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Tunnelsystem LoopTesttunnel eröffnet: Tesla-Boss will Transport revolutionieren

Elon Musks Testtunnel für futuristisches Verkehrssystem wurde in Los Angeles eingeweiht.

Elon Musk
Elon Musk © (c) APA/AFP/POOL/ROBYN BECK (ROBYN BECK)
 

Tech-Milliardär Elon Musk hat als Chef des E-Autobauers Tesla und der Raketenfirma SpaceX viel zu tun, doch das hält ihn von neuen Abenteuern nicht ab. Nun stellte der 47-jährige US-Starunternehmer mit dem Tunnelsystem Loop sein jüngstes Projekt vor.

Es soll eines Tages den Personentransport revolutionieren und Verkehrschaos in Großstädten beseitigen. Das ambitionierte Vorhaben steckt aber noch in den Kinderschuhen. Und bei der Premiere ging es ruckelig zu, obwohl man von Hochgeschwindigkeit noch entfernt ist.

"Das gottverdammte Verkehrsproblem ..."

"Endlich, endlich, endlich gibt es etwas, das glaube ich das gottverdammte Verkehrsproblem löst", sagte ein aufgeregter Elon Musk bei der Präsentation seiner Tunnelröhre in Los Angeles vor einer ausgewählten Schar johlender Gäste. Der umtriebige Tech-Unternehmer, der viel mit dem Auto unterwegs ist, hat zähem Verkehr den Kampf angesagt und verfolgt einen ehrgeizigen Plan, diesen unter die Erde zu verlegen. Sein Tunnelprojekt neben der SpaceX-Fabrik hat er sich bereits zehn Mio. Dollar (8,8 Mio. Euro) kosten lassen.

 

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US-SCIENCE-TECHNOLOGY-COMPUTERS-TRANSPORT-TUNNEL-BORING-MUSK Foto © (c) APA/AFP/POOL/ROBYN BECK (ROBYN BECK)

Doch was Musks Tunnelfirma The Boring Company bislang ausrichtet, hält sich noch in Grenzen. Das jetzige Show-Event, bei dem eine gut 1,8 Kilometer lange Röhre vorgestellt wurde, die als Teststreckenabschnitt für Größeres dient, wurde von Reportern als "holprig" bezeichnet. Bei der präsentierten Version des Loop-Systems wird man zunächst in Teslas Elektro-SUV Model X per Fahrstuhl zur unterirdischen Tunnelstrecke hinabgelassen, wo die Fahrt beginnt.

240 Kilometer pro Stunde

Der Tunnel selbst ist nicht viel breiter als das Auto. Die Idee ist, dass an die Vorderräder einfahrender Fahrzeuge eine Art waagerechte Stützräder angebaut werden, die sie dank Schienen an den Wänden in der Spur halten. Das Auto fährt dann mit eigenem Antrieb durch die Röhre. Musk verspricht, man werde mit über 240 Kilometern pro Stunde unterwegs sein können. In Video-Projektionen, die Musk und die Boring Company über ihre Social-Media-Kanäle verbreiten, sieht das alles auch schon sehr futuristisch und beeindruckend aus.

Bei den Testfahrten für die Medien war ein weißer Tesla Model X mit fest angeschraubten Seitenrädern allerdings deutlich langsamer unterwegs. Laut Musk kam man noch nicht dazu, den Boden ordentlich zu glätten. So geriet auch eine Fahrt mit bis zu 80 Kilometern pro Stunde ziemlich holprig, wie Reporter von CNBC und "Washington Post" berichteten. In dem Tunnel ist zunächst probeweise nur ein einziger Wagen im Einsatz. Der ursprüngliche Plan war, die Fahrzeuge durch die Tunnel auf schnell fahrenden kleinen Plattformen zu befördern.

 

Eigentlich denkt Musk ohnehin noch viel größer. Seit Jahren schon promotet er das Hochgeschwindigkeits-Transportsystem Hyperloop, an dem auch eine Reihe anderer Firmen forschen. Auch wenn der Loop der Boring Company damit nur indirekt zu tun hat, brachte Musk bereits Kombinationen ins Gespräch, wie eine Untergrund-Magnetbahn, die in rasantem Tempo zwischen New York City und der US-Hauptstadt Washington fahren soll. Bislang sind das allerdings nur Planspiele.

In LA indes musste die Boring Company zuletzt auch einen Rückschlag hinnehmen. Sie musste auf eine ihrer geplanten Röhren verzichten, nachdem Anwohner und Umweltschützer rechtlich dagegen vorgegangen waren. Das im Dezember 2016 gegründete Unternehmen hatte Musk zunächst als kultige Nebenbeschäftigung ins Leben gerufen, die mit dem Verkauf von Fanartikeln wie Mützen und Flammenwerfern die Nachfrage seiner eingefleischten Anhängerschaft bediente. Inzwischen hat sich daraus eine ernstzunehmende Infrastrukturfirma entwickelt.

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