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Handels-KVVierte Runde gescheitert: Aktionen ab 8. Dezember

Die Kollektivvertragsverhandlungen für die mehr als 400.000 Handelsangestellten brachten auch in der vierten Verhandlungsrunde kein Ergebnis. Am 8. Dezember, dem zweiten Einkaufssamstag im Advent, folgen nun gewerkschaftliche Aktionen.

PROTESTAKTION VON HANDEL-BETRIEBSRÄTEN VOR DER WKO AM DIENSTAG
PROTESTAKTION VON HANDEL-BETRIEBSRÄTEN VOR DER WKO AM DIENSTAG © (c) APA/ROBERT JAEGER (ROBERT JAEGER)
 

Gut zehn Stunden hat die vierte KV-Runde im Ringen um den neuen Handels-KV gedauert - doch sie brachte wieder kein Ergebnis. Die Gewerkschaft will nun den Druck massiv erhöhen. „Wir werden nun den Weg von öffentlichen Aktionen und betrieblichen Aktivitäten einschlagen, die ab 8. Dezember starten", so Franz Georg Brantner (GPA-djp). Bei den Angestellten in den Handelsunternehmen herrsche "großes Unverständnis über die starre Haltung der Arbeitgeber". Diese kontern gleichlautend: Es herrsche "völliges Unverständnis" darüber, dass das gebotene Gesamtpaket abgelehnt wurde.

Damit ist der Weihnachtsfriede also nicht gewahrt, denn am kommenden Samstag steht auch der zweite große Einkaufstag im Advent an.

Wann sich Gewerkschaft und Arbeitgeber erneut treffen, steht noch nicht fest. Der heutige Termin war der Letzte, der offiziell vereinbart wurde.

Keine Einigung beim Handels-KV

Angebot von 2,35 Prozent "inakzeptabel"

Laut Gewerkschaft lag das "Letztangebot der Arbeitgeber" bei 2,35 Prozent Gehaltssteigerung. Das zeige von "von einer Geringschätzung der Leistungen der Angestellten", wird kritisiert. "In praktisch allen Branchen, die in den letzten Wochen KV-Abschlüsse erzielten, lagen diese über der 3 Prozent-Marke. Es gibt keinen nachvollziehbaren Grund, warum ausgerechnet die Angestellten im Handel bei der heurigen Gehaltsrunde keinen angemessenen Anteil an der Wirtschaftsleistung der Branche bekommen sollen“, so die Verhandlerin der GPA-djp Anita Palkovich.

 

Das Letztangebot der Arbeitgeber in der Höhe von 2,35 Prozent Gehaltssteigerung zeugt von einer Geringschätzung der Leistungen der Angestellten.

Anita Palkovich, Verhandlerin der GPA-djp

Keine Einigung beim Handels-KV

Bei Arbeitgebern herrscht "völliges Unverständnis"

Die Arbeitgeberseite kontert, es herrsche "völliges Unverständnis", dass nach stundenlangen, zähen Verhandlungen kein Ergebnis erzielt werden konnte. "Die GPA-djp hat unser Top-Angebotspaket für mehr als 400.000 Handelsangestellte und 15.000 Lehrlinge ausgeschlagen. Dabei kann sich auch unser monetäres Angebot zur Erhöhung der Gehälter um 2,35 bis 2,65 Prozent mehr als sehen lassen. Das sind immerhin bis zu 30 Prozentpunkte über der Inflationsrate", so Chefverhandler Peter Buchmüller, Obmann der Bundessparte Handel der Wirtschaftskammer Österreich.

Handels-KV

Bei den Verhandlungen geht es um die Gehaltserhöhungen und rahmenrechtlichen Änderungen für über 400.000 Angestellte und 15.000 Lehrlinge im Einzel-, Groß- und Kfz-Handel. Der Abschluss gilt ab Jänner 2019.

Darüber hinaus biete der österreichische Handel "seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern mehr Freizeit: Am 24. Dezember sollen die Geschäfte eine Stunde früher schließen, also um 13:00 statt um 14:00. Damit würden die Handelsbetriebe den Beschäftigten am Heiligen Abend eine Stunde mehr (Familen-)Freizeit schenken. Das ist in den Augen der Arbeitnehmervertreter allerdings nichts wert. Wir sehen das - wie sicher auch die Beschäftigten im Handel - aber deutlich anders", so Buchmüller.

Dass die Gewerkschaft dieses umfangreiche Gesamtpaket ablehnt, zeigt, dass sie nicht im Sinne der Handelsangestellten handelt.

