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Deutsche BankRadikale Schrumpfkur: 18.000 Jobs werden gestrichen

Der Konzernumbau werde laut Dax-Konzern bis Ende 2022 voraussichtlich 7,4 Milliarden Euro kosten. Auch der Vorstand wird grundlegend umgebaut.

© (c) AP (Michael Probst)
 

Die Deutsche Bank bringt eine umfangreiche Neuausrichtung auf den Weg. Der Konzernumbau werde bis Ende 2022 voraussichtlich 7,4 Mrd. Euro kosten, teilte der Dax-Konzern nach einer Aufsichtsratssitzung am Sonntag in Frankfurt mit.

Die Deutsche Bank will radikal schrumpfen und lässt sich das Milliarden kosten. Das Institut kündigte am Sonntag nach einer Aufsichtsratssitzung den Rückzug aus dem weltweiten Aktiengeschäft und eine Verkleinerung des Handels an. Die bereinigten Kosten sollen bis 2022 auf 17 Milliarden Euro sinken.

18.000 Jobs werden gestrichen

Die Bank plant im Zuge ihrer Umstrukturierung bis 2022 den Abbau von rund 18.000 Stellen. Das teilte Deutschlands größtes Geldhaus am Sonntag nach einer Aufsichtsratssitzung mit. Die Bank werde damit nach dem Umbau noch rund 74.000 Vollzeitstellen haben.

Wegen der Kosten für den Umbau schreibt die Bank im zweiten Quartal einen Verlust von 2,8 Milliarden Euro nach Steuern. Bis Ende 2022 rechnet der Vorstand mit Belastungen von insgesamt 7,4 Milliarden Euro durch den Umbau.

Die Deutsche Bank gründet zudem eine interne "Bad Bank", um Bilanzpositionen abzuwickeln, die aus den Geschäftsfeldern stammen, die aufgegeben oder verkleinert werden sollen. Diese Positionen umfassen 74 Milliarden Euro an risikogewichteten Aktiva.

Auch Vorstand wird grundlegend umgebaut

Die Bank baut zudem ihren Vorstand grundlegend um. Privatkundenchef Frank Strauß und die für Regulierungsthemen zuständige ehemalige Bankenaufseherin Sylvie Matherat verlieren ihre Posten im Führungsgremium des größten deutschen Geldhauses.

Beide werden die Bank zum 31. Juli dieses Jahres verlassen, wie die Deutsche Bank am Sonntag in Frankfurt mitteilte. Bereits am Freitag hatte die Bank bekanntgegeben, dass Investmentbankchef und Konzernvize Garth Ritchie das Institut zum 31. Juli verlassen wird.

Vorstandschef Christian Sewing macht die Führung der zuletzt schwächelnden Unternehmens- und Investmentbank zur Chefsache. Rechtsvorstand Karl von Rohr, der ebenfalls stellvertretender Vorstandsvorsitzender ist, wird die Verantwortung für die Privatkundenbank und die Vermögensverwaltung mit der Marke DWS übernehmen. Risikovorstand Stuart Lewis ist künftig auch für den Bereich Compliance und die Abteilung gegen Finanzkriminalität zuständig.

Drei neue Vorstandsmitglieder ernannt

Der Aufsichtsrat der Deutschen Bank ernannte in seiner Sitzung am Sonntag zudem drei neue Vorstandsmitglieder, die zunächst Generalbevollmächtigte sein werden, bis die entsprechenden Freigaben der Aufsichtsbehörden vorliegen: Die gebürtige Amerikanerin Christiana Riley, seit Ende 2015 Finanzchefin der Unternehmens- und Investmentbank, übernimmt ab sofort die regionale Verantwortung für das Geschäft in Nord- und Südamerika.

Der bisherige SAP-Vorstand Bernd Leukert stößt zum 1. September 2019 als Vorstand für Digitalisierung, Daten und Innovation zur Deutschen Bank, um die IT auf Vordermann zu bringen. Der Anwalt Stefan Simon, der seit August 2016 Mitglied des Aufsichtsrates war, wird Chief Administrative Officer (CAO) und wird für die Beziehungen zu den Aufsichtsbehörden und für die Rechtsabteilung verantwortlich sein.

Die Ernennung von Simon zum Vorstandsmitglied will der Großaktionär Katar offenbar die Neuausrichtung der Deutschen Bank aktiv mitgestalten. Simon, der bisher die Interessen der Scheichs im Aufsichtsrat vertrat, leitete zuletzt den Integritätsausschuss im Aufsichtsrat.

