14-Millionen-Privatinsolvenz"Dass in mehr als 20 Jahren kein Gläubiger reagiert hat, ist komisch"

Nach Antrag eines ehemaligen St. Veiter Unternehmers auf Privatinsolvenz mit Passiva in Höhe von 14 Millionen Euro wundert sich Kreditschützerin Beatrix Jernej darüber, dass die Banken als Hauptgläubiger über so viele Jahre keinen Insolvenzantrag gestellt haben.

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Kreditschützerin Beatrix Jernej, Chefin vom AKV in Kärnten: Die Gläubiger entscheiden bei der Tagsatzung darüber, ob sie den Zahlungsplan annehmen © Jannach
 

Für Verwunderung - auch bei vielen unserer Leser - sorgt ein Schuldenregulierungsverfahren am Bezirksgericht St. Veit mit Passiva in Höhe von 14 Millionen Euro. Es ist gleichzeitig die größte Privatinsolvenz des heurigen Jahres. Bei dem Schuldner handelt es sich um einen ehemaligen Unternehmer bzw. einen ehemaligen Autohändler aus dem Bezirk. Die Ursache liegt in einer Firmeninsolvenz aus dem Jahr 1999. Und weil die Zinsen damals noch deutlich höher waren, als heute, sei über die Jahre die Forderung in dieser Höhe zustande gekommen. 

Dass es nach einer Firmeninsolvenz immer wieder einmal auch zu einer Privatinsolvenz mit hohen Summen kommt, ist nicht ungewöhnlich. Ungewöhnlich ist, so Beatrix Jernej, Geschäftsführerin vom Alpenländischen Kreditorenverband (AKV) in Kärnten, dass mehr als 20 Jahre lang keiner der Gläubiger einen Insolvenzantrag gestellt hat. Und auch jetzt ist der Antrag vom Schuldner selbst gekommen, was mit seinem Pensionsantritt zusammenhängen dürfte, und damit, dass eine klare Regelung bezüglich der Schulden angestrebt werde. Der Schuldner bietet den 40 Gläubigern laut AKV einen Zahlungsplan mit einer Quote von 0,1 Prozent, zahlbar in 30 Tagen nach Annahme des Zahlungsplanes, an. Das sind 14.000 Euro.

Hauptgläubiger sind Banken

Die Gläubiger werden bei der Tagsatzung im Dezember darüber entscheiden, ob sie den Zahlungsplan annehmen, oder nicht. Hauptgläubiger sind, so Jernej, mehrere Banken, eine davon mit einem höheren Millionenbetrag. "Dass niemand in all den Jahren tätig geworden ist, ist schon komisch", sagt die Kreditschützerin. Und sei hinterfragenswert. Denn auch Banken hätten bei der Uneinbringlichkeit von Forderungen das Bestreben, eine Wertberichtigung durchzuführen. 

Und was passiert, wenn die Gläubiger den Zahlungsplan nicht annehmen? "Dann gebe es auf drei beziehungsweise fünf Jahre eine Pfändung auf das Existenzminium", erklärt Jernej.

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Danke für Ihr Verständnis.

DergeerdeteSteirer
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Interessant wäre zu wissen wo dieser "Autoschnalzer" das am Fiskus vorbeigeführte Geld bunkert,


das die Gläubiger (Banken) da so lange nicht urgiert haben lässt bei denen ebenfalls einiges im verdächtigem Bild erscheinen!

Das sich die Kreditschützerin Beatrix Jernej da wundert ist nur verständlich!

Irgendeiner
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Naja,das weißt Du nicht und ich auch nicht,

was und ob er noch was hat ist uns nicht zugänglich und daß einer den billigsten Weg für sich sucht ist üblich und menschlich verständlich,was hier nicht nur die Dame verblüfft ist das Verhalten der Banken,die fangen normalerweise schon bei relativen Bagatellbeträgen schnell zu wurlen an wenn sie Uneinbringlichkeit befürchten,da gibts interne Regeln, das ist sehr kryptisch für mich.

Robinhood
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Wundern?

Das wird halt am Schwarzgeld liegen.

future4you
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14 Millionen versenken

und keinen scheint es zu jucken?????
Für alle, die sich nicht mehr an dir Schillingzeit erinnern können/wollen, das sind 193.000.000 ATS, in Worten 193 Millionen Schillinge. Mich würde schon interessieren, in welcher SchickiMickiLiga diese Person mit spielte, bzw. noch immer spielt??

amse84ik
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@ future4you

Hat er vorher nicht und auch jetzt nicht !!Klingt blöd - ist aber so .

FRED4712
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1400 € Schulden bei einer Bank.....

da werden die ganz schnell nervös....aber 14 mio......das sind doch offensichtlich erdnüsse

VH7F
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14.000 werden allen Gläubigern angeboten

was kostet ein Konkursantrag? 4000? Wer soll da einen Antrag machen, wenn nichts zu holen ist?

GordonKelz
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An solche Insolvenzen " kann" man sich

" gewöhnen " ....???!
Gordon