Rekordstrafen in ÖsterreichDer rote Ordner aus dem Lavanttal: Wie das Baukartell aufflog

Führender Mitarbeiter einer kleinen Kärntner Baufirma wollte Unterlagen bei Hausdurchsuchung noch beiseite schaffen. Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft ermittelt gegen Hunderte Beschuldigte.

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Es war der 14. Juni 2016: Steuerfahnder beschlagnahmten im Kärntner Lavanttal bei einer Baufirma einen roten Ordner, der nun nach fünf Jahren Ermittlungen zu den höchsten Kartellstrafen in der Geschichte Österreichs führte. Erledigt ist die Sache damit aber noch lange nicht, neben weiteren Kartellstrafen werden auch Strafprozesse erwartet. Die strafrechtlichen Ermittlungen führt die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA).

Kommentare (16)
beneathome
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Wo Geld fließt

wird bestochen, betrogen und hintergangen. Lebensmittel, Baugewerbe und Pharmazie waren immer schon ein begehrter Tummelplatz solch Klientels.

Oscar_Lip
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Was mich interessieren würde…

Bei den öffentlichen Aufträgen gibt es doch Experten in beratender und fachplanerischen Funktion., welche die Planung der Bauvorhaben übernehmen, die Ausschreibungen erstellen, die Angebote einholen UND die Angebote PRÜFEN!
Werden deren Kompetenzen überbewertet, weil diese scheinbar keine Ahnung was das Geplante Kosten darf und/oder keinerlei Verantwortung/Haftung dem Auftraggeber gegenüber haben?
Oder kassieren diese gleich zwei mal ab?
Wäre das nicht auch Verschwendung unseres Steuergeldes und müsste ebenso strafrechtlich geprüft und verfolgt werden?

neuernickname
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War da nicht was mit Strabag in dem Ibiza-Video

Und war da nicht was mit Strabag und den Neos (weils um was geht)?

ronny999
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Wo ist die Sperre für die Porr AG

und alle ihrer Tochtergesellschaften für öffentliche Aufträge die nächsten 10 Jahre? So dumm ist nur Österreich bzw. die österreichischen Volksvertreter, dass es hierzu kein Gesetz gibt - ein Unternehmen bescheisst den Staat - zahlt ein Straferl und wird vom betrogenen Staat weiter beschäftigt.

hansi01
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Wird die Porr AG gesperrt

Gibt es unzählige Arbeitslose. Die Millionenstrafe bezahlt auch der Konzern. Das Richtige wäre, wenn die Verantwortlichen persönlich bestraft werden.

altbayer
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Blöde Frage ?

Das System (in Kärnten?) kann eigentlich nur funktionieren, wenn der "Auftraggeber" mitspielt.
Diese Preisabsprachen können logischerweise nur funktionieren, wenn die "Firma (aus dem Lavanttal)" auch ihre Mitbieter kennt. Bei öffentlichen Ausschreibungen ist diese Liste Geheim, kennt diese Liste eigentlich nur der Ausschreiber (z.B.. die Kommune, Landesbaudirektion, etc...).

hansi01
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Nach ein paar Jahren kennt man seine Mitbieter

Die Abrede passiert ja im gegenseitigen Interesse

neuernickname
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Korrekt Altbayer - allerdings können auch die Mitbieter sich abstimmen

oder, was noch wahrscheinlicher ist, die Mitbieter Informanten bei der Konkurrenz sitzen haben.

Es muss nicht vom Ausschreiber kommen.

altbayer
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10-20 Firmen

Bei 10 - 20 Firmen pro Angebot funktioniert das System mit Informanten nicht mehr......

neuernickname
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altbayer - wetten?

sicher funktioniert das , vor allem wenn das "normal" ist.

Die rufen sich einfach gegenseitig an und das wars.

koko03
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@rony

Was soll das bringen? Treffen würde es ja nur die kleinen Arbeiter und deren Familien.
Die wirklich schuldigen müssen zur Verantwortung gezogen werden und das ohne wenn und aber !!!

ronny999
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Warum - die Arbeit bleibt ja -

wenn die Gaunerfirmen verschwinden, wird es neue Bauunternehmen geben, welche die Arbeiter beschäftigen - vielleicht sogar regionale Firmen, wo die Arbeiter lieber arbeiten, als bei Wiener Konzernen, welche den Staat bescheissen.

helmutmayr
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Jedes Schriftl

Ein Giftel. Betrügen und dann noch aufschreiben.

hansi01
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Das ist wie bei Chat Protokollen unserer Politiker

Diese Bagage ist sich so sicher und abgehoben, dass sie der Meinung sind, uns kann nichts passieren.

VH7F
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Wird wohl nicht nur öffentliche Aufträge betreffen?

Ich möchte nicht wissen, wieviele Scheinangebote täglich erstellt werden, damit man halt ein 2. oder 3. Angebot für den Akt bekommt? Man kennt sich in der Branche.

future4you
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Und dies alles auf Kosten

des steuerzahlenden Mobs. Man kann nur hoffen, dass dies strafrechtlich mit saftigen Haftstrafen belegt wird.