Der Umbau der Deutschen Bank im Überblick

Mit einem radikalen Umbau will die Deutsche Bank dauerhaft wieder zur internationalen Konkurrenz aufschließen. Ein Überblick über die am Sonntag beschlossenen Maßnahmen:

STELLENABBAU: Rund 18.000 Stellen werden gestrichen, bis 2022 will der Dax-Konzern die Zahl der Vollzeitstellen auf etwa 74.000 senken. Auch wenn das erst einmal Aufwendungen zum Beispiel für Abfertigungen verursacht, sollen mittelfristig die Kosten erheblich sinken.

Ende März 2019 hatte die Deutsche Bank auf Vollzeitkräfte umgerechnet weltweit knapp 91.500 Mitarbeiter, davon gut 41.500 in Deutschland. Im Nordamerika-Geschäft, das vorwiegend aus den USA gesteuert wird, kam die Bank Ende vergangenen Jahres auf 9.275 Vollzeitstellen. In welchem Umfang einzelne Regionen von dem Stellenabbau betroffen sein sollen, schlüsselte die Bank zunächst nicht näher auf.

VORSTANDSUMBAU: Gleich drei Vorstände müssen gehen. Als erstes traf es Investmentbankchef und Konzern-Vize Garth Ritchie. Der Brite wird zum 31. Juli als Vorstandsmitglied zurücktreten. Der Abgang Ritchies ist keine Überraschung, schließlich gab es bereits Einschnitte im Investmentbanking. In den vergangenen beiden Quartalen schrieb die Sparte rote Zahlen. Dass Ritchie dennoch der bestbezahlte Vorstand war, sorgte für Kritik.

Gehen müssen auch Privatkundenchef Frank Strauß - trotz Fortschritten bei der Integration der Postbank - und die für Regulierungsthemen zuständige Sylvie Matherat. Die ehemalige Bankenaufseherin galt schon länger als Wackelkandidatin. Denn die Finanzaufsicht Bafin verpasste der Deutschen Bank einen Sonderaufpasser in Sachen Geldwäsche-Prävention. Auch eine Razzia Ende November 2018 wegen des Vorwurfs, Mitarbeiter hätten Kunden bei Geldwäsche geholfen, warf kein gutes Licht auf den von der Französin verantworteten Bereich.

INVESTMENTBANK: Die Unternehmens- und Investmentbank in ihrer bisherigen Form wird es nicht mehr geben. Die Deutsche Bank zieht sich aus dem Aktienhandelsgeschäft zurück. Das Handelsgeschäft, insbesondere der Handel mit Zinsprodukten, wird zudem angepasst. Um Bilanzpositionen in Höhe von 74 Milliarden Euro aus diesen Geschäftsfeldern abzuwickeln, wird eine interne "Bad Bank" gegründet. Die Investmentbank soll sich künftig auf das Finanzierungs-, Beratungs- und Zins- sowie auf das Währungsgeschäft konzentrieren.

UNTERNEHMENSBANK: Das deutsche Geschäft mit Firmenkunden und die Transaktionsbank werden in einem neuen Geschäftsbereich namens Unternehmensbank gebündelt. Die Transaktionsbank kümmert sich um den weltweiten Zahlungsverkehr sowie um Wertpapier- und Kreditgeschäfte für Unternehmen, Finanzinstitute und andere Großkunden.

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SoundofThunder
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🤔

Die nächste "Leich"? Man stelle sich vor dass man das Bargeld abgeschafft hat. Wenn dann deine Bank pleite geht kannst du ja kein Geld mehr abheben,weil es ja kein Bargeld gibt. Dann wandert dein Guthaben in die Insolvenzmasse und wirst als Nachranggläubiger mit ein paar Prozent abgespeist. Da haftet der einfache Sparer für die Bank ohne dass er etwas von etwaigen Gewinnen bekommt.

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Sepp57
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Bei der Raiffeisenkassa

in Takern II bleibt alles beim Alten. Die ham no kane Probleme . . .

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SoundofThunder
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Bei der Hausbank der ÖVP wirst keine Probleme bekommen

Zur Not springt der Steuerzahler ein. Wir haben ja auch den Anteil der Raiffeisenbank an der Hypo gestemmt. Danke Pröll!

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joe1406
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Der Scheich im Aufsichtsrat

Ist schon irgendwie lustig, dass der Steuerzahler die Banken für die Scheichs gerettet hat.

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tturbo
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Bist du dir da sicher?

War das nicht die Commerzbank?

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