Im Elektrizitätswirtschafts- und -organisationsgesetz (EIWOG) ist klar geregelt, dass Energieversorger verpflichtet sind, einen Tarif für die Grundversorgung zu veröffentlichen. Diese Tatsache war nur bisher kein Thema, weil die Strompreise ohnehin moderat waren. Jetzt allerdings wird der Grundversorgungstarif, auf den theoretisch jeder Kunde Anspruch hat, eine Hintertüre zum besseren Stromvertrag. Und im EIWOG findet man auch nichts dazu, dass die Kunden sich in einer sozial prekären Lage befinden müssen, um den Tarif in Anspruch zu nehmen, wie der Kärntner Energieversorger Kelag kommuniziert.

Der Tarif darf auch nicht höher sein als jener, den die größte Anzahl der Kunden zahlt. Im Falle der Kelag sind das 10,87 Cent je Kilowattstunde.
Die Kelag hatte bis dato aber keinen Grundversorgungstarif. Neukunden zahlen 45 Cent/kWh. Erst nach Berichterstattung der Kleinen Zeitung und auf Druck der Oppositionsparteien hat sie jetzt den Grundversorgungstarif mit 10,87 Cent/kWh ausgewiesen. Schweigen gab es zu diesem so wichtigen Thema bisher von den Regierungsparteien SPÖ und ÖVP. Das würden sich die Kärntner in den aktuell vor allem auch finanziell herausfordernden Zeiten anders wünschen.