Mehr Wettbewerb nötigFacebook-Ausfall: EU-Kommissarin will Dominanz brechen

EU-Kommissarin Margrethe Vestager verweist auf Facebook-Dominanz und will mehr Wettbewerb. Der Vorfall zeige, dass es Bedarf an mehr Wettbewerb gebe.

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© (c) AFP (NICHOLAS KAMM)
 

Der fast sechsstündige weltweite Ausfall aller Facebook-Dienste hat für Kritik an der Vorherrschaft des US-Konzerns gesorgt. Der Vorfall zeige, dass es Bedarf an mehr Wettbewerb gebe, schrieb die für Wettbewerb und Digitales zuständige EU-Kommissarin Margrethe Vestager am Dienstag auf Twitter. Die frühere Facebook-Managerin Frances Haugen wurde indes noch am Dienstag im US-Kongress erwartet.

Nach einem Konfigurationsfehler konnten die 3,5 Milliarden Nutzer - mehr als jeder dritte Bewohner der Erde - der Facebook-Plattform, von WhatsApp, Instagram und dem Messenger stundenlang nicht auf die Dienste zugreifen. Viele wandten sich daraufhin Konkurrenten wie Twitter, TikTok und Signal zu. Der Störungsplattform DownDetector.com zufolge handelte es sich um den umfangreichsten jemals aufgezeichneten Ausfall.

Vestager nutzte die Gelegenheit, um auf die Dominanz des Tech-Konzerns hinzuweisen: "Man darf sich nicht nur auf einige wenige große Spieler verlassen." Das sei auch das Ziel des Digital Markets Acts (DMA). An den neuen Regelungen zur Kontrolle großer Technologiekonzern werde gerade auf EU-Ebene gearbeitet. Der Hauptgeschäftsführer des Branchenverbandes Bitkom, Bernhard Rohleder, verwies darauf, dass es insbesondere für Unternehmen wichtig sei, "die eigene Kommunikation auf mehrere Kanäle zu verteilen und Alternativen zu haben, die bei einem Ausfall der primär genutzten Dienste eingesetzt werden können".

"Eine der größten Gefahren"

Die frühere Facebook-Managerin Frances Haugen wurde noch am Dienstag im US-Kongress erwartet und dürfte dort ihren ehemaligen Arbeitgeber als "eine der größten Gefahren" für das Land bezeichnen und mehr Transparenz fordern, um das Unternehmen besser regulieren zu können. Die Macht des weltgrößten Internet-Netzwerks sorgt seit Jahren für Diskussionen über eine stärkere Regulierung. Aktuell treiben Facebook die Vorwürfe der früheren Produktmanagerin Haugen um, wonach der US-Konzern Gewinnstreben über den Kampf gegen Hassrede und Falschinformationen stelle. Haugen hat mindestens acht Beschwerden bei der US-Börsenaufsicht SEC eingereicht und wird noch am Dienstag vor einem Unterausschuss des US-Senats sprechen.

Laut ihrer Aussage wird sie dafür plädieren, Facebook zu regulieren. Sie vergleicht dabei den Internetgiganten mit Anbietern von Zigaretten, deren jahrelanger Konsum die Gesundheit schädigt. "Das Führungsteam des Unternehmens kennt Wege, um Facebook und Instagram sicherer zu machen und nimmt die notwendigen Veränderungen nicht vor, weil sie die immensen Gewinne über die Menschen stellen", will Haugen demnach sagen. Facebook war zunächst nicht für eine Stellungnahme diesbezüglich erreichbar. Hinsichtlich der Ausfälle schrieb Facebooks Technologiechef Mike Schroepfer auf Twitter: "Es tut mir leid." Zugleich sagte er, es könne eine Weile dauern, bis alles wieder einwandfrei laufe.

Kommentare (1)
ichbindermeinung
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