50.000 Euro würde das neue Pistengerät kosten, das die Bergbahnen Dreiländereck benötigen. "Doch wir haben eine sehr negative Kostensituation aufgrund der hohen Energiepreise, obwohl wir schon einen Maßnahmenkatalog mit über 20 Punkten für Sparmaßnahmen haben", sagt Geschäftsführer Wolfgang Löscher. Deshalb habe man nach einer zusätzlichen Finanzierungsmöglichkeit gesucht. Auf Anraten des Kärntner Wirtschaftsförderungsfonds (KWF), der auch die Beratung dafür finanziert hat, betrete man mit Crowdfunding Neuland.  Verschiedene Pakete stehen für die Unterstützer zur Wahl. Das günstigste kostet 200 Euro, dafür dürfen zwei Personen mit dem Pistengerät mitfahren. Für 2000 Euro werden dem Unterstützer vier Jahre lang 575 Euro Lift-Gutschein jährlich gutgeschrieben. Darüber hinaus gibt es auch Pakete für Firmen.

Seit zwölf Tagen läuft das mittlerweile schon, bisher haben sich aber erst sechs Unterstützer gefunden, die eine Summe von 3600 Euro zur Verfügung stellen würden. Es fehlen also noch satte 46.400 Euro, die in den kommenden 26 Tagen auf die Beine gestellt werden sollen. "Doch es gibt auch die Option, diese Frist zu verlängern", sagt Löscher.  Im Vorjahr hatte das Dreiländereck mit 15.000 verkauften Schipässen eine solide Saison. Laut Löscher ist bisher der Vorverkauf schon gut angelaufen. Bei Neukunden verzeichne man 20 bis 25 Prozent Plus.

Schwarmfinanzierung Hochrindl

Das Dreiländereck ist kein Einzelfall unter den Schigebieten, das es mit Crowdfunding versucht. Die Hochrindl hat damit unter anderem 2019  erfolgreich den neuen Teich für die Beschneiung finanziert. Allerdings war dieses mit 264.000 Euro für den Speicherteich in einer anderen Dimension und Teil einer Gesamtmodernisierung in einer Größenordnung von 4,9 Millionen Euro.

Seit einem Pilotprojekt im Jahr 2021 berät der KWF Richtung Crowdfunding. KWF-Vorstand Erhard Juritisch bezeichnet Publikumsfinanzierungen als "Zukunftsmodell" und erklärt: "Crowdfunding ist zwar eine relativ teure Finanzierung, aber es ist auch ein Marketing, weil man Kunden erreicht, die man sonst nicht bekommen hätte."