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Drei bittere JahreGoPro: Wie der einstige Vorreiter in die tiefe Krise rutschte

GoPro galt noch vor drei Jahren als Börsenstar und Kamera-Revolutionär. Jetzt steckt das Unternehmen tief in der Krise und will "wenige Sachen besser machen".

© Sabine Hoffmann
 

Im November mussten 200 Mitarbeiter gehen - 15 Prozent der Belegschaft. Jetzt kommt es für das GoPro-Team zum nächsten großen Aderlass. Der vor allem bei Extremsportlern beliebte US-Kamerahersteller streicht erneut hunderte Stellen. Der einst so hochgejubelte Konzern ist endgültig in der Krise angekommen. Aber wie kam es dazu? Und warum ging das so schnell?

Noch vor drei Jahren schien alles eitel Wonne. In zahlreichen Medien erschienen Berichte über die "Erfolgsgeschichte GoPro", der Gründer, Nick Woodman, wurde als genialer Strippenzieher und Neo-Milliardär bejubelt. Auch, weil die Geschichte des braun gebrannten und durchtrainierten Woodman gut erzählbar war.

Ein junger Mann hatte sich gemeinsam mit seinem Surfbrett auf die Reise gemacht, die großen Ziele lauteten Australien und Indonesien. Weil Woodman seine Erfahrungen auch irgendwie festhalten wollte, bastelte er an einer wasserdichten Kamera für das Handgelenk.

GoPro-Gründer Nick Woodman
GoPro-Gründer Nick Woodman Foto © KK

Das war 2002 und aus dem Selbstversuch wurde bald ein Start-up und später ein gigantisches Unternehmen, das Outdoor-Kameras auch gegen Kälte oder Hitze bestehen ließ. Bis 2012 verdoppelt GoPro seinen Umsatz Jahr für Jahr, bald überschritt er die magische 500-Millionen-Dollar-Marke. Investoren wie Foxconn beteiligten sich, die Bewertung des Unternehmens lag zeitweise bei mehr als zwei Milliarden Dollar, Felix Baumgartner sprang ausgestattet mit fünf Kameras aus der Weltraumkapsel.

GoPro war zum Synomym für eine Kamera-Gattung geworden, auch, als Konkurrenten aus dem asiatischen Raum bereits ähnliche Produkte auf den Markt brachten. Die starke Marke wurde zum Problem, ohne, dass es zunächst jemand bemerkte. Als alle GoPros kauften, waren diese längst keine GoPros mehr. Sondern die deutlich günstigeren Konkurrenz-Produkte von Xiaomi & Co.

Und plötzlich, das Weihnachtsgeschäft 2015 gilt als Zäsur, spielten die großen Zahlen ein falsches Spiel mit Woodman und GoPro. Im ersten Quartal 2016 halbierte sich der Umsatz, der Verlust überschritt mit 107,5 Millionen US-Dollar eine dieser magischen Grenzen, die in den Jahren davor stets positiv überflugelt wurden.

Aus 90 Dollar wurden 8 Dollar

Auch das groß angkündigte Experiment mit einer Kamera-Drohne ging in die Hose, heute liegt der Aktienkurs bei knapp 8 Dollar (7,5 Euro). Noch im Herbst 2014 kosteten GoPro-Papiere über 90 Dollar. Hatte sich der Kurs des einstigen Börse-Stars nach dem IPO 2014 innerhalb von drei Monaten mehr als verdoppelt, raschelte er in den nächsten eineinhalb Jahren um 90 Prozent in die Tiefe.

Jetzt soll die Restrukturierung das Überleben sichern. Man wolle "weniger Sachen besser machen", heißt es aus dem Konzernmanagement. Mit weniger muss mittlerweile auch Gründer Nick Woodman auskommen. Forbes strich ihn aus der Liste der Milliardäre. 

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