Wie steht es um die Investitionen in die erste Groß-Etappe der Energiewende? Gerät die notwendige Transformation angesichts der enormen Herausforderungen durch die Gaskrise ins Hintertreffen? Der Branchenverband Oesterreichs Energie zieht im Hinblick auf das Erneuerbaren-Ausbau-Ziel von zusätzlichen 27 Terawattstunden Stromerzeugung bis 2030 gar nicht so eine schlechte Start-Bilanz – wenngleich auch noch Hindernisse auszuräumen sind. Die 24 Mitgliedsunternehmen, die in Oesterreichs Energie organisiert sind, haben bereits massenhaft Projekte in der Pipeline. 220 meldeten sie dem Verband, das Investitionsvolumen beträgt derzeit 28 Milliarden Euro.
"Damit diese 28 Milliarden investiert werden können, brauchen wir unsere Gewinne", erteilt Verbandspräsident Michael Strugl Ansinnen von "Gewinnabschöpfungen" erstmals eine klare öffentliche Absage. Strugl: "Wenn uns das Geld nicht bleibt, können wir es nicht investieren." Als Verbund-Chef erlebt Strugl gerade, was das "Primat der Politik" bedeutet: Über die kurzfristig bestimmte Reaktivierung der Kohle-Stromerzeugung in Mellach scheint er wenig glücklich. "Das ist nicht Teil unserer Strategie", so Strugl. "Kohle wird mit uns keine Renaissance erleben." Das sei nur als eine Notlösung zu verstehen.