8000 Lkw-Fahrer fehlenWenn die Jobs auf der Straße liegen

In Österreich fehlen 8000 Lkw-Fahrer, viele Firmen suchen verzweifelt. Ausbildungszuschüsse seitens des AMS und ein sehr guter KV-Abschluss sollen mithelfen, das zu ändern. KV-Löhne werden um fünf Prozent angehoben.

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8000 LKW-Faher fehlen aktuell in Österreich. Und die Lage wird schlimmer
8000 LKW-Faher fehlen aktuell in Österreich. Und die Lage wird schlimmer © Animaflora PicsStock - stock.ado
 

Die Bilder aus Großbritannien haben auch bei uns aufgerüttelt. Leere Regale in den Supermärkten, Zehntausende Liter Milch, die weggeschüttet werden mussten, weil sie nicht ausgeliefert werden konnten, kein Treibstoff an Tankstellen, weil keiner geliefert wurde: Der Mangel an Lkw-Fahrern hat auf der Insel gravierende Auswirkungen. Stellt sich unweigerlich die Frage, ob ein derartiges Szenario auch in Österreich drohen könnte. Die Antwort: Ja, könnte, wenn in den nächsten Jahren nicht mit Vollgas gegengesteuert wird. Denn auch hier fehlen in den Betrieben laut einer Studie bereits rund 8000 Lkw-Fahrer, was bedeutet, dass rund zehn Prozent der Lenkerstellen nicht besetzt sind.

Kommentare (31)
schwar83
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Ausgelagert

Zuerst hat man die Frächterei in Billiglohnländer ausgelagert. Die Menschen die vorher in diesen Berufen tätig waren mussten sich wohl oder übel einen anderen Job suchen - nun wollen die Verursacher jammern dass sie kein Personal bekommen : da kann man nur eines sagen selbst schuld !!

Peterkarl Moscher
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Ausbeutung und Menschenhandel !

10 Euro Brutto Stundenlohn, 6 Tage Woche keine Dusche und das Essen vom Gaskocher, 7. Tag Frei und das auf einem Parkplatz irgendwo in Europa und da wollen
sie begeisterte Leute finden die sich das noch antun?

crawler
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Ich habe einmal gehört,

dass der Beruf eines LKW- Fahrers ein Lehrberuf werden sollte. Anscheinend hat sich das wieder zerschlagen. Oder nicht?

steirischemitzi
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gibt bereits LKW-Fahrer mit LAP, aber ich denke sehr selten...

Patriot
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Wie viele LKW-Fahrer sind eigentlich arbeitslos gemeldet?

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kritik53
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Lohnerhöhung

Ich finde es gut, dass der Lohn entsprechend erhöht wird.
Tatsache ist aber, dass kaum ein Betrieb nur den KV Lohn bezahlt, weil er dann sicher keine Fahrer hat.
Traurig ist es aber, dass alle Betriebe in einen Topf geworfen werden, obwohl sie wesentlich besser bezahlen. Mit solchen Behauptungen schrecken wir Neueinsteiger entsprechend ab.
Ich kenne Betriebe, die ihren Fahrern netto mindestens 10 Euro bezahlen zuzüglich Diäten (Auszahlung 12,20 Euro), die keine besonderen Betriebszeiten, keine überlange Arbeitszeiten usw. haben. Diese Entlohnung entspricht sicher einem Brutto- Stundenlohn von 13 bis 15 Euro, trotzdem bekommen sie kein Personal.
Wer nur KV zahlt, braucht sich nicht wundern, kein Personal zu bekommen. Traurig ist es aber, wenn auch gut zahlende Betriebe wegen des schlechten Images der Branche kein Personal bekommen.

Hieronymus01
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Geiz ist Geil!!!

Das ist die Schattenseite unseres Wohlstandes.

Ein Supermarkt der keine Irische Butter, Spanische Paprika und Afrikanische Erdbeeren im Regal hat, muss mit der Zeit zusperren.

Transport muss was kosten, nicht nur der Umwelt zu liebe.

josef157
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Adr Fahrer

€9.66.- Bruttostundenlohn!! DAS sagt Alles!

Heike N.
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4,96 % klingt natürlich super

Aber 49,6 % wären angemessener. Jetzt wird man sagen, sie ist verrückt, aber es ist leider so.

