Das Z, der 26. Buchstabe in unserem lateinischen Alphabet, ist für gewöhnlich ein sehr unauffälliger Buchstabe. In deutschen Texten hat er eine durchschnittliche Häufigkeit von nur 1,13 Prozent. In der Redewendung "Von A bis Z" bedeutet er "Ende".

Durch den Russland-Ukraine-Konflikt hat das Z nun eine neue Bedeutung bekommen. Russische Militärfahrzeuge sind nämlich mit Buchstaben besprüht, um anzuzeigen, aus welchem Militärbezirk das Vehikel kommt. O steht zum Beispiel für Truppen aus Weißrussland. Z steht für Fahrzeuge aus dem östlichen Militärbezirk. Und das Z in einem Viereck zeigt an, dass es sich um Truppen aus dem südlichen Militärbezirk handelt, also zum Beispiel von der Krim. Die Markierungen, die den Soldaten anzeigen sollen, wer Freund und wer Feind ist, haben mittlerweile zu einer regelrechten prorussischen Z-Bewerbung bzw. Z-Propaganda geführt.

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Russische Soldaten patrouillieren in Donetsk
© APA/AFP/ALEXANDER NEMENOV

Ein Z in einem Viereck ist jedoch schon seit Jahrzehnten das eingetragene Firmenkurzzeichen der österreichischen Traditionshandelskette Zgonc. Der Fachmarkt mit der sympathischen Werbung "Raunz ned, kauf" und "Wenn er’s nur aushält, der Zgonc" hat auf den Parkplätzen vor seinen Geschäften sogar eigene Werbetürme mit dem Z. In einem Viereck.

Zgonc-Werbeturm
© © foto melbinger

Zwar käme nicht der verwegenste Kunde auf die Idee, das Zgonc-Z habe auch nur das Geringste mit russischen Panzern zu tun. Dennoch "raunzen" einige darüber, sodass sich Zgonc laut eigener Auskunft, gezwungen sieht, "in unserer Online-Werbung derzeit auf das Z-Kurzzeichen zu verzichten. Wir wollen die Menschen ja nicht vor den Kopf stoßen, obwohl wir nichts dafür können".

Die Werbetürme bleiben. Denn das Z gehört seit Anfang an zu dem 1957 von Peter Zgonc gegründeten Unternehmen mit 70 Millionen Euro Umsatz. Wenn er’s nur aushält, der Zgonc.