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Von einem zeit- und rastlosen Zeitmesser

Was kann ein Uhrmacher bedauern, der sich seinem Beruf mit Leib und Seele verschrieben hat? Dass die Zeit zu schnell verrinnt und letztlich zu wenig davon für das eigentliche Handwerk übrig bleibt

Der Uhrmachermeister Horst Koller ist stolz auf sein breites Uhrensegment in Feldbach. Seine beiden Geschäfte und den Großhandel hat er selbst aufgebaut © Robert Hirschmugl
 

Das wunderschöne Gewölbe erinnert an Ali Babas Schatzhöhle, denn an allen Ecken und Enden gleißt es von herrlichem Geschmeide, von der zartrosa Perlenkette bis hin zum geschmackvoll verzierten Ring. Herr über all diesen Schmuck und zudem über unzählige Uhren, egal, ob fürs Handgelenk oder die Westentasche, ist Horst Koller. Der Absolvent der Bundesfachschule Karlstein war zu seiner Zeit mit 19 Jahren der jüngste Uhrmachermeister Österreichs und entstammt bereits in dritter Generation einer Uhrmacherfamilie. Wobei er aber zurecht stolz darauf ist, sich seine beiden Geschäfte und den Großhandel, alle laufen unter dem Namen Koller&Koller, selbst aufgebaut zu haben.

Berufswunsch. Seit 25 Jahren ist Koller nun am Feldbacher Hauptplatz selbstständig, seit 2001 gibt es die Filiale in Mühldorf. Ursprünglich wäre er gerne Architekt geworden, aber seine Eltern wollten ihn als Uhrmacher sehen. „Uhrmacher ist ein wunderschönes Gewerbe, man braucht aber Zeit undRuhe dafür“, unterstreicht Koller. Bei seiner Ausbildung als technischer Zeichner kam ihm seine Liebe zur Architektur jedenfalls sehr entgegen. „Grundsätzlich ist der Uhrmacher ein Spinner, weil die Uhren immer das tun, was sie wollen“, schmunzelt der vierfache Vater und recht hat er, denn wenn man eine antike Uhr repariert, kann es gut sein, dass im selben Moment, in dem ein Fehler behoben wird, ein anderer auftaucht.

Geheimtipp des Landesinnungsmeisters Rupert Hofer

Die Tradition der Firmungsuhr hat wieder Saison. Dem Firmkandidaten wird damit in Erinnerung gerufen, dass er ab sofort erwachsen ist und sich die von Gott geschenkte Zeit selbstständig und sorgfältig einteilen darf und soll. Heute gibt es bereits unzählige Alternativen zur goldenen Uhr, analog und digital.
Kunsthandwerke Steiermark:
wko.at/stmk/kunsthandwerke


Regionalität. Im Gespräch ergibt sich vieles und gerade in der Region kommen über Empfehlung zahlreiche Kunden, um etwas zu kaufen oder reparieren zu lassen. Neben AUA-Piloten lassen sich Kurgäste aus dem nahe gelegenen Bad Gleichenberg gerne in Ali Babas Wunderhöhle blicken und schauen auch immer wieder vorbei, denn „hier fühlen sie sich wohl und ehrlich behandelt“. Ein Pärchen kam extra aus Wien nach Feldbach, weil in der Hauptstadt kein passender Verlobungsring zu finden war. Horst Koller hatte gerade einen bestellten Ring fertig konfiguriert und zeigte ihn her. Genau so einen wie diesen wollte das Paar haben. Am 23. Dezember kam der Bräutigam in spe dann aus Wien angereist und holte das edle Stück, um es seiner Angebeteten unter dem Christbaum anstecken zu können. „Wir Juweliere sind so verschwiegen wie Ärzte und Rechtsanwälte“, verrät Koller, „mir ist lieber, ein Mann kauft für seine Frau und seine Freundin bei mir ein, als er kommt gar nicht“.
Kkleine und kleinste Teile, die nur mittels spezieller Uhrmacherlupe genau zu sehen sind Foto © Robert Hirschmugl

Geschmack. Wussten Sie übrigens, dass amerikanische Frauen für cremefarbene Perlen alles geben würden, während hierzulande zarter Roséschimmer Frauenherzen schmelzen lässt? Horst Koller muss das wissen, wenn er aus den jährlichen Kollektionen nach dem Geschmack der Region, aber auch seinem eigenen, edle Stücke auswählt. Sie werden zur Probe angefertigt und wenn sie gefallen, für die Kundinnen und Kunden bestellt. Dem Uhrmacher ist wichtig, dass nur Ware von höchster Güte über seinen Ladentisch geht und das Betriebsklima stimmt. So kann er jeden Abend mit gutem Gewissen schlafen gehen und seinen Kindern ein Umfeld hinterlassen, das sie in der Region hält und glücklich werden lässt.
Ein ungewöhnliches, von Koller selbst verfertigtes Stück Foto © Robert Hirschmugl

Steirisches Kunsthandwerk: Von Türdekos bis zu Hackbrettern

Türdekorationen aus Naturmaterialien wie Heu, Kräutern und Blumen gestaltet Monika Absenger aus Gnas. Als Hausfrau und Mutter suchte sie vor 20 Jahren eine neue Herausforderung und fand sie im Verein EigenArt, den sie nunmehr leitet. Absenger gestaltet auch individuelle Stücke aus Papier, erhältlich in der Ottersbachmühle in St. Peter am Ottersbach.

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Neben Dekorationsartikeln bietet Monika Absenger Kreatives aus Papier

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Naturmaterialien wie Altholz und Stein verbindet Tanja Marko aus Unterlamm mit Keramik und Draht zu fantasievollen Stücken, die sowohl das Auge erfreuen als auch die Schönheit der Natur zum Ausdruck bringen. Jedes Stück ist ein Unikat und regt die Fantasie des Betrachters an. Erhältlich sind Markos Werke in ihrem Atelier und auf Märkten, u. a. in der Tierwelt Herberstein.

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Natur und Fantasie verbindet Tanja Marko in ihren Schaustücken

Jean Van Luelik

Fachgerechte Reparaturen von Klein- und Großuhren sind das Metier von Maria Hollerer aus Bad Radkersburg. Sie liebt die Arbeit mit schönen und funktionellen Dingen und die Herausforderungen, die jedes einzelne Stück mit sich bringt. Der Betrieb der Familie besteht seit 1965 und hält neben dem ehrwürdigen Handwerk des Uhrmachers die schöne Tradition der Firmungsuhr hoch.

Foto Schleich

Gute, individuelle Beratung hat einen hohen Stellenwert für Maria Hollerer

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Gespräche mit einheimischen Musikern haben Pankraz Schadler dazu inspiriert, vom Tischler zum Instrumentenbauer zu werden. Seit 2005 stellt der leidenschaftliche Musiker nun aus Ahorn- und Fichtenholz gefertigte Hackbretter her, oftmals auch mit dem steirischen Panther geschmückt. In der Region Kirchbach hat das Instrument übrigens Tradition und wird seit dem 15. Jahrhundert gern gespielt.

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Hackbretter ganz nach den Wünschen der Musiker baut Pankraz Schadler

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