Im Jahr 1985 hat ein LKW-Fahrer hierzulande locker zwischen 30.000 und 35.000 Schilling verdient.
Mit einem historischen Währungsrechner gerechnet wären das heute ca. 5000€

Ein LKW-Fahrer heute kann schon zufrieden sein, wenn er mit 2.500€ heimgeht, sofern er Überland fährt, die lokalen Fahrer, die jeden Tag zuhause sind kommen kaum über 2.000.

Seit 1985 haben sich aber die Bedingungen auf den Strecken nicht wirklich verbessert, überfüllte Parkplätze, oft zugemüllt - leider haben in dieser Hinsicht vor allem die Fahrer aus dem Osten neue Negativstandards eingeführt - horrende Strafen für Nichtigkeiten (mehrere hundert Euro bei geringfügigen Überschreitungen) und und und

kritik53
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Hallo Heike

Wir sind uns alle einig, dass ein KV Lohn von derzeit 9,80 Euro für den Fahrer eines Lkw Zuges ein Hohn ist. Der Lohn sollte durchaus bei 12 bis 13 Euro liegen. Das Problem der Branche ist aber, dass offensichtlich jeder Ausländer, der nur 1/3 des österreichischen Lohnes zahlt, in jedes Geschäft hineinfährt und die Preise kaputt macht. Wenige Auftraggeber legen auf Qualität wert.
Was sie aber vergessen haben, dass der Fahrer im Jahr 1985 für diesen Lohn mindestens 300 Stunden gearbeitet haben. Ich kenne Kollegen, die bei 200 Stunden Arbeitszeit mit mindestens 2400 Euro nach Hause gehen. Diese Fahrer sind aber auch jeden Tag zu Hause.

Heike N.
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Nur teilweise richtig

Die Preise machen sich unsere Frächter schon selbst kaputt.
Was war das Erste nach dem EU-Betritt? Fast jeder Frächter mit mehr als 5 Fahrzeugen hat seinen Unternehmensstandort ins billigere Ausland verlegt um sich auch noch die Steuern zu sparen.

Für die 35.000 hat er früher sicher mehr Kilometer zurückgelegt als jetzt, mit 300 Stunden hast aber mehr als das verdient. Früher wurde halt mehr mit der Scheibe getrickst.
Jetzt bist zwar auch die ganze Woche unterwegs, hats aber offiziell weniger Fahrt- und Einsatzzeit, weil du viele Stunden auf überfüllten Parkplätzen herumlungerst. Die Gesetze, die eigentlich zum Schutz der Fahrer gemacht wurden, sind da nach hinten losgegangen. 11 Stunden zusammenhängende Pause? Zusätzlich zu den Pausen während der Fahrzeit! 11 Stunden sind super, wenn ich die mit meiner Familie oder sonstwo an einem Ort meiner Wahl verbringe, ich denke aber, dass viele Fahrer sich freuen würden, wenn man die auf 8 Stunden runterschrauben würde.

Wer jetzt mit 200 Stunden 2.400€ verdient, fährt entweder für die Baubranche, Spezialfahrzeug oder ist einfach schon so ewig dabei, dass er das bekommen kann. Weil sonst ergeben die 200 Stunden 1960€, bei 9,80 die Stunde. Brutto wohlgemerkt!

kritik53
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Heike

Du hast mit vielen Aussagen recht, aber ich könnte dir 20 Betriebe nennen, wo du den von mir genannten Lohn bekommst. Trotzdem hadert jeder mit zu wenig Personal, weil der der Ruf der Branche so schlecht ist. Ich könnte dir diesen Lohn für mindestens 100 mir bekannte Kollegen nachweisen ( kein Bau) und vor allem haben die Fahrer auch schon in der Vergangenheit angemessen verdient, und nicht erst jetzt in der Krisensituation.

Heike N.
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Da freu ich mich ehrlich

aber wie du selbst sagts, die sind schon länger dabei, das hab ich oben ja auch schrieben.
Vielleicht kannst aber die Firmen hier nennen, kann ja sein, dass ein Interessent mitliest.

