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Wie schön die Zeit verrinnen kann

Die Uhrmachermeisterin Maria Hollerer aus Bad Radkersburg haucht Uhren neues Leben ein. Die geschickte Handwerkerin plädiert gerade bei alten Stücken für Achtung vor dem Handwerk.

Auch privat ist Maria Hollerer von Uhren begeistert. Ihr Lieblingsstück: Ihre Armbanduhr, ein persönliches Andenken © Maximilian Wolf
 

Dem aufmerksamen Betrachter sticht beim Flanieren über den Hauptplatz von Bad Radkersburg ein kleiner aber feiner Juwelier ins Auge. Tritt man durch die Türen von Maria Hollerers Unternehmen wird man von einem ausgewählten Schmucksortiment begrüßt. Doch der wahre Schatz des Unternehmens bleibt auf den ersten Blick noch verborgen: Im hinteren Teil des Ladens führt die Uhrmachermeisterin und Juwelierin mit viel Geschick Reparaturen und Servicearbeiten an sämtlichen Uhrentypen durch. In ihrem Juweliergeschäft wird Kuckucksuhren, Pendeluhren und exklusiven Armbanduhren neues Leben eingehaucht. Hollerer wird von ihren Kunden aufgrund ihres technischen Fachwissens rund um alle erdenklichen Uhrentypen geschätzt. „Auch wenn wir für manche große Uhrenmarken nicht als Servicebetrieb zertifiziert sind, sind wir dennoch in der Lage, dieses professionell durchzuführen." Die Herausforderung, herauszufinden, was an einer Uhr defekt ist und dies wieder zu richten, reizt Hollerer dabei am meisten.

Von ganz klein bis ganz groß: Zwischen einer filigranen Taschenuhr und einer Kuckucksuhr etwa liegt ein großer handwerklicher Spagat Foto © Maximilian Wolf
Die charismatische Südoststeirerin hatte schon früh einen Bezug zu ihrem Beruf. Das Juweliergeschäft wurde noch in ihrer Kindheit durch ihren Vater gegründet. „Ich habe meinen Vater bei der Arbeit beobachten können und bei seinen Gesprächen mit den Kunden – das hat mich geprägt. Auf diese Art und Weise bin ich in das Handwerk hineingewachsen." Nach der Pflichtschule besuchte Hollerer vier Jahre lang die Fachschule für Präzisions- und Uhrentechnik in Karlstein an der Thaya. Darauf folgt ein Jahr der praktischen Ausbildung im väterlichen Betrieb und die Meisterprüfung. „1993 habe ich schließlich nach einigen Jahren in Deutschland das Geschäft meines Vaters übernommen."
Hollerers Geschäft wurde in ihrer Kindheit von ihrem Vater gegründet. Die Uhrmachermeisterin ist so mit dem Betrieb gewachsen Foto © Maximilian Wolf
In der Zwischenzeit ist Maria Hollerer zur Haus- und Hofjuwelierin von Bad Radkersburg avanciert. Auch immer mehr Urlaubsgäste kommen mit ihren kaputten Uhren zur charmanten Juwelierin. „Manche der regelmäßigen Urlaubsgäste nehmen schon ihre beschädigten Uhren und ihren Schmuck hierher mit, um ihn von mir richten zu lassen." Qualitätsarbeit spricht sich eben herum.
Maria Hollerer weiß gerade auch alte Uhren sehr zu schätzen. „Dachbodenfunde sollte man nicht unbedacht wegwerfen“ Foto © Maximilian Wolf
Doch die Uhrmachermeisterin führt nicht nur Reparaturen an Uhren durch. Manchmal fertigt sie diese auch selbst. „Hin und wieder, wenn sich die Gelegenheit dazu ergibt, entstehen auch Stücke in vollkommener Neuarbeit." Auch wenn dies nicht dem Tagesgeschäft entspricht, bereitet es Maria Hollerer dennoch große Freude. „Was allerdings oft neu angefertigt werden muss sind Einzel- und Ersatzteile für Uhren." Diese benötigt man für exotische Stücke oder alte Uhren. Hierfür am Markt Ersatzteile zu finden gestaltet sich oft als schwierig. Gerade bei alten Uhren ist es Hollerer ein großes Anliegen, für deren Wert und Schönheit bei den Kunden ein Bewusstsein zu schaffen. „Bei älteren Uhren zahlt es sich in vielen Fällen noch aus sie reparieren zu lassen." Diese sind aufgrund ihrer handwerklichen Beschaffenheit oft langlebiger als ein preislich vergleichbarer moderner Ersatz. „Zum Glück gibt es aber viele Liebhaber, die das alte Handwerk noch zu schätzen wissen."

Alle Artikel dieser Serie finden Sie auf: www.kleinezeitung.at/kunsthandwerk

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