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KV-Verhandlungen

Rüsten für den Marathon: Hartes Match bei den Metallern

Die Gewerkschaften haben im Vorfeld den Druck massiv erhöht. Bei der heutigen vierten KV-Verhandlungsrunde des größten Metallerverbandes soll eine Entscheidung gefunden werden. Sonst drohen Betriebsversammlungen.

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Bei den traditionell sehr schwierigen und langwierigen KV-Verhandlungen des Verbandes spießt es sich heuer daran, dass die Arbeitgeber noch kein Angebot vorgelegt haben, wie viel Lohn- und Gehaltserhöhung sie anbieten. Die Industriellen, in den meisten Fällen Familienbetriebe, wollen, dass zuerst die Gewerkschaften von ihrer 3-Prozent-Forderung herunter steigen. "Die drei Prozent sind willkürlich", so Knill. Gibt es heute keine Einigung, dann wird es - wie schon in den Jahren zuvor - Betriebsversammlungen als gelinde Vorstufe zum Streik geben, haben die Chefverhandler der Gewerkschaften, Rainer Wimmer (Pro-GE) und Rudi Wagner (GPA), schon nach der zweiten ergebnislosen KV-Runde angekündigt.

Knill sprach in der Vorwoche von einem „üblichen Aufbauschen und Vorgeplänkel“. Er sei trotz aller Unstimmigkeiten zuversichtlich, „dass wir zu einem Ergebnis kommen“. Klar sei aber, „dass das eine lange, eine sehr lange Verhandlung wird“.

Wie viel diese Betriebsversammlungen der Industrie kosten würden, konnte Knill heute nicht beziffern. Ein Gehaltserhöhung um ein Prozent koste der Branche jedenfalls rund 60 Millionen Euro.

Streit um die Inflationsrate

Spannend wird, wie jedes Jahr, der Streit um die Inflationsrate. Traditionell wird dazu die Rate der vergangenen zwölf Monate herangezogen, für die heurigen KV-Gespräche wären das 0,8 Prozent. Da die Teuerungsrate aber zuletzt wieder angezogen hat und das WIFO für die kommenden fünf Jahre eine Inflation von 1,7 Prozent prognostiziert, schielen die Arbeitnehmervertreter lieber Richtung künftiger Teuerung.

FMMI-Geschäftsführer Bernd-Thomas Krafft betonte heute vor Journalisten, dass die Industriebranchen heuer alle unter 1,5 Prozent Lohn- und Gehaltsplus abgeschlossen hätten. Und Ulrich Schuh, wissenschaftlicher Vorstand des EcoAustria-Institutes für Wirtschaftsforschung, ergänzte, dass die ursprünglichen Wachstumsprognosen der Forscher sehr optimistisch gewesen seien und nun bereits nach unten revidiert wurden. Grundsätzlich lasse sich sagen, dass sich Österreich von der Wirtschaftskrise des Jahres 2008 noch nicht erholt habe. Das Produktivitätswachstum sei "über Jahre hinweg schlecht". Dazu käme noch eine überdurchschnittlich hohe Abgabenquote, so Schuh.

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