Wobei, ganz unter uns, für 2400 brutto würde ich keine 200 Stunden im Monat arbeiten.

kritik53
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Hallo Heike

Wenn einer mit 2.400.- nach Hause geht, ist das schon auf die Hand ausbezahlt.

umo10
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Wenn ich Frächter wäre

würde ich das Geschäft nicht sausen lassen, sondern an einem Entwicklungskonzept mitarbeiten, das mehr Waren mit der Bahn transportiert. Quasi ein Frächter 4.0 - Konzept. Denn die Bahn hilft kosten sparen; schon allein wegen der sukzessiv steigenden CO2-Bepreisung , die es bei der Bahn nicht gibt.

kritik53
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Als Frächter

bist du für die Abwicklung des Auftrages verantwortlich - und damit auch für die Unzuverlässigkeit und für den 3 bis 4 fachen Zeitaufwand, den die Bahn hat. Kaum ein Auftraggeber hat diese Zeitspanne zur Verfügung.

umo10
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Jedes Versandhaus hat bereits eine Liefertracking-App

Da bist sofort aus dem Schneider und ihr könnt politischen Druck erzeugen, dass mehr verladerampen, mehr Waggons zum Einsatz kommen

GustavoGans
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Wieso soll der Wettbewerb hart sein?

Es fehlen viele Fahrer. Also sind genügend Aufträge da. Da kann der Wettbewerb gar nicht hart sein. Da wird doch geflunkert, oder?
Wie soll einen die Konkurrenz Aufträge wegnehmen, wenn sie selbst zu wenige Fahrwr haben? Und die wenigen Fahrer werden wohl zu der Firma gehen, welche am besten zahlt. Und eine Firma, die ihre Mitarbeiter gut bezahlt, wird wohl nicht die günstigste am Markt sein.
Wenn also eine Firma, die gut zahlt es schafft am Markt zu überleben, dann sollten dies auch die anderen Firmen schaffen. Ohne Lohndumping.

schmeisser8045
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Danke

brauche ich ee nicht schreiben. Genau was ich mir bei so einem Artikel immer denke.
Kann nur sein, dass wir zwei einfsch die Wirtschaft micht verstehen;)

Lepus52
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Gesetzliche Begrenzung des Aktionsradius!

Die EU könnte überlegen, dass Frächter nur einen begrenzten Aktionsradius (vielleicht 300 km) von ihrem Standort, an dem die Fahrzeuge angemeldet sind, haben dürften. Das würde zumindest jene Güter auf die Schiene bringen, die tausende Kilometer quer durch Europa transportiert werden. Lokale Frächter hätten die Zustelldienste und das Fernstraßennetz und die Umwelt würde spürbar entlastet. Jetzt ist Zeit zum Umdenken, auch LKWS könnten elektrisch bewegt werden.

kritik53
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Lepus52

Ich möchte sehen, was die Kunden sagen wenn ihre Lebensmittel von Wien nach Kärnten 3 Tage unterwegs sind. Am 1. Tag werden die Waren bei der Bahnverladen, am 2. Tag transportiert die Bahn, am 3. Tag wird die Ware zugestellt. Lebensmittelkonzerne haben das schon versucht.
Die Aussage kann nur für den internationalen Fernverkehr stimmen, aber leider ist die Bahn viel zu langsam..
Wenn wir heute auf unseren Autobahnen schauen, sehen wir das 80% des Fernverkehrs von ausländischen Lkw durchgeführt werden. Ein Österreicher kann mit diesen Preisen nicht mithalten.
In diesem Zusammenhang ist auch festzuhalten, dass die Schadstoffemissionen auf der Basis des getankten Treibstoffes hochgerechnet werden. Sehr viele Ausländer tanken in Österreich, weil der Diesel billig ist, verfahren aber den Treibstoff nicht in Österreich.
Wenn man nur den in Österreich verbrauchten Diesel heranziehen würde, wäre die Schadstoffemission des Verkehrs sicher um 30% geringer.

Chrissi68
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@weiz

Jetzt ist die Zeit das man viele Transporte auf die Schiene bringen kann. Und die Verteilung mit kleinen Van 's zum Kunden bringt.

kritik53
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wie

stellt die Bahn und der angesprochene VAN den Brennstoff, das Baumaterial, die Lebensmittel im Supermarkt, den Treibstoff bei der Tankstelle usw. zu?
Wenn ich für eine Zustellung 3 Van's brauche, benötigen die bereits mehr Diesel als ein Lkw-Zug.

Chrissi68
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@weiz

So war das nicht gemeint. Sarkasmus ist der falsche Ansatz. Es gibt immer Dinge die nur mit dem LKW gemacht werden müssen.

Elisabeth.mayer
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Schiene

Mit der Flexibilität und Arbeitsbereitschaft der Bahn wird dies in die Praxis nicht umsetzbar sein.

Chrissi68
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@weiz

Umsetzbar? man muß halt auch dort alles nachbessern. Und der Kunde braucht nicht alles am nächsten Tag.

 
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