WirtschaftspreisPrimus 2018: Das waren die Nominierten

Bei der Verleihung des Primus 2018 standen steirische Top-Betriebe im Rampenlicht, die in den fünf Kategorien Geistesblitz, Mut, Global, Nachhaltigkeit und Stille Größe antraten

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© (c) Juergen Fuchs (FUCHS Juergen)
 

Mit dem Primus zeichnet die Kleine Zeitung bereits seit 2007 Jahren Unternehmen aus, die durch zukunftsweisendes Handeln herausragen. Innovation, Mut, Durchhaltevermögen und Erfindergeist: Alles Attribute, mit denen steirische Unternehmer auch in schwereren Zeiten stets aufs Neue punkten. Auch mit dem Primus 2018, dem großen Preis der steirischen Wirtschaft, werden jene Betriebe – vom Einzelkämpfer bis zum Großunternehmen – vor den Vorhang gebeten, die es am besten verstehen, mit außergewöhnlichen Ideen und Leistungen bestehen.

Im Rampenlicht standen steirische Top-Betriebe, die in den fünf Kategorien Geistesblitz, Mut, Global, Nachhaltigkeit und Stille Größe prämiert wurden. Allen Nominierten im Überblick.

Die Nominierten in der Kategorie Mut

Den Mutigen gehört die Welt. Mutig – und heiße Kandidaten für den Primus – sind Unternehmer, die sich nicht scheuen, neue und unkonventionelle Wege zu gehen und dabei nachhaltige Spuren zu hinterlassen. Gefragt sind auch Unternehmen, die erfolgreich Nischen besetzen, kräftig in den Ausbau ihrer Standorte investieren und sich selbst bei wirtschaftlichem Gegenwind durch Hemdsärmeligkeit und Unternehmergeist auszeichnen.

SCHEUCHER HOLZINDUSTRIE: Treueschwur für den Standort

Der Parkettspezialist Scheucher ist ein traditionell gewachsenes Familienunternehmen in vierter Generation, das edle, vielseitige Parkettböden in mehr als 40 Länder weltweit liefert. Trotz fortschreitender Internationalisierung in der Kundenstruktur zeichnet sich das Familienunternehmen durch eine ungebrochene und mutige Standorttreue aus. Durch millionenschwere Investitionen wurde in der Südoststeiermark eines der modernsten Fertigparkettwerke Europas geschaffen. Bereits seit mehr als 100 Jahren fertigt das Unternehmen am Standort Mettersdorf - derzeit erfolgt ein 13,5 Millionen Euro teurer Ausbau, der weitere 50 neue Arbeitsplätze in einer sonst nicht gerade begünstigten Wirtschaftsregion schafft. Von der Produktentwicklung bis hin zu Produktion und Vertrieb werden alle Schritte der Wertschöpfungskette am Standort umgesetzt. Rund 210 Mitarbeiter, vorwiegend aus der Region, finden damit einen Arbeitsplatz. Der Leitgedanke: „Nachhaltig wirtschaften, sich gesund weiterentwickeln und nachhaltig für Arbeitsplätze in einer eher strukturschwachen Region sorgen.“ Die Exportquote liegt bei 75 Prozent, globale Handelspartner werden regelmäßig in die Steiermark gelotst.

ELEKTRO VIVOT: Familienbetrieb neu aufgebaut

Wenn es um Einsätze in Extremlagen geht, die beispielsweise in besondere Höhenlagen führen oder in entlegene Erdteile, findet sich ein Spezialist dafür in St. Barbara im Mürztal. Das Elektrotechnikunternehmen Vivot wird in vierter Generation geführt - das Angebotsspektrum reicht u. a. von Installationen über weltweite Serviceeinsätze und Industriemontagen bis hin zu Fotovoltaikanlagen und Automatisierungstechnik. Ein Spezialgebiet: die Unterstützung von großen Industriebetrieben bei Einsätzen auf der ganzen Welt, von Ägypten bis Sibirien, von Mexiko bis in die Antarktis. Das war nicht immer so. Der Chef des Betriebs, Jörg Vivot, war 20 Jahre als Elektromeister fix und sicher bei einem großen Industrieunternehmen angestellt. Als das vom Urgroßvater gegründete Elektrounternehmen Elektro Krug/Elektro Vivot 2009 in die Insolvenz schlitterte, kündigte er diese sichere Anstellung - und das nur fünf Jahre vor dem möglichen Eintritt in den Ruhestand. Er baute den Familienbetrieb wieder völlig neu auf. Heute leitet er das Unternehmen gemeinsam mit seinen Sohn Lukas. Mittlerweile ist die Mitarbeiterzahl wieder auf 13 gestiegen, aufgrund der guten Auftragslage werden weitere Mitarbeiter gesucht.

