalausgleich sein, wie die Verhandler im Vorfeld erklärten. In den vergangenen Jahren war man damit abgeblitzt.

Von einer Verkürzung der wöchentlichen Arbeitszeit auf 35 Stunden würden sowohl Teilzeit- als auch Vollzeitbeschäftigte profitieren, hieß es. Erstere würden 8,6 Prozent mehr Lohn bekommen, da eine geringere Berechnungsbasis automatisch eine Erhöhung des Stundenlohnes bedeuten würde. Und Letztere hätten umgerechnet mehr als 18 Tage zusätzlich Freizeit im Jahr, so die Argumentation der Gewerkschaft.

"Enormer Arbeitsdruck"

Da der Arbeitsdruck enorm sei, sei neben einem vollen Lohnausgleich auch ein voller Personalausgleich "sehr wichtig", hieß es seitens der Gewerkschaft. Eine vom Sozialministerium jüngst präsentierte Studie gehe von einem erhöhten Bedarf an Pflegekräften aus. Wer aber mehr Menschen im Pflegeberuf will, müsse den Beruf attraktiver machen. Eine 35-Stunden-Woche könnte laut Gewerkschaft eine derartige Attraktivierung sein.

Von finanziellen Rahmenbedingungen abhängig

Der Verband Sozialwirtschaft Österreich (SWÖ) als Vertreter der Arbeitgeber hat sich im Vorfeld ebenfalls zu den beginnenden Kollektivvertragsverhandlungen der privaten Gesundheits- und Sozialbranche zu Wort gemeldet.

Man wolle ein ordentliches Arbeitsumfeld bereitstellen, betonte SWÖ-Geschäftsführer Walter Marschitz. Weil viele der Dienstleistungen von der öffentlichen Hand mitfinanziert würden, sei man aber von finanziellen Rahmenbedingungen abhängig, die die Politik vorgebe: "Wir bemühen uns, zwischen diesen Rahmenbedingungen und den Interessen unserer Beschäftigten bestmöglich zu vermitteln." Gleichzeitig trage man Verantwortung für eine funktionierende Versorgung.

"In unserer sozialen Branche ist es üblich, dass die Betriebe den Beschäftigten bei der Gestaltung ihrer individuellen Arbeitszeitbedürfnisse entgegenkommen", betonte er. Darum gebe es schon jetzt eine Fülle an verschiedenen Arbeitszeitvereinbarungen und eine relativ hohe Zufriedenheit der Mitarbeiter beim Thema Arbeitszeit. "Wir wollen Arbeitszeitmodelle anbieten können, die betriebliche Erfordernisse mit den individuellen Bedürfnissen der MitarbeiterInnen verbinden. Das wollen wir erleichtern", fasste Marschitz die Position der Arbeitgeber zusammen.

Sozialwirtschaft Österreich

Vom Kollektivvertrag sind etwa 125.000 Beschäftigte erfasst.

Die Sozialwirtschaft Österreich (SWÖ) ist mit über 450 Mitgliedsorganisationen die größte freiwillige Interessenvertretung für die Unternehmen der privaten Sozial- und Gesundheitsbranche und führt die KV-Verhandlungen mit der GPA-djp und der Gewerkschaft vida.

Der Kollektivvertrag hat auch Bedeutung für andere KVs des Sozialbereichs wie Caritas, Diakonie und Rotes Kreuz.

 

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