Der Euro hat am Freitag seine deutlichen Kursgewinne vom Vortag ausgebaut. Am Nachmittag kostete die Gemeinschaftswährung 1,0319 US-Dollar. Sie stieg auf den höchsten Stand seit Mitte August. Im frühen Handel hatte der Euro noch unter 1,02 Dollar notiert. Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs auf 1,0308 (Donnerstag: 0,9954) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,9701 (1,0046) Euro.

Seit dem Donnerstagnachmittag legt der Euro zu. Inflationsdaten aus den USA fielen niedriger aus als erwartet und belasteten den Dollar. Hintergrund ist der geldpolitische Kurs der US-Notenbank: Die rückläufige Teuerung lässt der Federal Reserve Luft, ihren Kampf gegen die hohe Inflation etwas vorsichtiger zu führen.

Besonders anfällig

Schon für die kommende Zinssitzung im Dezember rechnen viele Analysten mit einer weniger starken Zinsanhebung als zuletzt. Hinzu kommt laut Ulrich Leuchtmann, Analyst bei der Commerzbank, dass der Dollar an den Märkten bisher besonders hoch bewertet war. Daher sei er besonders anfällig. Dies erkläre auch die heftige Reaktion.

Zudem trübte sich im November das Verbrauchervertrauen in den USA merklich ein. Der Rückgang des von der Universität Michigan erhobenen Konsumklimas war zudem stärker als erwartet. Die Unsicherheit dürfte nach Einschätzung der Universität angesichts des schwierigen Umfeldes anhalten. Die Inflationserwartungen der Verbraucher legten geringfügig zu.