EVA POLESCHINSKI: Mit Mut & Chic die Modewelt erobert

Lässt sich von der Steiermark aus ein eigenes Modelabel mit internationaler Strahlkraft aufbauen? Im Fall von Eva Poleschinski kann die Frage mit Ja beantwortet werden. Die heute 33-Jährige hat bereits im Alter von 23 mit ihrem eigenen Modelabel von Österreich aus eine internationale Karriere gestartet. Eva Poleschinskis Designs sind heute in allen großen internationalen Modemagazinen zu finden. Die Designerin präsentierte ihre Kollektionen mittlerweile u. a. in New York, Paris oder Tokio und war bereits zweimal bei den Golden Globes vertreten (als Ausstatterin des deutschen Models Barbara Meier). Eva Poleschinski wird in der Modewelt dahin gehend charakterisiert, dass sie Trends und Strömungen bereits sehr früh erfasst. Diese Trends werden dann individuell auf höchstem handwerklichen Niveau unter Verwendung von hoch klassischen Materialien umgesetzt. „Materialmix, Individualität und Extravaganz“ sind weitere Attribute, die der jungen Oststeirerin in der Fachwelt zugestanden werden. In der Modebranche alles andere als selbstverständlich: Produziert wird ausschließlich in Österreich. 2014 wurde sie zur „Designerin of the Year“ gewählt.

Die Nominierten in der Kategorie Geistesblitz

Am Anfang allen wirtschaftlichen Treibens steht immer noch die zündende Idee. Doch Ideen kann man weder kaufen, noch befehlen. Umso preisverdächtiger sind Unternehmen, die zündende Ideen erfolgreich auf dem Markt umsetzen konnten.

NUKI: Das Smartphone als Schlüssel

Schon heute gilt: Nuki Home Solutions, gegründet in Graz, ist ein europaweit führender Anbieter von smarten, nachrüstbaren Zutrittslösungen. Die Vision des Unternehmens zielt darauf ab, bestehende Türschlösser intelligenter zu machen und damit den physischen Schlüssel zu ersetzen. Gesperrt wird mittels Smartphone. Seit dem offiziellen Marktstart Ende 2016 wurden über 30.000 „Smart Locks“ verkauft und die Expansion nach Deutschland, Frankreich, in die Benelux-Länder, die Schweiz und Großbritannien erfolgreich vorangetrieben. Zuletzt sorgte man gar international für Aufsehen, weil sich der zweitgrößte Türschlossbauer der Welt, der in New York börsennotierte Milliardenkonzern Allegion, am Start-up mit 23 Prozent beteiligte. Allegion setzt schon jetzt jährlich zwei Milliarden US-Dollar um und will nun im digitalisierten Bereich wachsen. Nuki und sein nachrüstbares Schloss - kompatibel mit allen europäischen Schließzylindern - soll dafür in Europa das wichtigste Puzzlestück werden. Die Grazer forcieren jetzt das Wachstum noch stärker und bauen die Organisation aus. Aus den aktuell 30 Mitarbeitern sollen in den nächsten beiden Jahren doppelt so viele werden.

