Ein Jahr nachdem in Slowenien die Kassenzettelpflicht abgeschafft wurde, wird sie nun wieder eingeführt. Die neue linksliberale Regierung argumentiert, dass die bisherige Regelung die Risiken für eine Zunahme der Schattenwirtschaft und der Steuerhinterziehung erhöht habe. Das Parlament in Ljubljana billigte am Donnerstag entsprechende Gesetzesänderungen, mit denen die Belegpflicht zurückkehrt.

Für die Wiedereinführung stimmten nur die Koalitionsabgeordneten, die Opposition sieht hingegen die Änderungen als unnötige bürokratische Hürde, wie die Nachrichtenagentur STA berichtete. Abgeschafft wurde die Kassenbonpflicht von der früheren Mitte-Rechts-Regierung.

Kassenbon nur auf Verlangen des Kunden

Seit Jänner 2022 galt es in Slowenien, dass der Kassenbon nur auf Verlangen des Kunden ausgehändigt werden müsste. Künftig werden Händler, ähnlich wie in Österreich, dem Kunden bei jedem Kauf unaufgefordert den Beleg ausgeben müssen, der Kunde wird diesen auch annehmen müssen. Geldstrafen sind für beide Seiten vorgesehen. Kunden, die beim Verlassen des Geschäfts keine Quittung vorweisen können, drohen 40 Euro Strafe. Alternativ kann man den Bon auch in elektronischer Form bekommen.

Die Regelung, die nun wieder eingeführt wird, galt in Slowenien bereits seit 2016. Die vorjährige Abschaffung der Pflicht, den Kunden die Quittung auszuhändigen, führte laut slowenischem Finanzministerium zu einem erheblichen Rückgang ausgestellter Rechnungen in manchen Branchen, die aus Sicht der Schattenwirtschaft kritisch sind. Ein starker Rückgang wurde insbesondere im Bauwesen, bei persönlichen Dienstleistungen (Friseur, Kosmetik, Pediküre), Kfz-Reparaturen, Floristik und Gastronomie verzeichnet.