Peter Buchmüller, Handelsobmann
Neben dem Gehaltsplus umfasse das Angebot der Arbeitgeber auch eine deutliche Erhöhung der Lehrlingsgehälter um bis zu 10 Prozent, weiters die Möglichkeit einer 4-Tage-Woche, die Förderung von Aus- und Weiterbildung - etwa durch leichteren Zugang zur Bildungskarenz - sowie die Forcierung altersgerechter Arbeitszeitmodelle wie Altersteilzeit.

"Deutliche Gehaltserhöhung kann nicht ersetzt werden"

„Es ist zwar richtig, dass es im Rahmenrecht und bei der Lehrlingsentschädigung qualitativ gute Angebote gab, diese können aber eine deutliche Gehaltserhöhung, die die Beschäftigten im Börsel spüren, nicht ersetzen“, so Palkovich. Auch die Vorsitzende der GPA-djp, Barbara Teiber betont: „Die Beschäftigten können sich auf die volle Unterstützung der gesamten Organisation bei der Durchsetzung ihrer Forderungen verlassen. Das Angebot der Arbeitgeber ist inakzeptabel.“

Wann geht's weiter?

Buchmüller: "Auch von den angekündigten Protestmaßnahmen der Gewerkschaft am 8. Dezember lassen sich die Arbeitgeber nicht irritieren“, so der Handelschef. Ein nächster Verhandlungstermin sei derzeit noch nicht in Sicht, "die Verhandlungspartner werden sich aber bemühen, noch einen Termin vor Weihnachten zu finden".

 

Kommentare (10)

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zafira5
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2,35 Prozent????

Haben die Arbeitgeber im Handel das rechnen verlernt?

Was ist mit den versteckten Teuerungen von 10% und mehr.
Z.B. werden Molkereiprodukte von den Molkereien um 5% verteuert
und um wieviel werden diese Produkte im Handel teurer????

Sicher um mehr als 5% aber die Schuld wird wieder auf die Bauern abgeschoben da diese vieleicht für die Milch um 1 Cent je Liter mehr verlangen.

Die Teuerungen die sowieso auf uns zukommen (Energie, Wohnen
Treibstoff) interessieren die da oben auch nicht.

Wichtig ist das die Chefetagen um 10% mehr bekommen.

Konsumenten habt ein Herz für die Handelsangestellten und geht
nicht mehr am Abend und Samstag nachmittag einkaufen sondern so wie früher einmal dann werden die Öffnungszeiten automatisch reduziert.

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KlausLukas
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Streik

und zwar gleich am 8. und am 15. Dezember. Die Arbeitgeber sollen einmal zu verstehen beginnen, dass sie ohne Arbeitnehemer nichts sind. Die 2,35% schreien nach Klassenkampf. Und wenn es am 17. Dezember nicht die 3,5% gibt, dann gleich am 22. Dezmber und am 24. Dezember streiken. Nur jetzt haben sie die Möglichkeit ein Ergebnis auf Augenhöhe zu erzielen.

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glashaus
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Warum

geht es immer erst nach Warnstreiks? Die Vertreter der WKO haben einfach nichts gelernt. Also ist ein Streik mehr als gerechtfertigt. Zudem sollte der WKO auch mal von den eigenen Mitgliedern ordentlich auf die Finger geklopft werden.

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altbayer
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8.Dezember

Als 8. Dezember Einkaufsverweigerer finde ich, dass den ganzen 8. Dezember gestreikt wird. Aber keine grosse Aktion, einfach daheim bleiben.
Sollten am 8.Dezember Gewerkschaftsaktionen durchgeführt werden,
dann bekommen die Gewerkschafter 100% Überstunden bezahlt, und die Handelsangestellten fallen um ihren Feiertag und ihr Gehalt und ihre Provisionen.

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Mr.T
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Also 2,35 % sind total inakzeptabel


Da hilft nur eins.... STREIK

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Butterkeks
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...

Wenn man sich die Abschlüsse anderer Branchen ansieht, dann sind 2,35 Prozent eindeutig inakzeptabel. Eigentlich ist alles unter 3% nicht zu akzeptieren.

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SoundofThunder
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🤔

Warum verhandeln KurzIV und Strache nicht für die Arbeitnehmer? Sie wünschen sich doch einen guten Abschluss der Verhandlungen 😏! Das ist doch genau die Branche die die Arbeitszeitflexibilisierung am meisten zu spüren bekommt!

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Balrog206
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Sound

Weil für das verhandeln der KV deine Vertreter bezahlt werden , oder sollen die noch weniger als wenig arbeiten !

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Balrog206
7
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Sound

War ein Denkfehler von mir 😉 deine verhandeln ja e !

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docholliday
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Mir scheint,

Das sind nur scheinverhandlungen um sich als gewerkschaft aufspielen zu können, in form einer Erpressung.

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