SCHROTT24: Metalle mag man eben

Diese digitale Plattform der Altmetallbranche kommt aus der Steiermark: Schrott24 bietet eine Technologie-Plattform zum direkten Einsehen von Metallankaufspreisen und zum Verkauf von Altmetallen. Da die Preise für Metalle täglich schwanken, ist es sehr schwer, den tatsächlichen Wert der Materialien zu ermitteln. Telefonische Preisvergleiche zwischen verschiedenen Schrotthändlern waren daher unumgänglich. Mit dieser Plattform ändert sich das. Altmetalle sind ein wichtiger Rohstoff, für den sich ein bedeutender Markt entwickelt hat. Das Unternehmen hat zuletzt etwa zwei ausgemusterte Airbus A310 der belgischen Regierung zerlegen lassen, die verschiedenen Metalle wurden durch Trennverfahren voneinander getrennt und recycelt. Mittlerweile zählt das Portal über 5000 Kunden - darunter renommierte Namen wie Rewe, Porr, Voestalpine, Siemens oder Magna. Gemeinsam mit Alexander Schlick hat Jan Pannenbäcker Schrott24 im Jahr 2016 gegründet. Im letzten November schließlich konnte der Einstieg des US-Investors FJ Labs verkündet werden. Dieser investierte schon in Unternehmen wie Alibaba, Delivery Hero oder Flexport.

SMAXTEC: Der vernetzte Kuhstall

Aus einem Forschungsprojekt hat sich seit 2009 ein erfolgreiches Produkt für den Einsatz auf weltweiten Märkten entwickelt. smaXtec setzt auf ein Sensorensystem, das im Magen von Kühen Daten zu Körpertemperatur, Bewegung oder Futterverhalten erfasst und in Echtzeit an zugehörige Software sendet. Anhand dieser Werte weiß der Landwirt beispielsweise sofort, ob in Kürze ein Kalb zur Welt kommt oder die Futterqualität stimmt. Die Übertragung und Analyse der Daten funktioniert völlig automatisch und der Landwirt erhält die wichtigsten Informationen praktisch per Push-Nachricht auf sein Handy. Mittlerweile ist das steirische Produkt auf den weltgrößten Rinderfarmen in 25 Ländern im Einsatz. Im US-Bundesstaat Oregon wurde jüngst ein familiengeführter Betrieb mit 1500 Kühen damit ausgestattet, in Abu Dhabis Oasenstadt al-Ain bekamen die ersten 130 Tiere eines 3000-Kuh-Betriebs die Sensoren. Insgesamt hat das Grazer Jungunternehmen damit bereits über 30.000 Sensoren an die Kuh gebracht, künftig will man sich auf „Österreich, Deutschland und 10 bis 15 wichtige andere Märkte weltweit“ fokussieren, wie Geschäftsführer Stefan Rosenkranz erzählt.

Die Nominierten in der Kategorie Nachhaltigkeit

Global denken, regional lenken und dabei soziale Wärme im Betrieb nicht vergessen. Gefragt sind hier umweltbewusste Unternehmen ebenso wie solche, die Geld und Hirnschmalz in die Nachwuchspflege, in soziale Initiativen sowie Weiterbildung investieren.

E2T: Solarstrom vom eigenen Balkon

Bald kann sich jeder sein kleines Solarkraftwerk auf dem Balkon zu Hause installieren: Die nötige Technologie dafür entwickelte das Grazer Start-up E2T. Das System heißt SolMate und besteht aus vier leichten Fotovoltaikpaneelen und einer Speichereinheit, die an einer gewöhnlichen Steckdose angesteckt wird. Über die Steckdose wird der selbst erzeugte Solarstrom in das Netz des Haushalts gespeist. E2T ist ein Spin-off des Instituts für chemische Verfahrenstechnik der TU Graz. SolMate entstand als „Nebenprodukt“ der Entwicklungsarbeit von drei Kollegen. Im Mai 2017 gründeten sie rund um Geschäftsführer Christoph Grimmer das Unternehmen, das derzeit im Grazer Science Park beheimatet ist. Der Innovationskern des Produkts ist die Messtechnologie. Sie ist in der Lage, so E2T, den aktuellen Strombedarf eines Haushalts von einer beliebigen Steckdose aus zu messen. Ab Herbst soll SolMate in Österreich und Deutschland auf dem Markt sein - Kostenpunkt 2500 Euro. Vertriebspartner werden Unternehmen und Energieversorger wie die Energie Steiermark und die Energie Graz sein. „Erstmals können damit auch Bewohner von Stadtwohnungen ihren Grünstrom erzeugen“, so Grimmer.

