Der französische Autobauer Renault wird seinen 68-prozentigen Anteil an Russlands größtem Autohersteller Avtovaz für einen symbolischen Preis von einem Rubel an das Wissenschaftsinstitut NAMI abgeben. Das russische Handelsministerium teilte am Mittwoch zudem mit, das Renault-Werk in Moskau, das Autos der Marken Renault und Nissan herstellt, werde an die Stadtregierung übergeben.

Renault habe aber die Möglichkeit, innerhalb von fünf oder sechs Jahren den Lada-Hersteller Avtovaz zurückzukaufen, räumte das Ministerium ein. "Aber wenn wir in dieser Zeit Investitionen tätigen, dann werden die bei dem Preis berücksichtigt. Dort wird es keine Geschenke geben", zitierte die Nachrichtenagentur Interfax Handelsminister Denis Manturov.

Betrieb gestoppt

Der französische Autobauer und die französische Regierung, die einen Anteil von 15 Prozent an Renault hält, lehnten eine Stellungnahme ab. Erstmals hatten russische Nachrichtenagenturen unter Berufung auf Handelsminister Manturov von der geplanten Transaktion berichtet.

"Das ist verhalten positiv, da dies das Problem einer Lösung näher bringt und die Tür für eine Rückkehr offen hält, obgleich es wirklich viele Unbekannte gibt, wann/ob sich der russische Fahrzeugmarkt erholt", kommentierten Analysten von Credit Suisse.

Russland ist nach Europa der zweitgrößte Markt der Renault-Gruppe, die nach Einschätzung der Citibank acht Prozent ihres Gewinns in dem Land erzielt. Der Konzern hatte im vergangenen Monat den Betrieb in seinem russischen Werk gestoppt und angekündigt, Optionen für Avtovaz zu prüfen. Das Jahresziel wurde eingedampft.

Massenhafter Rückzug aus Russland

Moskau hatte bereits vor Wochen gewarnt, beim Rückzug westlicher Firmen aus Russland diese zu enteignen und deren Patente einzukassieren.

Moskaus Einmarsch in die Ukraine am 24. Februar hatte einen massenhaften Rückzug westlicher Firmen aus Russland ausgelöst. Mehr als 750 Unternehmen haben angekündigt, den Betrieb dort mindestens teilweise einzuschränken, hieß es bei der Yale School of Management.