Der börsennotierte Verbund verdiente in den ersten drei Quartalen mehr, erwartet aber nun für heuer weniger Gewinn als zuletzt angenommen. Die schlechte Wasserführung im dritten Quartal sowie die EU-Maßnahmen zur Gewinnabschöpfung bei Energieunternehmen führen zu einer Anpassung des Ergebnisausblicks. Das berichtete Konzernergebnis wird nun zwischen rund 1,53 bis 1,88 Milliarden Euro erwartet, das EBITDA zwischen rund 2,8 und 3,3 Milliarden Euro, wie der Verbund mitteilte.

Zuvor war der Verbund im Sommer von einem EBITDA von 3,0 bis 3,5 Milliarden Euro und einem berichteten Konzernergebnis von zwischen rund 1,68 und 2,03 Milliarden Euro ausgegangen. Der Verbund plant eine ordentliche Dividende auf Basis einer Ausschüttungsquote zwischen 45 Prozent und 55 Prozent, bezogen auf das um Einmaleffekte bereinigte Konzernergebnis zwischen rund 1,45 und 1,8 Milliarden Euro, wie der Energiekonzern weiter mitteilte. Zudem hat der Vorstand wie berichtet eine Sonderdividende von 400 Millionen Euro beschlossen.

Schwache Wasserführung

In den ersten drei Quartalen hat der Verbund wegen der hohen Großhandels-Strompreise den Gewinn gesteigert, gegenläufig wirkte allerdings die schwache Wasserführung während des trockenen Sommers. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) stieg um 68,0 Prozent auf 1,93 Milliarden Euro, das Konzernergebnis um 81,4 Prozent auf 1,065 Milliarden Euro. Bereinigt um Einmaleffekte in Höhe von 82,6 Millionen Euro stieg das Konzernergebnis um 73,5 Prozent auf 982,6 Millionen Euro. Die Verbund-Erzeugung aus Laufwasserkraft war im dritten Quartal stark unterdurchschnittlich, der Erzeugungskoeffizient lag bei 0,75 Prozent und war vor allem im Juli (0,71) und August (0,69) deutlich unter dem langjährigen Durchschnitt.

 Die geringere Stromproduktion aus Wasserkraft führte auch dazu, dass hohe Stromzukäufe erforderlich waren, um bereits verkaufte Strommengen liefern zu können, wie der Verbund mitteilte. Diese Rückkäufe mussten marktbedingt zum Teil zu außerordentlich hohen Preisen erfolgen und belasteten das Ergebnis somit zusätzlich. Eine weitere Herausforderung waren die Absicherungsgeschäfte im Stromgeschäft, die als Sicherheitsleistung für offene Positionen an der Börse zu hinterlegen sind. Der Verbund habe diese Herausforderung aufgrund seiner vorausschauenden Finanzplanung, der sehr guten Bonität und der rechtzeitigen Erhöhung von Kreditlinien ohne negative Auswirkungen bewältigt.