BERGHOFER-MÜHLE: Drei Schwestern retten alte Mühle

Viele hätte es wohl nicht gegeben, die im Jahr 1999 diesen Betrieb hätten übernehmen wollen. Mit dem EU-Beitritt war das Mühlenkontingent gefallen, eine Reihe kleiner Müllerbetriebe gab unter dem Druck der großen auf. Nicht so die drei Berghofer-Schwestern Diana, Liane und Isabella. Vor 19 Jahren traten sie an die Stelle ihres Vaters und führen die rund 800 Jahre alte Mühle in Fehring, am Ufer der Raab, nun in sechster Familiengeneration. Das Ziel war, ein altes Handwerk und ein Wahrzeichen der Wirtschaftsgeschichte erfolgreich in die Zukunft zu führen. Unter dem Preisdruck verlor Berghofer zwar einige große Bäckereien in Graz als Abnehmer des Mehls. Dafür wuchs aber die Produktpalette des hauseigenen Shops zu einer beachtlichen Größe. Hier findet sich nicht nur Mehl (das immer noch an regionale Bäckereien geliefert wird), sondern auch diverse Backmischungen, Getreideprodukte, Naschereien, Kürbiskernöl und sogar Kürbiskernöllikör. Diana ist die Müllermeisterin, Liane lebt ihre Berufung zur Pädagogin in der „Ersten Österreichischen Mühlenschule“ aus, Steuerberaterin Isabella hat die Zahlen fest im Griff. Insgesamt beschäftigt der Betrieb neun Personen.

PIA AUTOMATION: Lokale Initiative macht Karriere

Die PIA Automation ist eine international aufgestellte Unternehmensgruppe und bietet technisch komplexe und wirtschaftlich ausgereifte Automatisierungslösungen an. Sie ging nach einer Übernahme aus der früheren M&R hervor. PIA ist auf drei Kontinenten tätig (vor allem als Zulieferer für die Autoindustrie). Zwei in Grambach entwickelte Initiativen - die „PIA Academy“ für Aus- und Weiterbildung sowie „PIA Life“ als Plattform für die Work-Life-Balance - werden an allen weltweiten Standorten implementiert. So werden beispielsweise regelmäßig interessierte Senioren zu einem „Schnupperlernen“ eingeladen. Im Laufe eines Vormittags vermitteln Lehrlinge, was man in der Ausbildung heutzutage können muss. Im Gegenzug berichtet die ältere Generation über ihre Lehrzeit, was sich geändert hat und wie sie mit Fragestellungen umgehen würden, mit denen sich Lehrlinge aktuell auseinandersetzen. Seit Jahresbeginn wird das soziale Engagement der einzelnen PIA Standorte zudem unter dem Dach der „PIA Foundation“ gebündelt. Bei allen Maßnahmen sieht man sich als Partner, der Unterstützung in Form von Know-how, aktivem Handeln oder Spenden bzw. Sponsoring zur Verfügung stellt.

Die Nominierten in der Kategorie Stille Größen

Vor allem unter steirischen Familienbetrieben wimmelt es von Beispielen, die oft unbemerkt von der Öffentlichkeit eine unglaublich gute Entwicklung hinlegen und über Jahre und Generationen hinweg zu wirtschaftlichen Dauerbrennern zählen. Mit dem Primus der Kategorie „Stille Größe“ sollen diese Unternehmen aufs Podest gehoben werden.

