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Schöner die Saiten nie klingen

Das Paradies für jeden Gitarristen liegt mitten in Graz und das gleich drei Mal: Die Gitarrenbauer Daniel Furian, Christoph Seewald und Michael Cadiz schaffen meisterhafte Stücke von Hand.

Mit einer billigen Gitarre fällt es schwerer, das Instrument zu erlernen. Wer auf Qualität setzt, hat mehr Freude am Saitenspiel © Maximilian Wolf
 

Dass das Bauen von Gitarren mehr als ein Beruf für Michael Cadiz ist, fällt dem aufmerksamen Betrachter schon beim Betreten seinerWerkstatt ins Auge. An einem Werktisch hobelt Cadiz lange Späne von einer Gitarrendecke. Neben ihm Rupert Hofer, selbst Geigenbau- und Innungsmeister der Landesinnung Kunsthandwerke auf Besuch bei seinen Grazer Berufskollegen. Michael Keckler-Cadiz ist einer von drei Instrumentenbauern in Graz, die sich auf den Gitarrenbau spezialisiert haben. Während sich Cadiz auf den Bau von klassischen spanischen Konzertgitarren fokusiert hat, findet man bei Daniel Furian individualisierte E-Gitarren und E-Bässe, Christoph Seewald restauriert neben dem Bau von Spezialinstrumenten Sammlerund Liebhaberstücke. „Wie hat sich dein Geschäft entwickelt, seit du 2018 hier in Graz Gitarren baust?“, fragt der Geigenbaumeister den Gitarrenbauer. „Die hiesige Szene wird zunehmend auf mich aufmerksam und meine Gitarren verkaufen sich jetzt stärker in Europa“, freut sich der gebürtige Amerikaner. Besonders großen Wert legt er auf die Auswahl des Holzes. Seine Gitarren sind Auftragsarbeiten für Händler, Profimusiker und Liebhaber. Interessierte Kunden können ihn über seine Homepage kontaktieren.

Cadizs Konzertgitarren entstehen in kompletter Handarbeit – sogar die kunstvollen traditionellen Einlegearbeiten Foto © Maximilian Wolf

Etwas anders ist die Situation seines Fachkollegen Christoph Seewald, der nächste Stopp auf Rupert Hofers Besuchsrunde. Seine Kunden finden hauptsächlich durch Mundpropaganda zu seiner Werkstatt in der Brandhofgasse, aber auch durch seine Website: „Wenn man beständig gute Arbeit leistet überlebt man damit.“ „Das Problem ist, dass viele den Unterschied zwischen einem gut gebauten und einem billigen Instrument nicht kennen. Mit einer billigen Gitarre fällt es schwerer, das Instrument zu erlernen“, führt Rupert Hofer aus. Aktuell arbeitet Christoph an einer Kontragitarre für Schrammelmusik. Bei der Restaurierung der alten Gitarren setzt er ausschließlich Materialien aus der Zeit der Erbauung ein. Dadurch wird der Wert wieder hergestellt.

Christoph Seewald mit seinem Lehrling Abbas Ebrahimi. Er ist der einzige der drei Gitarrenbauer, der einen Lehrling ausbildet Foto © Maximilian Wolf
Seewald ist der einzige der drei Gitarrenbauer, der bei sich einen Lehrling ausbildet. Abbas Ebrahimi  ist aktuell im zweiten Lehrjahr. Stolz präsentiert Ebrahimi Hofer seine erste komplett selbstgebaute Gitarre – eine Konzertgitarre. „Ein wirklich schönes Stück“, zeigt sich der Innungsmeister beeindruckt.

Auch Daniel Furian von 13 Custom Instruments spielt mit dem Gedanken, in Zukunft einen Lehrling aufzunehmen. „Das wäre der vierte Lehrling im Streich- und Saiteninstrumentenbau in der Steiermark“, freut sich Hofer. Aktuell möchte sich Daniel jedoch auf die Anfertigung eines größeren Kontingents an lagernden Instrumenten konzentrieren – sein Verkaufsraum lässt schon jetzt jedem E-Gitarren- und Bass-Fan das Wasser im Munde zusammenlaufen.

Rupert Hofer (links) mit Daniel Furian vor dessen bis ins letzte Detail den Vorstellungen seiner Kunden angepassten Gitarren und Bässen Foto © Maximilian Wolf
 „Ich stecke viel Herzblut in meine  Arbeiten. Da werden naturgemäß viele Arbeitsstundennichtbezahlt.“ Eines seiner Lieblingsstücke: Eine E-Gitarre für einen Musical-Gitarristen. In der dunklen Beleuchtung konnte dieser nie die Punktmarkierungen erkennen – Furian hat dazu LEDs im Griffbrett verbaut. Das Sahnehäubchen beim Instrumentenbau ist die perfekte Einstellung der Gitarre auf den zukünftigen Besitzer – gerade für Profimusiker ist das interessant. „Ein Service, den nur ein Fachmann oder eine Fachfrau bieten kann“, betont Hofer.

Geheimtipp des Landesinnungsmeisters Rupert Hofer:
Die schönsten Ostergeschenke entstehen im steirischen Kunsthandwerk und werden auf vielen Ostermärkten ausgestellt. Hier finden brave Osterhasen ein Herz fürs Detail, kreative Handwerkstechnik und altbewährte Designs, geschickt mit Neuem verbunden – kurz: Geschenke mit Wertigkeit. Ein besonderer Tipp ist der Ostermarkt auf dem Schloss Burgau vom 16. 3. bis zum 20. 4.

wko.at/stmk/kunsthandwerke

 

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