HOLLER TORE: Tor in die Welt aufgestoßen

Ein bemerkenswertes Familienunternehmen, das seit 1992 hochwertige Industrietore aus Aluminium fertigt und mit hauseigener Forschung & Entwicklung auf dem Weltmarkt eine Nische besetzt - Holler Tore ist auch Inhaber zahlreicher Patente und Musterschutz-Zertifikate. 86 Prozent werden exportiert, die Produkte aus Leitring sind auf allen Kontinenten im Einsatz - zuletzt gab es u. a. einen Millionenauftrag der British Royal Air Force. Namhafte Kunden vertrauen auf die individuell gefertigten Industrietorsysteme „Made in Leibnitz“ - darunter eine Vielzahl von Autokonzernen, aber etwa auch die Flughäfen von Graz bis Amsterdam, von Frankfurt bis Paris sowie Seehäfen wie Rotterdam, Melbourne, Dubai. Auch in Airbus-Werken sowie im Euro-Tunnel findet sich das Know-how des Unternehmens. Das Werk wurde 2012 um die größte Pulverbeschichtungsanlage des Landes erweitert. Auch aktuell wird massiv in den Standort investiert, es entsteht ein neues F&E-Zentrum, was auch für neue hochwertige Arbeitsplätze in der Region sorgt. Holler Tore ist es binnen 25 Jahren gelungen, vom kleinen Handwerker, der private Tore erzeugte, zum globalen Lieferanten von individuellen Torlösungen aufzusteigen.

"Der Steirerhof": Der Mitarbeiter als Erfolgsgarant

Das 160-Zimmer-Haus „Der Steirerhof“ in Bad Waltersdorf ist das einzige Fünf-Sterne-Hotel in der Steiermark und kann sich in den verschiedensten Branchen-Rankings seit Jahren im Spitzenfeld behaupten. Im Relax-Guide konnte das Thermenhotel heuer beispielsweise zum sechzehnten Mal in Folge die „vier Lilien“ einheimsen. In der Begründung hieß es u. a.: „Das Ambiente verströmt Wohlfühlatmosphäre gepaart mit bodenständigem Luxus, Zimmer wählt man aus sieben Kategorien, sie offerieren gediegene Interieurs, die zwar allesamt vor Kurzem erneuert wurden, aber ungebeugt vor aufreizenden Modeströmungen oder gar avantgardistischen Verrenkungen verharren - erfrischend, das!“ Drei Viertel der Gäste sind laut der Hotelführung Stammgäste, auf die 160 Zimmer kommen 190 Beschäftigte, acht von zehn Steirerhof-Mitarbeiter kommen aus der Region, zum Teil sind sie seit Anfang an dabei, also bereits 25 Jahre im Betrieb. Neben der regionalen Wertschöpfung werden auch die Naturschauspiele der gesamten Umgebung entsprechend in Szene gesetzt. Das Steirerhof Garten-Spa ist beispielsweise von insgesamt gut 60.000 Quadratmetern Naturgarten umgeben.

MFL LIEZEN - Spitze auch in der Ausbildung

Die MFL-Maschinenfabrik Liezen und Gießerei ist auf Engineering und Fertigung von Einzel- und Serienteilen bis hin zu komplexen Maschinen und Anlagen spezialisiert - sie kommen u. a. in der Bahn- und Autoindustrie sowie in der Umwelttechnik weltweit zum Einsatz. Hochqualifizierte Engineering-Teams bieten die Umsetzung von Projekten von der Idee bis zum fertigen Produkt an. Bei hochbeständigen Roststäben für Verbrennungsanlagen, sie müssen einer Hitze von bis zu 1000 Grad Celsius standhalten und werden weltweit ausgeliefert, ist die MFL europäischer Spitzenreiter und Marktführer. Seit mehr als 70 Jahren ist MFL auch ein großer und sicherer Arbeitgeber im Großraum Liezen, was durch kontinuierliche Millioneninvestitionen in den Unternehmensstandort auch für die nächsten Jahre sichergestellt werden konnte. Das sichert Wertschöpfung und Arbeitsplätze in der gesamten Obersteiermark. Diese hohe regionale Verwurzelung und das nachhaltige Bekenntnis zum Standort sind auch durch eine intensive Lehrlingsausbildung, die seit Jahren im Haus vorangetrieben wird, gegeben: Zahlreiche Führungspositionen sind heute mit einstigen MFL-Lehrlingen besetzt.

Die Nominierten in der Kategorie Global

Diese Kategorie richtet sich an Unternehmen, die beispielsweise besonders hohe Exportquoten aufweisen und mit ihren Innovationen stets bemüht sind, neue und spannende Auslandsmärkte zu erobern und damit ihre Chancen auch über den Grenzen nützen.

AMS AG: In jedem Smartphone mit dabei

Ihre Produkte sind allgegenwärtig. Die Chips und Sensoren der ams AG sind in den meisten Smartphones verbaut. Apple, Samsung, Huawei & Co. vertrauen bei modernsten Anwendungen, etwa in Sachen Gesichtserkennung, auf Technologie aus der Steiermark. Hier, in Premstätten südwestlich von Graz, liegt auch weiterhin das Headquarter - trotz globalem Wachstum. So kam erst im vergangenen Jahr ein Mikrosensorenwerk in Singapur dazu.
1500 der weltweit insgesamt 11.000 Mitarbeiter sind in der Steiermark beschäftigt. Die Trendkurve bei der Beschäftigung zeigt parallel zum Auftragsvolumen weiterhin nach oben. 2017 wurde dank spektakulärer Zukäufe die Umsatzgrenze von einer Milliarde Euro überschritten. Im Interview mit der Kleinen Zeitung ließ ams-Boss Alexander Everke erst jüngst wissen, weltweit „noch einige Tausend Leute“ einstellen zu wollen.
Entstanden ist die ams aus einer Kooperation von American Micro Systems und der Voestalpine Anfang der 1980er-Jahre. Seither ist die Gruppe durch Übernahmen und Ausweitung der Geschäftsfelder massiv gewachsen. Erst Anfang dieser Woche wurde für das erste Quartal 2018 ein Umsatzwachstum von 147 Prozent vermeldet.

3GSM: 3D-Pläne für die Berg-Bearbeitung

In beiden Fällen ist der Berg die Bühne, aber die Nutzungsperspektive unterscheidet sich grundlegend: Während man im Tunnelbau auf Haltbarkeit des geschaffenen Hohlraums im Berg setzt, geht es im Bergbau vor allem um eine Sprengplanung oder Volumenermittlung einer Zerstörung. Für beide Szenarien liefert das Grazer Unternehmen 3GSM eine selbst entwickelte Software, die eine Analyse des zu bearbeitenden Gesteins möglich macht. Aus digitalen Fotos, teilweise von Drohnen gemacht, werden dabei von 3GSM entsprechende 3D-Modelle erstellt. Damit können Gebirgs- und Geländeoberflächen vermessen, die geologische Beschaffenheit analysiert und die Produktionskosten gesenkt werden. 3GSM wurde 2002 vom Grazer Andreas Gaich gegründet. Mittlerweile zählt das Unternehmen elf hoch spezialisierte Mitarbeiter und betreut Kunden in 40 Ländern der Welt von Indien über Chile bis Russland. Erst unlängst wurde ein Auftrag aus Grönland an Land gezogen, die zwei größten Schotterkonzerne der USA setzen ebenfalls auf die Grazer Software. In Österreich selbst ist man bei allen großen Tunnelbauprojekten zwischen Semmering, Koralm und Gleinalm engagiert.

KNAPP AG: Starke Wurzeln, starkes Wachstum

Schneller wächst in der Steiermark fast kein Unternehmen. Allein am Hauptsitz der Knapp AG in Hart bei Graz hat sich seit 2004 die Zahl der Mitarbeiter von 1000 auf 2200 mehr als verdoppelt. Insgesamt beschäftigt der Logistikspezialist in der Steiermark 2700, an allen 35 internationalen Standorten in Europa sowie in China, Südafrika, Nord-, Mittel- und Südamerika zusammen 3700 Personen. Ein Ende der Dynamik ist nicht in Sicht, Jahr für Jahr kommen zurzeit zwischen 100 und 150 neue Leute dazu. In Dobl südlich von Graz wurde gerade ein neuer Entwicklungs-Campus für 150 Mitarbeiter gebaut, der Standort Leoben wurde ebenfalls erweitert und in Deutschland ein Apotheken- und Messtechnik-Spezialist zur Gänze übernommen. Das 1952 gegründete Unternehmen gilt als Erfinder und Weltmarktführer im Bereich der sogenannten Shuttle-Technologie in der Intralogistik. Im innerbetrieblichen Transport von Waren in der Produktion und Distribution wird so mithilfe von Automatisierungslösungen eine maximale Anlageneffizienz erreicht. Die Kunden kommen aus allen Bereichen (Industrie, Produktion, Handel). Weltweit sind rund 1700 Anlagen in Betrieb.